Zeitarbeit schlägt auf die Gesundheit

Hamburg, 4. Mai 2017. Seit April 2017 gilt das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Es soll den Missbrauch von Zeitarbeit und Werkverträgen eindämmen. Unter anderem sollen Zeitarbeiter höchstens 18 Monate an einen Arbeitgeber ausgeliehen werden und nach neun Monaten den gleichen Lohn wie die Festangestellten des Betriebs bekommen. Eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Zeitarbeiter in Hamburg sind im Schnitt eine Woche länger krankgeschrieben als konventionell Beschäftigte. Während die Beschäftigten in der Hansestadt über alle Branchen hinweg 2016 statistisch gesehen 15 Tage fehlten, waren es bei Zeitarbeitnehmern gut sieben Tage mehr (22,2 Tage).

 

"Zeitarbeit bietet für viele die Chance auf einen Arbeitsplatz, den sie sonst vielleicht nicht bekommen könnten. Gleichzeitig führt Zeitarbeit aber auch zu mehr Stress", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.

 

Psychische Belastung bei Zeitarbeitern groß

Eine frühere Umfrage der TK ergab bereits: Menschen in Zeitarbeit empfinden die Arbeitsplatzunsicherheit, schlechtere Jobperspektiven und die Einkommenssituation als besonders belastend. Ebenso sind Zeitarbeiter wesentlich jünger und üben eher geringer qualifizierte Tätigkeiten aus. "Die Belastung durch die berufliche Unsicherheit gepaart mit dem Stress könnte eine Erklärung für die hohen Fehlzeiten bei Zeitarbeitern sein", so Puttfarcken. "Außerdem verrichten Zeitarbeiter häufig körperlich sehr schwere Tätigkeiten und sind einem höheren Risiko ausgesetzt. Auch dies kann zu hohen Fehlzeiten führen." Menschen in Zeitarbeit fehlten besonders oft aufgrund von Psychischen- und Verhaltensstörungen (5 Tage), Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (4,4 Tage) und Atemwegserkrankungen (3,1 Tage).

 

Betriebliche Gesundheitsförderung greift bei Zeitarbeitern kaum

"Aufgrund der meist kurzen Beschäftigungsdauer von ein paar Monaten greift die betriebliche Gesundheitsförderung bei den Zeitarbeitern kaum", sagt Puttfarcken. "Wir möchten auf die Situation der Zeitarbeiter aufmerksam machen und die Arbeitgeber dazu auffordern, sie in das betriebliche Gesundheitsmanagement einzubeziehen. Hier sind alle Seiten gefragt - die Zeitarbeitsfirmen genauso wie die Firmen, in denen Zeitarbeiter beschäftigt werden."

 

Welche Themen des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Zukunft relevant sein werden, untersucht die Trendstudie "#whatsnext - Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt", die die TK mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (IFBG) und der Haufe Gruppe durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Umfrage werden am 10. Mai 2017 auf einer bundesweiten Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

 

Hinweis an die Redaktion

Mit dem Begriff "Zeitarbeit" wird allgemein die Tätigkeit eines Arbeitnehmers im Rahmen einer befristeten Überlassung (durch ein Zeitarbeitsunternehmen bzw. einen Verleihbetrieb) an einen anderen Arbeitgeber (den Entleiher) bezeichnet. Synonym kann dabei auch, wie in den zugehörigen Gesetzestexten üblich, von "Leiharbeit" gesprochen werden.

 

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2016 in Hamburg fast 32.000 Zeitarbeitnehmer beschäftigt.

 

Die TK wertete die Krankschreibungen der rund 207.000 TK-versicherten Erwerbspersonen für das Jahr 2016 in Hamburg aus.

 

Die Pressekonferenz zur Trendstudie "#whatsnext - Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt" kann auch im Livestream verfolgt werden: presse.tk.de/livestream.

Natalie QuadbeckReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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