TK-Gesundheitsreport 2018: Hamburger sind auffällig lange erwerbslos

Hamburg, 4. Juli 2018. Berufseinsteiger, "Sandwich-Generation" und "Silverager" - jede Phase des Berufslebens hat seine besonderen Herausforderungen. Der Gesundheitsreport 2018 der Techniker Krankenkasse (TK) "Fit oder fertig? Erwerbsbiografien in Deutschland" fokussiert sich auf die einzelnen Phasen des Erwerbslebens und fragt unter anderem: Warum und wie häufig unterbrechen Beschäftigte ihre Berufstätigkeit oder scheiden ganz aus dem Berufsleben aus?

 

"Auffällig ist, dass die Menschen in den Stadtstaaten besonders häufig von einer langen Erwerbslosigkeit betroffen sind. Die Wahrscheinlichkeit hierzu ist in Hamburg im Vergleich zum bundesweiten Schnitt knapp ein Drittel (31,8 Prozent) höher. Nur in Berlin weicht der Wert mit über 50 Prozent noch weiter ab", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Ein weiterer wesentlicher Grund für eine Unterbrechung des Berufslebens in Stadtstaaten ist die Aufnahme eines Zweitstudiums, zeigt der Gesundheitsreport. "In Hamburg machen das fast 20 Prozent mehr als im bundesweiten Schnitt", so Puttfarcken. "Generell lässt sich sagen, dass in Stadtstaaten die Wahrscheinlichkeit für eine Unterbrechung oder Beendigung einer bestehenden Berufstätigkeit am höchsten ist."

 

Jeder Zweite scheidet frühzeitig aus dem Berufsleben aus

Künftig müssen Menschen immer länger im Berufsleben bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass sie möglichst lange gesund und einsatzfähig sind. Jedoch scheidet mehr als jeder Zweite vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Berufsleben aus. Gründe dafür sind zum Beispiel Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung. Viele haben auch bereits genug Berufsjahre zusammen, nehmen aber deutliche finanzielle Einbußen in Kauf, um früher in Rente zu gehen. Im Vergleich unterschreiten Erwerbstätige in Hamburg beim Renteneintrittsalter den bundesweiten Wert um sieben Prozent.

 

"Die Menschen bleiben in Hamburg im Durchschnitt etwas länger im Beruf. Daher ist es besonders für Unternehmen in unserer Stadt wichtig, die älteren Erwerbsgenerationen möglichst lange fit zu halten und in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu investieren. Auch jüngere Arbeitnehmer werden durch attraktive BGM-Angebote angelockt", so die Landeschefin.

 

Gesund arbeiten - aktiv in den Ruhestand

Im Rahmen des BGM entwickelt die TK gemeinsam mit den Firmen individuelle Lösungen, wie die Gesundheit der Mitarbeiter in den einzelnen Lebensphasen gefördert und langfristig erhalten werden kann. Darüber hinaus gibt es auch feste Angebote wie zum Beispiel das dreitägige Seminar "Gesund arbeiten, aktiv in den Ruhestand". Dieses richtet sich gezielt an ältere Berufstätige und vermittelt Inhalte wie "lebenslanges Lernen", "die letzten Jahre im Berufsleben" und "Übergänge aktiv gestalten".

 

Länderreport Hamburg  (PDF, 3,7 MB)

 

Hinweis für die Redaktionen

Aus dem TK-Gesundheitsreport geht außerdem hervor, dass die Menschen in Hamburg besonders häufig wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig sind. Laut den aktuellen AU-Zahlen fallen im Schnitt auf jeden Versicherten 3,36 AU-Tage auf Psychische und Verhaltensstörungen. Das sind 23,7 Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Weniger Fehlzeiten als im bundesweiten Durchschnitt entstehen bei Hamburgern durch Krankheiten des Kreislaufsystems mit 11,4 Prozent.

 

Für den Gesundheitsreport 2018 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der diesjährige Themenschwerpunkt widmet sich der Gesundheit von Erwerbsgenerationen. Die Grundlage dafür bilden die 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 20 bis 65 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren (2013-2017).

Luise ZinkReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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