Tag der Patientensicherheit: Digitalisierung macht Behandlungen sicherer

Frankfurt am Main, 14. September 2018. Kommenden Montag findet der vierte Internationale Tag der Patientensicherheit statt. In diesem Jahr steht der Tag im Zeichen der Digitalisierung. "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Digitalisierung die Patientenversorgung an vielen Stellen besser und vor allem sicherer machen wird", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung Hessen der Techniker Krankenkasse (TK). Big-Data-Anwendungen beispielsweise werden künftig dazu beitragen, dass auch bei diffusen Symptomen die richtige Diagnose schneller gestellt werden kann. Mit Hilfe von elektronischen Medikationsplänen werden schon bald gefährliche Wechselwirkungen erkannt, bevor sie eintreten, und in elektronischen Gesundheitsakten werden alle behandlungsrelevanten Informationen der Patienten zusammenfließen, was Diagnosefindung und Therapien ebenfalls beschleunigen und sicherer machen wird.

 

Mit Online-Tool Fehler erkennen bevor sie passieren

"Vieles ist hier noch Zukunftsmusik, doch es gibt zahlreiche digitale Projekte, die bereits heute dabei helfen, die Patientensicherheit zu verbessern", so Voß. Ein ganz konkretes Beispiel hierfür seien einrichtungsübergreifende elektronische Fehlermeldesysteme für Kliniken. Es handelt sich dabei um Internetportale, auf denen sich Krankenhaus-Mitarbeiter anonym über Fehler und Beinahe-Fehler aus dem klinischen Alltag austauschen können. "Ziel ist, dass Krankenhäuser aus den Berichten der anderen Kliniken lernen und so gleiche oder ähnliche Fehler in ihren Einrichtungen vermeiden", erklärt Voß.

 

Nur 35 Kliniken aus Hessen nehmen teil

Von den ca. 140 Kliniken in Hessen beteiligen sich aktuell aber nur etwa 35 an einem solchen Fehlermeldesystem. "Das ist äußerst bedauerlich, denn einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme sind ein sehr gutes Instrument für die Krankenhäuser, um Qualitätsmängel rechtzeitig zu erkennen, noch bevor ein Patient zu Schaden kommt." Aus Sicht der TK sollte die Teilnahme an einem solchen System daher verpflichtend für die Krankenhäuser sein.

 

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) schätzt, dass es jedes Jahr bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Krankenhausbehandlungen zu einem "unerwünschten Ereignis" kommt. Die Palette reicht dabei von einer allergischen Reaktion auf ein Medikament, über die Infektion mit einem Klinikkeim bis hin zu Fehldiagnosen. Das APS geht davon aus, dass etwa jedes zweite unerwünschte Ereignis vermeidbar wäre.

Julian AbbReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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