Behandlungsfehler: TK zählt 20 Prozent mehr Verdachtsfälle in NRW

Düsseldorf, 20. März 2017. Die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat im vergangenen Jahr 1074 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler bei ihren Versicherten verzeichnet. Das ist ein Anstieg um circa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders viele Fälle (353) beobachtete die Krankenkasse im chirurgischen Bereich, dahinter folgen Zahnmediziner (145), Allgemeinmediziner (99 Fälle) und Orthopäden (85 Fälle). Im vergangenen Jahr hat die TK in NRW rund 3,5 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.

 

Aus einem Anfangsverdacht einen tatsächlichen Fehler zu identifizieren, bleibt eine Herausforderung. Günter van Aalst, Leiter der TK Landesvertretung in NRW: "Häufig können die Versicherten schwer erkennen, ob ein Krankheitsverlauf schicksalhaft ist oder ob die Ärzte und Pflegekräfte einen Fehler gemacht haben." Gleichzeitig gehe er davon aus, dass es noch eine hohe Dunkelziffer gebe, sagte van Aalst. "Viele Patienten wissen immer noch nicht, an wen sie sich im Zweifel wenden können."

 

Kürzere Verfahrenszeiten und frühzeitige Entschädigungen notwendig

Hat ein Patient das Gefühl, bei seiner Behandlung ist ein Fehler unterlaufen, sollte er zuerst das Gespräch mit seinem Arzt suchen. Werden die Zweifel nicht ausgeräumt, kann er sich an seine Krankenkasse wenden. Sie  berät und unterstützt den Versicherten - auch bei eventuellen Klageverfahren. "Leider ist die Verfahrensdauer in der Regel viel zu lang. In schweren Fällen können Versicherte nach einem Behandlungsfehler nicht mehr arbeiten und sind in ihrer finanziellen Existenz bedroht", erklärt Günter van Aalst. Dennoch warten die Betroffenen häufig 5 - 10 Jahre, bis klar ist, ob sie Schadensersatz erhalten. "Die Verfahren müssen viel schneller abgewickelt und die Betroffenen frühzeitig entschädigt werden. Der Gesetzgeber muss verhindern, dass Haftpflichtversicherungen auf Zeit spielen und die Patienten teilweise aus reiner Finanznot zu schlechten Kompromissen zwingen", so der TK-Landeschef.

Andrea HilberathReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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