Gesundheitsreport RLP: Fit oder fertig? - Jeder zweite arbeitet nicht bis zum Rentenalter

Mainz, 4. Juli 2018. Gut zwei Drittel (69 Prozent) der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten rheinland-pfälzischen Erwerbstätigen waren von 2013 bis 2017 kontinuierlich beschäftigt. Rheinland-Pfalz liegt damit - gemeinsam mit Sachsen-Anhalt - an zweiter Stelle aller Bundesländer und 1,6 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Dies ist das Ergebnis des Gesundheitsreports 2018 der TK, der sich in diesem Jahr mit dem Schwerpunktthema "Fit oder fertig? Erwerbsbiografien in Deutschland" befasst.

 

Hauptgrund für kontinuierliche Beschäftigung ist die relativ geringe Arbeitslosigkeit. Im oben genannten Zeitraum waren 13,7 Prozent der rheinland-pfälzischen Erwerbstätigen mindestens einen Tag arbeitslos (Bundesdurchschnitt 15,2 Prozent), 3,7 Prozent der TK-versicherten Arbeitnehmer bezogen innerhalb der fünf Jahre an mindestens 365 Tagen Arbeitslosengeld (Bund: 4,3 Prozent). Etwa gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt liegt Rheinland-Pfalz bei dem Anteil der Erwerbstätigen, die Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente (1,4 Prozent) oder Altersrente (5,2 Prozent) erhielten

 

Jeder Zweite scheidet vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus

"Unser aktueller Gesundheitsreport zeigt auf, dass mehr als jeder Zweite vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheidet, darunter jeder Siebte aufgrund von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder von Schwerbehinderung", erläutert TK-Landeschef Jörn Simon die ausgewerteten Zahlen. "Um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen, ist es wichtig, dass die Menschen möglichst lange gesund bleiben. Hier gibt es noch viel zu tun, und das geht nur gemeinsam mit den Arbeitgebern. Als Krankenkasse sind wir in der Lage, Expertise beizusteuern, beispielsweise in Form des Betrieblichen Gesundheitsmanagements."

 

Der Krankenstand in Rheinland-Pfalz lag im Jahr 2017 mit 4,32 Prozent (entsprechend 15,8 Fehltage) je versicherter Erwerbsperson 4,3 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 4,14 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten im Land damit insgesamt um 0,6 Prozent gesunken. "Dieser Rückgang ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass es in 2017 2,3 Prozent weniger Krankheitstage aufgrund von Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems gab", so TK-Landeschef Jörn Simon. "Trotzdem lagen wir hier noch 8,7 Prozent über dem Durchschnitt aller Länder."

 

Fast jede siebte Krankschreibung aufgrund von akuten Atemwegsinfektionen

Gesunken ist auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeits(AU)-Fälle in RLP: Jeder Erwerbstätige war durchschnittlich 1,2 Mal im Jahr krankgeschrieben - ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast 15 Prozent dieser Krankschreibungen geht zurück auf akute Infektionen der oberen Atemwege. "Dazu zählen auch die klassische Erkältung oder Grippeerkrankungen", erläutert der TK-Landeschef. Auf hohem Niveau und leicht über dem Bundesdurchschnitt stagnieren die AU-Fälle aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen mit etwa 6,5 Fällen je 100 Versicherte.

 

Über den bundesweiten Durchschnittswerten lagen auch die Arzneiverordnungen in Rheinland-Pfalz. Jede bei der TK versicherte Erwerbsperson hatte durchschnittlich 3,3 Arztkontakte (bundesweit 3,1) und erhielt 4,8 Präparate mit insgesamt 264 Tagesdosen. Die Zahl der verordneten Präparate lag um 8,1 Prozent und die der Tagesdosen um 6,7 Prozent über den bundesweit ermittelten Ergebnissen. Überdurchschnittlich verordnet wurden in Rheinland-Pfalz insbesondere systemische Hormonpräparate, Medikamente zur Behandlung des Muskel- und Skelettsystems sowie Magen-Darm- als auch Stoffwechselpräparate.

Hintergrund

Für den Gesundheitsreport 2018 wertete die TK Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, davon 229.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der diesjährige Schwerpunkt widmet sich unter dem Titel "Fit oder fertig? Erwerbsbiografien in Deutschland" der Gesundheit von Erwerbsgenerationen. Die Grundlage dafür bilden die 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 20 bis 65 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren (2013-2017).

 

Cornelia BenzingReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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