Rheinland-Pfälzer schlucken mehr verschreibungspflichtige Pillen als der Bundesdurchschnitt

Mainz, 2. August 2018. Die Rheinland-Pfälzer haben im vergangenen Jahr im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich mehr Medikamente verordnet bekommen. In ihrem aktuellen Gesundheitsreport hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz zwanzig Medikamentengruppen ausgewertet, die rund neunzig Prozent aller Verordnungen ausmachen. Insgesamt wurden innerhalb dieser Arzneimittelgruppen pro Kopf durchschnittlich 264 Tagesdosen verordnet. Das bedeutet, dass statistisch jeder bei der TK versicherte Erwerbstätige über zwei Drittel des Jahres Medikamente eingenommen hat. Bundesweit waren es nur Medikamente für 247 Tage - ein Unterschied von 6,7 Prozent.

 

Zwei Drittel der Medikamente werden gegen Bluthochdruck und Herzbeschwerden verschrieben

Einen großen Anteil von fast einem Drittel aller Tagesdosen machen vier Medikamentengruppen aus, die unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen eingesetzt werden. Auch hier wurde den Rheinland-Pfälzern 6,6 Prozent mehr an Tagesdosen verordnet als im Bundesdurchschnitt.

 

Weit über dem Mittel liegen in Rheinland-Pfalz Kortison-Präparate (24,2 Prozent), Medikamente zur Schilddrüsentherapie (15,2 Prozent), Antibiotika (14,5 Prozent) sowie Antacida, die unter anderem gegen Reflux und Magengeschwüre verabreicht werden (13,8 Prozent). Dagegen wurden insbesondere Allergene von deutlich geringerem Umfang als im Bundesdurchschnitt verordnet (-23,7 Prozent).

 

Große Unterschiede sind auffällig, aber nicht erklärbar

"Die großen Unterschiede bei der Verordnung bestimmter Medikamente sind auffällig, aber auf den ersten Blick nicht erklärbar", sagt Jörn Simon, Leiter die TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Die Zahl der Tagesdosen liegt in Rheinland-Pfalz bei 17 von 20 Medikamentengruppen über dem Durchschnitt", so Simon weiter. Dies sei schon bemerkenswert. Kritisch bewertet Simon, dass auf Arzneimittel immer noch der volle Mehrwertsteuersatz (19%) erhoben wird, während der Fiskus beispielsweise bei Schnittblumen nur sieben Prozent nimmt.

Hintergrund

Für den Gesundheitsreport 2018 wertete die TK Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, davon 229.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Cornelia BenzingReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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