Demenz: Nur jeder vierte Betroffene in Rheinland-Pfalz erhält notwendige Medikamente

Mainz, 30. Oktober 2018. Nur jeder vierte Demenzkranke in Rheinland-Pfalz wird mit einem Antidementivum behandelt. Die große Mehrheit erhält lediglich Beruhigungsmittel wie Neuroleptika und Benzodiazepinen oder gar keine medikamentöse Therapie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen des TK-Innovationsreports 2018. " Unsere Daten zeigen, dass von rund 80.000 Demenzkranken in Rheinland-Pfalz 60.000 unter einer massiven Fehlversorgung leiden. Die derzeitig verfügbaren Medikamente gegen Alzheimer-Demenz können den Krankheitsprozess zwar nicht aufhalten, aber verlangsamen. Deshalb ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich verordnet werden, da so eine Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden kann", fordert Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

 

Ruhig gestellt statt richtig behandelt?

Die hohe Verschreibungsquote von Beruhigungsmitteln und gleichzeitige Unterversorgung mit Antidementiva lasse sich nicht mit medizinischen Leitlinien erklären. "Hier liegt der Verdacht nahe, dass demente Menschen ruhig gestellt werden, statt sie richtig zu behandeln“, erklärt Simon. Es sei im Interesse jedes einzelnen Patienten, seiner Angehörigen und auch der Gesellschaft, dass Betroffene so gut wie möglich medikamentös versorgt würden.

 

Alzheimerforschung tritt auf der Stelle

Bedauerlicherweise trete die Entwicklung neuer Wirkstoffe, die Alzheimerdemenz stoppen können, auf der Stelle, ergänzt Simon. "Wie im Report zu lesen ist, ist die Misserfolgsrate recht hoch. Von Medikamenten, die von 2002 bis 2012 klinisch erprobt wurden, waren 99,6 Prozent nicht besser wirksam als die bereits verfügbaren", sagt Simon. Große Pharmafirmen hätten sich bereits aufgrund der Rückschläge aus der Alzheimerforschung zurückgezogen. "Die Zahl der Betroffenen wird aufgrund der höheren Lebenserwartung weiter ansteigen. Wir dürfen deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken und müssen weiter nach einem wirkungsvollen Medikament forschen", fordert Simon.

Cornelia BenzingReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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