Höhere Fehlzeiten bei Zeitarbeit

Dresden, 14. Juni 2017. Zeitarbeiter in Sachsen haben höhere krankheitsbedingte Fehlzeiten als konventionell Beschäftigte. Mit durchschnittlich 20,6 Fehltagen waren sie im vergangenen Jahr etwa 5,5 Tage mehr krankgeschrieben. Die Diskrepanz ist jedoch geringer als im Bundesdurchschnitt (5,7 Tage). Am höchsten ist der Unterschied mit 10,1 Tagen im Saarland und am geringsten in Hessen mit nur 4,3 Tagen. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen.

 

Die meisten Fehltage fielen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Durchschnittlich 4,9 Tage fehlten sächsischen Zeitarbeitnehmer aufgrund von Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen und ähnlichem. Im Vergleich zu anderen Beschäftigten (2,5 Tage) fehlten sie damit fast die doppelte Zeit. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind die meisten Zeitarbeiter in den Branchen Logistik, Güterumschlag und Metallbau tätig.

 

Frauen weniger unter Druck

Eine Ausnahme stellen psychische Erkrankungen bei sächsischen Zeitarbeiterinnen dar. Mit 2,4 Tagen fehlten sie aufgrund psychischer Diagnosen 22 Prozent weniger als ihre Kolleginnen in anderen Anstellungsverhältnissen. "Offensichtlich kommen sächsische Frauen mit Zeitarbeit besser zurecht. Vielleicht sehen sie die Beschäftigung mehr als Chance, um im Berufsleben einen neuen Platz zu finden", erklärt Simone Hartmann, Leiterin TK-Landesvertretung in Sachsen. Im Gegensatz dazu fehlten männliche Zeitarbeitnehmer mit 2,7 Tagen einen Tag länger als Männer in anderen Beschäftigungsverhältnissen (1,7 Tage). 

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Chance nutzen

Simone Hartmann: "Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu stärken. Deshalb empfehlen wir Arbeitgebern, die Zeitarbeiter mit in diesen Entwicklungsprozess einzubeziehen. Hier sind die Zeitarbeitsfirmen genauso wie die Unternehmen, in denen Zeitarbeiter beschäftigt werden, gefragt."

 

Hinweis an die Redaktion

Mit dem Begriff "Zeitarbeit" wird allgemein die Tätigkeit eines Arbeitnehmers im Rahmen einer befristeten Überlassung (durch ein Zeitarbeitsunternehmen bzw. einen Verleihbetrieb) an einen anderen Arbeitgeber (den Entleiher) bezeichnet. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2016 in Sachsen rund 56.100 Zeitarbeitnehmer - 41.000 Männer und 15.100 Frauen - beschäftigt.

 

Annett BöttcherReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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