Pilotprojekt in Schleswig-Holstein: Digitale Krankschreibung

Kiel, 6. Oktober 2017. Wer sich schon mal vom Arzt krankschreiben lassen musste, kennt es: das DIN-A5-Formular mit den zwei Durchschlägen. Ein Exemplar behält der Patient, die beiden anderen Ausdrucke muss er per Post an Arbeitgeber und Krankenkasse schicken. Das ist umständlich, kostet Zeit und Geld.

 

Datenautobahn statt Postweg

Mit einem Pilotprojekt zu digitalen Krankschreibungen wollen die Techniker Krankenkasse (TK) und der Softwarehersteller MediSoftware Arztpraxen und Versicherte in Schleswig-Holstein entlasten. Seit dem 1. Oktober 2017 können Mediziner mit einem einfachen Mausklick in der Praxissoftware eine elektronische Nachricht an die Krankenkasse auslösen, teilte die Kasse mit. „Die TK bekommt dadurch die Krankmeldung innerhalb von Sekundenbruchteilen. Der Patient spart sich das Briefporto oder das Hochladen der Krankschreibung per Internet und die Arztpraxis kann sich den Ausdruck des sogenannten gelben Scheins sparen", erklärt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. „Das neue digitale Verfahren ist letztlich für alle Beteiligten einfacher, schneller und preiswerter.“

 

225 Millionen bedruckte Blätter für Krankschreibungen

Bisher muss der Arzt für seine Patienten bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein DIN-A5-Formular in dreifacher Ausfertigung drucken. Bei 75 Millionen Krankschreibungen im vergangenen Jahr fielen so insgesamt 225 Millionen DIN-A5-Blätter in Deutschlands Arztpraxen an. Brunkhorst: „Der Ausdruck für die Krankenkasse entfällt bei unserem Projekt. Als nächsten Schritt arbeiten wir bereits an einer Lösung für die elektronische Information an den Arbeitgeber. Die Digitalisierung bietet große Chancen, das Gesundheitswesen effizienter und besser zu machen. Als TK sehen wir unsere Aufgabe darin, diese Entwicklung voranzutreiben.“

 

Unnötiger Aufwand durch Papier

„Mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wollen wir nicht nur den enormen Papieraufwand und die Druckkosten vermeiden. Auch das anschließende Einscannen der eingehenden Bescheinigungen bei der TK fällt weg“, verdeutlicht Brunkhorst. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung im Gesundheitswesen."

 

Über 500 Ärzte in Schleswig-Holstein können teilnehmen

An dem Pilotprojekt können über 500 niedergelassene Ärzte in Schleswig-Holstein teilnehmen, die das Praxisprogramm MediSoftware nutzen und zusätzlich ein Konto beim digitalen Dienst SafeMail der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) haben. „Die Krankmeldung wird von der Praxissoftware automatisch verschlüsselt mit einer elektronischen Signatur versehen und läuft dann über das sichere Datennetz der KVSH und einen Datenserver des Ersatzkassenverbands an die TK. So wird ein zukunftssicherer Arbeitsfluss garantiert", erklärt Jan Meincke, Geschäftsführer von MediSoftware.

 

Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, begrüßt das Projekt: „Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt zum weiteren Abbau von Bürokratie in den Arztpraxen. Man kann nur hoffen, dass sich bald andere Krankenkassen der elektronischen AU anschließen.“

Volker ClasenReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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