Schlaflos in Digitalien: Onlinekonsum gefährdet Nachtruhe

Kiel, 4. Januar 2018. Fast 40 Prozent der Norddeutschen finden abends häufig nicht in den Schlaf, weil sie noch lange fernsehen. Das ergab die Studie "Schlaf gut, Deutschland." der Techniker Krankenkasse (TK). Auch gab fast jeder Dritte an, noch lange vor dem Schlafen gehen im Internet zu surfen, zu chatten oder sich mit Computerspielen zu vergnügen. Das Problem: Viele vergessen die Zeit, wenn sie online sind.

 

Smartphone stört bei jedem Zehnten die Nachtruhe

Jeder zehnte Norddeutsche gibt an, sich häufig durch das Handy auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen stören zu lassen, bei den Jüngeren sind es deutlich mehr. "Unser Schlafverhalten wird durch das blaue Licht von Smartphones und Tablets gestört. Wer vor dem Schlafen noch eben Social-Media-Plattformen nutzt oder auf Streaming Portalen eine Episode der Lieblingsserie schaut, riskiert eine um 55 Prozent gesenkte Melatonin-Produktion. Damit wird die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst", erklärt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung. "Die Einschlafphase dauert länger und die Zeit, in der das Gehirn kognitive Eindrücke verarbeitet, ist weniger intensiv."

 

Selbst für gesunden Schlaf sorgen

Wichtig hierbei ist es zu unterscheiden zwischen den Schlafräubern, die man allein kaum in der Hand hat und denen, die jeder selbst beeinflussen kann. Erstere erfordern entsprechende Gegenmaßnahmen seitens der Gesundheits- und Unternehmenspolitik, z.B. optimierte Arbeitszeitmodelle. Letztere sind ein Appell an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Schon mit kleinen Lebensstilveränderungen, wie nachts das Handy auszuschalten oder auf Flugmodus zu stellen, kann man viel erreichen.
So üben auch 61 Prozent der Norddeutschen Selbstkritik: Sie würden am ehesten Zeit beim Fernsehen einsparen, um mehr schlafen zu können. Die Hälfte möchte Internetaktivitäten und Computerspiele durch mehr Schlaf ersetzen.

 

Schlafmittel kaum Option

Um besser schlafen zu können, nimmt nur eine kleine Minderheit von zwei Prozent der Norddeutschen Schlaftabletten ein. Davon weist jedoch jeder Zweite einen problematischen Konsum von Schlafmitteln täglich oder mehrmals die Woche auf. "Die Mehrheit zeigt offenbar ein Bewusstsein dafür, dass Schlafmittel nur kurzfristig helfen, nicht aber bei jobbedingten Schlafproblemen. Denn die Wirkung lässt auf Dauer nach und es besteht die Gefahr der körperlichen Abhängigkeit. Zudem können Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen und Benommenheit auftreten", erklärt Brunkhorst. Bei langfristigen Schlafproblemen wird empfohlen einen Arzt aufzusuchen. So geben acht Prozent der Norddeutschen an, in den letzten fünf Jahren schon einmal wegen Schlafproblemen beim Arzt gewesen zu sein. Die Hälfte gab an, dass die Behandlung erfolgreich verlief.

 

Hilfe bei Schlafproblemen bietet die TK mit ihrem neuen Online-Schlaftraining.

 

Hinweis an die Redaktion

Für die Studie "Schlaf gut, Deutschland." befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli 2017 im Auftrag der TK einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland zu ihrem Schlafverhalten. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einem 48-seitigen Studienband zusammengefasst und stehen unter presse.tk.de zum kostenlosen Download (Webcode 962468). Die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden in der Studie zusammengefasst.

Volker ClasenReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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