TK zählt mehr Behandlungsfehler in Schleswig-Holstein

Kiel, 9. März 2018. Wenn Ärzte Fehler machen, hat das für die betroffenen Patienten meist schwerwiegende Folgen. In Schleswig-Holstein ist die Zahl der vermuteten Behandlungsfehler erneut gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

 

Waren es im Jahr 2016 noch 228 TK-Versicherte, die bei sich eine falsche Behandlung vermuteten, ist die Zahl im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent auf 246 Patienten gestiegen. Bundesweit verzeichnet die TK einen Anstieg um 16 Prozent auf 5.500 Fälle vermuteter Behandlungsfehler. Insgesamt 15 Millionen Euro hat die Krankenkasse im vergangenen Jahr von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.

 

Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, betont, dass sich nicht jeder Verdachtsfall im Laufe der Überprüfung bestätigt: "Für medizinische Laien ist es häufig schwer einzuschätzen, ob ein Krankheitsverlauf schicksalhaft ist, oder ob er auf einen Fehler des Arztes oder der Pfleger zurückzuführen ist. Aber wenn Fehler gemacht werden, hat das für die betroffenen Patienten meist schwerwiegende Folgen." Die TK hat in den letzten Jahren ihre Versicherten intensiv über Hilfsangebote für Betroffene bei möglichen Fehlbehandlungen informiert. "Patienten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher", so Brunkhorst.

 

Die meisten Fälle kommen aus der Chirurgie

Die meisten Beschwerden gab es über Behandlungen beim Chirurgen. Danach folgten Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Orthopäden. Trotz des erneuten Anstiegs der vermuteten Behandlungsfehler geht der TK-Landeschef aber fest davon aus, dass sich die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern und Arztpraxen im Land nicht verschlechtert hat.

 

Beratungstelefon und Online-Lotse der TK hilft Patienten

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Online-Lotsen (www.tk.de, Webcode 132622) und einer Beratungsbroschüre (Webcode 821320). Sollte sich der Verdacht erhärten, kann die Krankenkasse medizinische Gutachten erstellen lassen. Diese sind für die Versicherten in der Regel kostenfrei und können von ihnen auch für Schadensersatz-Verhandlungen mit dem Arzt, dem Krankenhaus, der zuständigen Haftpflichtversicherung oder vor Gericht genutzt werden. Entscheidet sich die Krankenkasse für eine Klage, dann kann der Versicherte den Ausgang des Gerichtsverfahrens abwarten und anschließend überlegen, ob eine eigene Klage Aussicht auf Erfolg hat.

 

Gesetze müssen Patienten stärker schützen

Die deutschen Gesetze müssten nach Ansicht von TK-Leiter Brunkhorst wesentlich stärker die Patienten schützen. "Derzeit muss ein Patient beweisen, dass ein Arzt einen Fehler begangen hat oder dass ein Medizinprodukt fehlerhaft ist. Für mehr Sicherheit in der medizinischen Versorgung müssen wir endlich die Interessen der Patienten in das Zentrum des deutschen Rechts stellen", fordert Brunkhorst. "Auch die Justiz muss den Sachverstand auf diesem Feld ausbauen. Spezialkammern an den Gerichten und Richter, die auf diesem Feld eine eigene Expertise und Erfahrung haben, könnten die Laufzeit dieser Verfahren deutlich verringern."

Volker ClasenReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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