Cannabis: SH bei Verordnungen im Mittelfeld

Kiel, 17. Mai 2018. Schleswig-Holstein liegt bei Verordnungen von medizinischem Cannabis mit 120 Rezepten je 100.000 Versicherten knapp über dem Durchschnitt aller Bundesländer (118 Verordnungen). Das zeigt der neue Cannabis-Report der Techniker-Krankenkasse (TK), der heute in Berlin vorgestellt wurde. Spitzenreiter ist das Saarland mit 209 ärztlichen Verordnungen vor Bayern mit 156 und Baden-Württemberg mit 152 Rezepten. Der Report zeigte dabei, dass medizinisches Cannabis nur selten eine Alternative zu den bewährten Therapien ist, aber Patienten im Einzelfall helfen kann.

 

"Schleswig-Holstein liegt bei den Cannabis-Verordnungen im bundesweiten Vergleich auf Platz sieben", sagt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. "Seit Änderung der Gesetzgebung Anfang 2017 sind bundesweit bei der TK rund 2900 Anträge auf Kostenübernahme eingegangen. Die TK hat dafür 2,3 Millionen Euro* ausgegeben. Verglichen mit anderen Arzneimitteln, die neu auf den deutschen Markt kommen, ist das nicht auffällig hoch. Dennoch plädieren wir dafür, dass die  Debatte sachlich geführt wird. Dazu gehört auch, über mögliche Nebenwirkungen und die Studienlage zu sprechen ", so Brunkhorst weiter. Die Gesamtausgaben für Arzneimittel betrugen 2016 fast vier Milliarden Euro.

 

Norddeutsche befürworten den Einsatz von medizinischem Cannabis

Neun von zehn Norddeutschen befürworten den Einsatz von medizinischem Cannabis bei der Behandlung von schweren Erkrankungen. Fast die Hälfte würde die Cannabis-Therapie sogar bei leichten Erkrankungen zulassen. Eine mögliche Erklärung für den starken Rückhalt in der Bevölkerung sehe Brunkhorst darin, dass 61 Prozent der Schleswig-Holsteiner Cannabis aufgrund seines pflanzlichen Ursprungs für ein gutes Medikament halte. "Dabei unterliegt der Wirkstoffgehalt von Cannabisblüten großen Schwankungen. Dies erschwert die Dosierung und kann den Therapieerfolg gefährden. Daher sind Fertigarzneimittel wie Sativex oder Dronabinol in der Praxis häufig überlegen", erklärt der Landeschef.

 

*Ohne Fertigarzneimittel, nur Cannabisblüten und Dronabiolrezepturen

 

Sativex: Fertigarzneimittel, das als Spray in den Rachen gesprüht wird

Dronabinol: Öl, das teilsynthetisches THC erhält

Hinweis an die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im April 2018 bevölkerungsrepräsentativ 1.007 Erwachsene in Deutschland zum Thema Cannabis als Medizin befragt.

 

Unter dem Begriff Norddeutschland werden die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gefasst.

 

Für den Cannabis-Report, den die Techniker Krankenkasse zusammen mit der Universität Bremen erstellt hat, wurden die Verordnungszahlen des vergangenen Jahres ausgewertet. Der Cannabis-Report soll Ärzten und Patienten eine Orientierung bieten und Mythen um die Cannabis-Therapie ausräumen.

 

Jana WaltherReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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