Acht von zehn Rücken-Operationen sind überflüssig

Kiel, 11. September 2018. Bei Rückenproblemen gleich unters Messer legen? Das muss oft nicht sein. Denn acht von zehn Rücken-Operationen sind gar nicht nötig. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Zweitmeinungsangebots der Techniker Krankenkasse (TK).  Bei diesem können Betroffene vom Schmerzexperten prüfen lassen, ob eine OP tatsächlich notwendig ist. 79 Prozent der Teilnehmer bekamen dabei die Empfehlung, sich konservativ - beispielsweise mit Krankengymnastik - behandeln zu lassen und kamen dauerhaft ohne Operation aus.   

 

In Schleswig-Holstein konnten durch das Zweitmeinungsangebot mehr als hundert Rücken-Operationen in den letzten Jahren vermieden werden. "Eine OP bringt auch immer Risiken mit sich. Daher ist es enorm wichtig, dass nur operiert wird, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt", betont Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK in Schleswig-Holstein. "Wenn ein größerer operativer Eingriff bevorsteht, hilft eine zweite ärztliche Meinung, die Chancen und Risiken besser abzuschätzen."

 

Netzwerk mit Schmerzkliniken

Im Rahmen des TK-Projekts zum Zweitmeinungsverfahren, das kürzlich um Hüfte, Knie und Schulter erweitert wurde, können sich Versicherte vor einem geplanten Eingriff kostenlos eine professionelle zweite Meinung von einem Team aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten einholen. Die Patienten bekommen bei Bedarf innerhalb von zwei Tagen einen Termin und können in einem der bundesweit rund 30 Schmerzzentren ihre OP-Empfehlung überprüfen lassen.

 

Fehltage aufgrund von Rückenproblemen

Rückenschmerzen sind im Norden weit verbreitet. Das spiegelt sich in den Fehlzeiten der Beschäftigten wider. Der TK-Gesundheitsreport 2018 zeigt: Gut jeder elfte Krankschreibungstag ist auf Rückenschmerzen zurückzuführen (8,8 Prozent). Jeder Beschäftigte fehlte im Jahr 2017 durchschnittlich 1,4 Tage aufgrund der Diagnose "Rückenschmerzen". 

 

Fast jeder dritte Erwachsene gab im Rahmen einer repräsentativen Meinungsumfrage für die TK-Bewegungsstudie 2016 an, ständig oder oft Rückenbeschwerden zu haben. Etwa ein Drittel hat ab und zu Probleme mit dem Kreuz. Auch jüngere Menschen sind betroffen. 40 Prozent der 19- bis 39-Jährigen gaben an, häufig oder dauerhaft unter Beschwerden des Bewegungsapparats zu leiden. Um schmerzhaften Problemen mit dem Rücken vorzubeugen, hilft Bewegung. Die TK-Bewegungsstudie hat gezeigt, dass jeder vierte Antisportler ständig an Rückenschmerzen leidet. Bei den Gelegenheitssportlern mit wenigstens einer Stunde Sport pro Woche sind es nur 15 Prozent.

Jana WaltherReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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