Seltener Antibiotika bei Erkältung

Erfurt, 2. Oktober 2017. Mehr als jeder vierte Beschäftigte, der in Thüringen 2016 erkältungsbedingt krankgeschrieben war, hat Antibiotika verschrieben bekommen. Darauf macht die Techniker Krankenkasse (TK) aufmerksam und stützt sich auf kasseneigene Daten. Allerdings wird nur ein geringer Anteil der Erkältungsinfekte von Bakterien verursacht. Die meisten Erkältungen mit Symptomen wie Schnupfen, Husten und Halsschmerz werden durch Viren hervorgerufen, gegen die Antibiotika nicht wirken.

 

Ein falscher und übermäßiger Einsatz von Antibiotika birgt Risiken. Es können sich multiresistente Erreger (MRE) bilden, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken. "Deshalb ist es positiv zu werten, dass die niedergelassenen Ärzte in Thüringen beim Verschreiben von Antibiotika bei Erkältungskrankheiten etwas zurückhaltender geworden sind", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

 

In 2 Jahren 5 Prozentpunkte weniger Verordnungen

Mit 27,3 Prozent lag die Verordnungsrate von Antibiotika bei Erkältungskrankheiten vergangenes Jahr 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert aus dem Jahr 2015. Im Jahr 2014 wurden noch 33,2 Prozent der erkältungsbedingt krankgeschriebenen Thüringerinnen und Thüringer Antibiotika verschrieben.

 

Im Saarland wurden 2016 am häufigsten Antibiotika an erkältungsbedingt krankgeschriebene Menschen verschrieben, dort liegt der Wert bei 37,6 Prozent. Zurückhaltender sind die Ärzte beispielsweise in Bremen (20,8 Prozent) oder in Berlin (21 Prozent). Der bundesweite Schnitt liegt mit 26,7 Prozent leicht unter dem Thüringens.

 

Informierte Patienten - wichtiger Baustein gegen Antibiotikaresistenzen

"Auch die Patientinnen und Patienten tragen Verantwortung und sollten den Empfehlungen des Arztes folgen" sagt Dressel. Eine zu kurze Therapiedauer, zum Beispiel wenn ein Erkrankter das Antibiotikum nach eigenem Ermessen absetzt, könne ebenso zur Resistenzbildung führen wie eine zu häufige beziehungsweise unnötige Einnahme.

 

Zudem können Patienten selbst viel dafür tun, um sich zu schützen und zu verhindern, dass sich multiresistente Erreger weiter ausbreiten. Diese Maßnahmen reichen vom Reinigen des Smartphones über die Sauberkeit in der Küche bis hin zur Krankenhaushygiene.

 

Die TK bietet auf ihren Internetseiten ein Informationspaket zu MRE an. Es umfasst Hinweise zum richtigen Umgang mit Antibiotika, einen Erklärfilm, Experten-Interviews, einen Online-Test, um das eigene MRE-Risiko zu ermitteln, sowie Hygieneempfehlungen. Ein Video-Clip zum Thema Handy und Hygiene ergänzt das Angebot im Netz. Das Informationskonzept wurde von Hygieneexperten der Berliner Charité und dem Wissenschaftlichen Institut der TK entwickelt.

Hinweis an die Redaktion

Bei den Daten zu den Antibiotikaverordnungen handelt es sich um Daten aus dem TK-Gesundheitsreport 2017. Grundlage des Berichts sind Auswertungen zu 4,8 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I. Die in der Meldung genannten Daten beziehen sich auf Beschäftigte. Der Länderreport Thüringen 2017 ist ebenfalls online einsehbar.

Christiane Haun-AnderleReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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