Vier von zehn Thüringer Senioren nehmen fünf Medikamente oder mehr

Erfurt, 26. Oktober 2017. Vier von zehn Thüringer Senioren (39,6 Prozent) bekommen regelmäßig fünf oder mehr Medikamente verordnet. Das zeigen Auswertungen von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK). Über alle Altersgruppen gerechnet nimmt etwa jeder sechste TK-Versicherte (17,7 Prozent) im Freistaat mindestens fünf Medikamente.

 

Unerwünschte Nebenwirkungen durch Wirkstoffmix

Je mehr Medikamente ein Patient nimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Wechsel- und Nebenwirkungen. Dazu zählen Schwindel, Gangunsicherheit, Sturzgefahr, Nierenschäden oder Magenblutungen. "Deswegen ist es wichtig, dass die behandelnden Ärzte und Apotheker einen Überblick über alle verordneten Medikamente haben", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

 

Besonders ältere Menschen sind anfällig für Neben- oder Wechselwirkungen von Arzneien. Ihre Organe arbeiten langsamer und dementsprechend werden Wirkstoffe nicht mehr so gut aufgenommen beziehungsweise abgebaut.

 

Elektronischer Medikationsplan für mehr Patientensicherheit

Patienten, die mindestens drei Medikamente nehmen, haben seit Oktober 2016 gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan. Er wird in Papierform vom Hausarzt erstellt und von Fachärzten sowie Apothekern aktualisiert. Geplant ist, den Medikationsplan ab dem kommenden Jahr in elektronischer Form anzubieten.

 

"Der elektronische Medikationsplan ist ein längst überfälliger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie - ganz besonders für chronisch Kranke und ältere Patienten", sagt Dressel. "Die Gefahren, die von der sogenannten Multimedikation ausgehen können, sind seit Jahren bekannt."

 

Künftig soll der Medikationsplan Teil einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA) werden. Die TK erarbeitet derzeit ein solches Angebot für ihre Versicherten. Auf der eGA sollen klassische medizinische Daten wie zum Beispiel ambulante Diagnosen, Krankenhausbefunde, Röntgenbilder und auch verordnete Arzneimittel sicher gebündelt sein. "Wichtig dabei ist, dass ausschließlich die Versicherten die Hoheit über ihre Daten auf der elektronischen Gesundheitsakte haben", sagt Dressel. "Sie allein entscheiden, wer welche Daten lesen darf und können sogar selbst Daten ergänzen."

Hinweis an die Redaktion

Bei den Auswertungen von TK-Versichertendaten wurden nur diejenigen Patienten gezählt, die in mindestens zwei Quartalen fünf oder mehr Medikamente verordnet bekamen.

 

Christiane Haun-AnderleReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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