Mehr Keuchhusten-Erkrankungen in Thüringen

Erfurt, 29. November 2017. Bis Anfang November dieses Jahres wurden in Thüringen 644 Keuchhusten-Erkrankungen gemeldet, rund 10 Prozent mehr als im selben Vorjahreszeitraum (584 Meldungen). Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und bezieht sich auf aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

 

Anstieg der Erkrankungen in Nachbarländern noch deutlicher

Im gesamten Bundesgebiet meldeten Ärzte bis zur 44. Kalenderwoche 13.925 Keuchhusten-Erkrankungen. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. In Sachsen sind die Meldungen um 63 Prozent gestiegen. In Sachsen-Anhalt haben sie sich mehr als verdoppelt.

 

"Die Keuchhusten-Erkrankungen sind zwar in Thüringen unterdurchschnittlich gestiegen, allerdings liegt der Ausgangswert im Freistaat schon verhältnismäßig hoch", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. In Baden-Württemberg zum Beispiel wurden 1.249 Fälle dokumentiert, also etwa doppelt so viele wie im Freistaat. Und das, obwohl das Land fünfmal so viele Einwohner wie Thüringen hat.

 

Keuchhusten durch Impfung vermeidbar

Keuchhusten (Pertussis) zählt zu den Krankheiten, denen durch Impfungen vorgebeugt werden kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Vorsorge bei Säuglingen und Kleinkindern. Dazu kommen zwei Auffrischungen, einmal im Kindes- und einmal im Jugendalter. Für Erwachsene wird ein Pertussis-Schutz zusammen mit der Auffrischung für Tetanus und Diphtherie empfohlen.

"Immer mehr Erwachsene vergessen, die Keuchhusten-Impfung aufzufrischen. Mediziner vermuten, dass das der Grund ist, aus dem zwei Drittel der Erkrankungen heute bei Personen über 19 Jahren auftreten. Die Grundimmunisierung im Kindesalter ist nur für zehn bis 20 Jahre aktiv", sagt Dressel.

 

Ratgeber für Ärzte aktualisiert

Das RKI hat seinen Ratgeber für Ärzte zu Keuchhusten aktualisiert. Der Abschnitt zur Diagnostik wurde erweitert und bei Maßnahmen für Patienten und Kontaktpersonen zwischen zwei möglichen Erregern differenziert.

 

Zudem werden zwei Ziele der Impfstrategie hervorgehoben: Bei Säuglingen und Kindern, die besonders ansteckungsgefährdet sind, wird ein möglichst frühzeitiger und vollständiger Impfschutz angestrebt. Die mehrmalige Auffrischung der Immunität sei außerdem eine Grundvoraussetzung, um die klinische Wirksamkeit des Impfschutzes zu sichern und die Übertragung auf nicht-geimpfte und nicht-immune Personen zu minimieren.

Christiane Haun-AnderleReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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