Thüringer im Bundesvergleich selten geimpft

Erfurt, 9. Januar 2018. Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen die Impfquoten der Thüringer bei allen analysierten Impfungen unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer, bei der Hälfte sogar unter Bundesdurchschnitt. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK).

 

Ausgewertet wurden Daten zu den empfohlenen Kinderimpfungen gegen Rotaviren, Pneumokokken, Masern, Polio und HPV sowie die Influenza-Impfung bei ab 60-jährigen.

 

"Die Zahlen müssen uns aufhorchen lassen. Aus den Vorjahren kannten wir es, dass Kinder in Thüringen, wie in ganz Ostdeutschland, überdurchschnittlich häufig geimpft waren. Nun rangieren wir bestenfalls im Mittelfeld", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

 

"Impfungen gehören zu den wirkungsvollsten Maßnahmen der Vorsorge. Babys, Kleinkinder und ältere Menschen werden damit vor Infektionen geschützt, an denen sie häufig deutlich schwerer erkranken als ältere Kinder oder Erwachsene."

 

Masern-, Pneumokokken- und Polio-Impfquote unter Bundesdurchschnitt

Die Impfquoten für Masern, Pneumokokken und Polio der Thüringer Kinder liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Zur Prävention von Masern empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI bei Kleinkindern zwei Impfungen. 83,2 Prozent der Thüringer Kinder des Geburtsjahres 2013 haben diese bis Ende 2017 erhalten. In Gesamtdeutschland waren es 86,5 Prozent.

 

Auch innerhalb Thüringens schwanken die Impfquoten stark. Bei der ersten Impfung bis zu einem Alter von 15 Monaten lag Jena mit 96,3 Prozent auf Platz vier aller deutschen Städte und Landkreise. Demgegenüber war die Impfquote für die zweite Masernimpfung in Gera mit 53,2 Prozent am viertniedrigsten.

 

Gegen Pneumokokken waren im Alter von 24 Monaten 70,9 Prozent der 2014 geborenen Thüringer Kinder vollständig geimpft. Bundesweit lag die Impfquote bei 75,9 Prozent. Die Bakterien können schwere Erkrankungen wie Lungenentzündung, Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung verursachen.

 

Die empfohlenen mindestens 3 Impfdosen bis zum 15. Lebensmonat gegen Polioviren, die Kinderlähmung verursachen, erhielten 93,8 Prozent der Kinder des Geburtsjahrgangs 2014. Trotz der verhältnismäßig hohen Impfquote liegt Thüringen auch hier unter dem Bundesdurchschnitt (95,1 Prozent).

 

Rotavirus- und HPV-Impfungen unter Schnitt der neuen Bundesländer

Rotaviren sind die häufigste Ursache von akuten Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren. 71,4 Prozent der Thüringer Kinder des Jahrgangs 2015 besaßen Ende 2017 laut RKI den empfohlenen vollständigen Impfschutz. Das waren zwar mehr als in ganz Deutschland (68,3 Prozent), aber weniger als im Schnitt der neuen Bundesländer (78,4 Prozent).

 

Die von der STIKO empfohlene Impfung gegen das Humane Papillomavirus (HPV) für Mädchen soll unter anderem die Krankheitslast durch Gebärmutterhalskrebs reduzieren. Laut RKI Definition vollständig geimpft waren in Thüringen 42,5 Prozent der 15-jährigen Mädchen. In Deutschland insgesamt waren es 31,3 Prozent, in den neuen Bundesländern 46,2 Prozent.

 

Knapp die Hälfte der ab 60-jährigen gegen Influenza geimpft

Allen Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO, sich jährlich im Herbst gegen saisonale Influenza impfen zu lassen. In Thüringen unterstützt die Kampagne "impfen60+" die Aufklärung älterer Menschen. 46,1 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer ab 60 Jahren ließen sich in der Saison 2016/ 2017 gegen Influenza impfen. Das sind zwar etwa 11 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt (34,8 Prozent), allerdings weniger als in allen neuen Bundesländern (50,9 Prozent).

Hinweis an die Redaktion

Die genannten Zahlen entstammen der KV-Impfsurveillance des Robert Koch-Instituts und sind die aktuellsten, die derzeit zur Verfügung stehen.

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