Thüringen bei Fachkräfte-Vergütung an Kliniken auf gutem Weg

Erfurt, 26. Januar 2018. Thüringer Krankenpflege-Fachkräfte werden etwa acht Prozent geringer vergütet als der Bundesdurchschnitt. In der Altenpflege beträgt das Minus rund 14 Prozent. Im Freistaat liegt der Entgeltabstand zwischen Kranken- und Altenpflege bei 25 Prozent und ist damit vergleichsweise hoch. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

 

Fachkräfte-Vergütung bei Thüringer Krankenpflegern in neuen Ländern Spitze

Krankenpflege-Fachkräfte in Thüringen erhalten im Schnitt 2.975 Euro Bruttoentgelt monatlich. Das sind 264 Euro oder acht Prozent weniger als der bundesweite Durchschnittsverdienst. Zuschläge für spezielle Dienste wie Nachtschichten oder Arbeit auf der Intensivstation sind jeweils mit einberechnet.

 

"Im Bereich der Krankenpflege ist der Freistaat - zumindest bei den Fachkräften - auf einem guten Weg", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Das monatliche Bruttoentgelt ist nach Berlin das höchste in den neuen Ländern. Hier wirkt nicht zuletzt der zunehmende Wettbewerb der Thüringer Krankenhäuser um qualifizierte Fachkräfte gehaltssteigernd."

 

Die Unterschiede bei den Krankpflege-Hilfskräften sind dagegen weiter erheblich: Mit 2.028 Euro verdienen Thüringer hier rund 18 Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt.

 

Altenpflege: deutliche Entgeltunterschiede zu westdeutschen Nachbarländern

Auch in der Altenpflege ist der Unterschied deutlich. Fachkräfte in Thüringen erhalten mit 2.245 Euro 14 Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt. Hilfskräfte sind mit 1.624 Euro 13 Prozent geringer vergütet.

 

"Aufgrund des Fachkräftewettbewerbs ist hier der Blick auf unsere direkten Nachbarländer besonders wichtig. Altenpflege-Fachkräfte in Hessen verdienen im Schnitt 386 Euro beziehungsweise 15 Prozent mehr als die Thüringer; die Hilfskräfte 14 Prozent", sagt Dressel. Im Vergleich zu Bayern sind die Unterschiede noch deutlicher: Fachkräfte der Altenpflege werden dort 22 Prozent (630 Euro) höher vergütet als die Thüringer Hilfskräfte 19 Prozent (389 Euro).

 

"Um für Fachkräfte attraktiv zu sein, muss sich die Vergütung im Freistaat früher oder später weiter an das höhere Niveau der meisten anderen Bundesländer annähern. Ein Billigpflegeland Thüringen ist nicht zukunftsfähig", sagt Dressel.

 

Entgeltabstand zwischen Kranken- und Altenpflege erheblich

Einen weiteren Fokus legt die Studie des IAB auf den Entgeltabstand zwischen Kranken- und Altenpflege. Der fällt je nach Bundesland ebenfalls höchst unterschiedlich aus. In Thüringen verdienen Fachkräfte in der Altenpflege 25 Prozent weniger als Krankenpflegefachkräfte. Zum Vergleich: In Bayern und Baden-Württemberg beträgt diese Diskrepanz im Schnitt gut 13 Prozent.

 

Bei den Helferberufen liegt der Unterschied in Thüringen bei 20 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Differenz beispielsweise weniger als zehn Prozent.

 

"Die deutlichen Unterschiede zwischen den Vergütungen in der Kranken- und Altenpflege befeuern den Wettbewerb um Mitarbeiter innerhalb des Freistaats. Die Annahme, dass Fachkräfte verstärkt in die Krankenhäuser drängen und die ohnehin bereits von Personalmangel geplagte Altenpflege weiter ausblutet, ist bei diesen Rahmenbedingungen nicht von der Hand zu weisen", sagt Dressel.

Hinweis an die Redaktion

Die angegebenen monatlichen Bruttoentgelte von Pflegekräften sind Jahresdurchschnittswerte des Jahres 2016. Eingeflossen sind die Daten von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit, ohne Auszubildende. Die Studienergebnisse inklusive detaillierterer Angaben zur Methodik sind auf der Internetseite des Magazin des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung einsehbar.

Christiane Haun-AnderleReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christiane Haun-Anderle

Telefon Telefonnummer:03 61 - 54 21-411
Telefonnummer:MobilTelefonnummer: Telefonnummer:01 51 - 14 53 49 44
Fax Telefonnummer:03 61 - 54 21-430

christiane.haun-anderle@tk.de

Twitter https://twitter.com/tkinth