Immer weniger Thüringer Schulanfänger geimpft

Erfurt, 11. Mai 2018. Die Impfquoten der Thüringer Schulanfänger sind weiter gesunken. Im Jahr 2013 noch auf Spitzenplätzen im Bundesländervergleich, lagen die Quoten 2016 bei fast allen Impfungen unter dem Bundesdurchschnitt. Bei zwölf der dreizehn erfassten Schutzimpfungen gingen sie im Vergleich zum Vorjahr zurück. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen mit und beruft sich auf aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

 

"Impfen gehört nach wie vor zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um schweren Infektionskrankheiten vorzubeugen. Der erneute Rückgang bei den Impfquoten Thüringer Schulanfänger muss nicht mehr nur aufhorchen lassen, sondern wir müssen nach den Gründen suchen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

 

"Beim Thema Impfen kommt zum persönlichen Schutz beziehungsweise der Gesundheitsverantwortung für das eigene Kind noch eine andere Dimension hinzu: Wenn genügend Menschen geimpft sind, schützt das auch die Allgemeinheit und verhindert Epidemien."

 

18.449 Thüringer Kinder wurden im Jahr 2016 vor dem Eintritt in die Schule untersucht. Bei 93,3 Prozent von ihnen legten die Eltern einen Impfausweis vor, das ist fast ein Prozentpunkt weniger als 2015. Dennoch liegt Thüringen im Bundesvergleich auf Platz zwei hinter Hamburg mit 93,6 Prozent.

 

Von Platz drei ins Mittelfeld

Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus - noch 2013 waren Thüringer Schulanfänger dagegen am dritthäufigsten in Deutschland geimpft. Heute rangieren die Impfquoten mit etwa 94,4 Prozent im Mittelfeld. Das entspricht einem Rückgang um fast 3 Prozentpunkte in drei Jahren. Ähnlich ist die Veränderung bei den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln, wobei die Quoten bei Impfungen gegen diese Krankheiten 2013 bei 94,5 Prozent lagen und 2016 auf 92,6 Prozent gesunken sind.

 

"Tendenziell sind die Impfquoten in ganz Deutschland leicht rückläufig. In Thüringen ist der Trend allerdings besonders stark", sagt Dressel.

 

Zweitniedrigste Impfquote gegen Meningokokken

Seit 2006 wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C im zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Bakterien können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. Die Meningokokken-Impfquote bei Thüringer Schulanfängern ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 85,7 Prozent gesunken. 2013 betrug sie noch 91,6 Prozent.

 

Damit steht Thüringen auf Platz 15 knapp vor Bayern mit der niedrigsten Impfquote gegen Meningokokken mit 84,7 Prozent. 2013 lagen die Thüringer Schulanfänger auf Platz vier im Bundesländervergleich.

 

Ebenfalls seit 2006 empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Pneumokokken, die schwere Lungenentzündungen verursachen können. 90,2 Prozent der Thüringer Schulanfänger waren 2016 dagegen geimpft. Das ist im Länderranking Platz zwei nach Mecklenburg-Vorpommern mit 92,7 Prozent. Die bundesweite Impfquote liegt bei 84,4 Prozent und damit mehr als zehn Prozentpunkte unter der angestrebten 95 Prozent-Impfquote der WHO zur Eliminierung von Krankheiten.

 

Steigerung bei Rotavirus-Impfquote

Säuglinge gegen Rotaviren zu impfen, die schwere Magen-Darm-Infektionen verursachen können, empfiehlt die STIKO seit 2013. 48 Prozent der Thüringer Schulanfänger des Jahres 2016 erhielten diesen Impfschutz. Ein Jahr zuvor waren es noch 41,2 Prozent. Da die Impfquoten nicht in allen Bundesländern erhoben wurden, ist ein Vergleich nicht möglich.

Hinweis an die Redaktion

Eine Tabelle mit den vollständigen Impfquoten bei dem Schuleingangsuntersuchungen 2016 finden Sie im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts.

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