Blutgruppenunverträglichkeit

Da das Kind nicht automatisch die gleiche Blutgruppe wie die Mutter besitzt, kann es zu Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind kommen.

 

Diese Reaktionen sind äußerst selten und stellen eine Gefahr für das Kind, nicht aber für die Mutter dar.

 

Blutgruppenunverträglichkeiten können verschiedene erbliche Merkmale des Blutes betreffen: Den Rhesusfaktor oder die Blutgruppen. Häufiger und schwerwiegender ist es, wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. Das kommt bei zwölf Prozent der Frauen in Mitteleuropa vor.

 

Eine Gefahr für das Kind besteht, wenn die Mutter Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes gebildet hat. Dies kann in einer vorausgegangen Schwangerschaft oder bei Blutübertragungen geschehen sein. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass die Antikörper der Mutter die roten Blutkörperchen eines Rhesus-positiven Kindes zerstören und so zu einer ausgeprägten Blutarmut führen können. Die Folge ist eine Sauerstoffunterversorgung des Embryos, die mit schweren Schäden einhergehen kann. Daher werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen.

 

Mindestens zwei Blutuntersuchungen

Bei jeder Rhesus-negativen Mutter prüft der Arzt während der Schwangerschaft mindestens zweimal, ob diese Antikörper im Blut vorhanden sind. Sind keine Antikörper vorhanden, verabreicht er der Schwangeren in der 28. Schwangerschaftswoche eine Spritze zur Rhesusprophylaxe, ebenso bei Fehlgeburten, nach einer Fruchtwasseruntersuchung und nach der Geburt, wenn das Kind Rhesus-positiv ist. Diese verhindert, dass sich bei der Mutter Antikörper bilden, und schützt damit bei einer weiteren Schwangerschaft das ungeborene Kind.

 

Findet der Arzt Antikörper im Blut der Mutter während der Schwangerschaft, hängt das weitere Vorgehen von der Zahl der Antikörper (Titer) ab. Eine Rhesusprophylaxe ist dann nicht mehr sinnvoll. Stattdessen bestimmt der Arzt engmaschig den Antikörper-Titer. Außerdem setzt er Ultraschalluntersuchungen ein. Gab es bereits in einer vorausgegangenen Schwangerschaft Komplikationen, untersucht er ab einer bestimmten Antikörpermenge das Fruchtwasser, um die aktuelle Gefahr für das Kind besser abschätzen zu können.

 

Vorzeitige Entbindung möglich

Manchmal ist dann eine Transfusion zum Blutaustausch beim Kind im Mutterleib oder eine vorzeitige Entbindung erforderlich. In weniger schweren Fällen treten Symptome beim Kind erst nach der Geburt auf, die mit Phototherapie und/oder Transfusionen zum Blutaustausch behandelt werden können.

 

AB0-Inkompatibilität

Frauen mit der Blutgruppe 0 können Antikörper gegen die Blutgruppen A und B bilden. In den meisten Fällen sind die Folgen für das Kind nur schwach ausgeprägt und treten erst nach der Entbindung auf, zum Beispiel in Form einer Neugeborenen-Gelbsucht.

 

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