So motiviere ich mich täglich selbst

Als ältester Profi-Triathlet stehe ich täglich vor der Herausforderung, mich für mein Training zu motivieren. Auch bei schlechtem Wetter. Oder wenn es mir mal nicht ganz so gut geht. Dann heißt es: Ziel fixieren und dranbleiben.

"Das sind Gefühle, die mich antreiben." Andreas Niedrig beim Zieleinlauf des Ironman Hawaii 2001
Foto: Thorsten Frahm

Motivation - ein Wort mit viel Bedeutung, aber was bedeutet es tatsächlich?

 

Vor jeder Motivation steht ein Ziel oder die Herausforderung, für sich selbst zu erkennen, was man eigentlich in seinem Leben verbessern oder verändern will.

 

Ziel setzen und überlegen, wie hinkommen

Für mich gibt es nur einen Weg, ich setze mir ein Ziel und überlege wie ich es erreichen kann. Ist etwas vermeintlich unmöglich, suche ich eine Lösung. Ist der Weg zu schwer, versuche ich einen anderen zu finden.

 

Checkliste Selbstmotivation
  • Fragen Sie sich als erstes: Motivation - wofür?

  • Setzen Sie sich klare Ziele, weichen Sie nicht aus!

  • Geben Sie sich die nötige Zeit, Ihre Ziele in kleinen Etappen zu erreichen.

  • Finden Sie Ihre Stärken und akzeptieren Sie Ihre Schwächen.

  • Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was geschieht, wenn Sie Ihr Ziel erreichen. Zum Beispiel: Wenn Sie wissen, dass Sie ein leckeres Eis essen werden, freuen Sie sich im Vorfeld auch darauf.

  • Versuchen Sie im Vorfeld, auftretende Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Zum Beispiel: Wenn ich abnehmen will, gehe ich zuvor nicht einkaufen.

  • Visualisieren Sie Ihre Ziele, schreiben Sie sich eine Marschroute und streichen Erreichtes ab.

  • Nehmen Sie sich ernst und genießen jedes erreichte Ziel.

  • Motivation bedeutet etwas zu tun. "TUN" umgedreht steht für Sie ab heute für folgende Abkürzung : "Nicht Unnötig Trödeln"!

 

Als Triathlet stehe ich tagtäglich vor der Herausforderung, mich für mein Training zu motivieren. Aber mit der grundsätzlichen Entscheidung, einen Wettkampf bestreiten zu wollen, kann ich mich emotional mit meinem Tun identifizieren. Mit großer Leidenschaft gehe ich dadurch ins Training und kann auch in schwierigen Situationen hohe Leistungen bringen.

 

Motivation muss man fühlen

Selbstmotivation ist die Fähigkeit, sich positive Gefühle in Erinnerung zu rufen

Selbstmotivation ist die Fähigkeit, sich positive Gefühle in Erinnerung zu rufen, die man unbedingt wieder erleben will; auch dann, wenn es schwer wird. Vielleicht sogar gerade dann, wenn es schwer wird. Dieses positive Gefühl, das ich immer und immer wieder haben will, motiviert mich, auch in den kleinsten alltäglichen Dingen das Beste zu geben. Angefangen beim morgendlichen Vorbereiten auf den Tag, das gemeinsame Frühstück mit der Familie, meine Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen, Ehemann und Vater zu sein und mit Leidenschaft meinen Sport betreiben zu dürfen.

 

Visualisieren Sie Ihre Ziele

Visualisieren seiner Ziele ist sehr hilfreich. Wenn ich mir vornehme, einen Ironman-Wettkampf zu absolvieren, benötige ich in der Regel einen dreimonatigen Trainingsaufbau. Das hört sich nicht lange an, aber um die Spannung zu halten, klebe ich mir an verschiedene Orte Zettel mit dem Termin des Rennens. Falls mir dann tatsächlich die Lust zum Training fehlt, wird mir einer dieser Zettel ins Auge fallen. Und schon meldet sich das schlechte Gewissen. Aber vor allem die Vorstellung, dass meine Gegner in diesem Moment für das Rennen trainieren, treibt mich an.

 

Sagen Sie sich bei allem, was Sie tun und ändern wollen: "Ich will" - "Ich kann" - "Ich werde". Alles andere ist nichts weiter als eine Ausrede. Machen Sie sich nicht von anderen abhängig oder finden Entschuldigungen an äußeren Gegebenheiten. Beim Thema Motivation, egal in welchen Bereichen, geht es allein um eine Person: um Sie selbst.

 

Grenzen erkennen und akzeptieren

Bei aller Motivation muss und sollte man seine eigenen Grenzen erkennen und auch akzeptieren. Ich wurde nach meinem ersten Waldlauf auch nicht gleich zum Ironman. Ich benötigte viele Jahre, um dort hinzugelangen. Auch bei meinen heutigen Vorträgen vor vielen hundert Menschen hätte ich mir früher sicherlich in die Hose gemacht. Alles braucht seine Zeit. Setzen Sie sich kleine Ziele und freuen sich auf Erreichtes. Zu hoch gesteckte Ziele demotivieren, und man kommt schnell zu dem Ergebnis: Das schaffe ich sowieso nie.