audioguideMe - Wie ein Start-up auf die Beine kommt

Zukünftig will die Bundesregierung deutschen Start-ups mit einer Milliardenspritze unter die Arme greifen. Doch wie geht es kreativen Jungunternehmern heute? Hannes Wirtz, Mitgründer des Start-ups audioguideMe, erzählt von den ersten Jahren.

Herr Wirtz, Sie haben zusammen mit zwei Freunden das Unternehmen audioguideMe gegründet. Was genau ist audioguideMe?

 

audioguideMe ist ein sogenannter "location-based Service" für spannende Geschichten und lokale Informationen, erzählt an den Orten ihrer Handlung. Jeder Nutzer der App hat die Möglichkeit, auf einer Karte zu navigieren und sich Audio-Beiträge an den Orten ihres Bezugs anzuhören. Zusätzlich kann jeder Nutzer selbst kleine Sprachnachrichten an seinem Standort hinterlassen, sich mit anderen Usern vernetzen und Geschichten teilen, die ihn begeistern.

 

Wieso Audiobeiträge? Wieso nicht Filme oder Texte?

 

Im Vergleich zu Text-, Foto- oder Videoservices ist der Audio-Bereich bei Weitem noch nicht so ausdifferenziert, und der Markt ist noch nicht so gesättigt. Audio als Medium hat einige wunderbare Eigenschaften und auch klare Vorteile - insbesondere in der mobilen Anwendung.

 

Wie entstand die Idee dazu?

 

Die Kernidee entstand durch eine Beobachtung während unseres Studiums: In der Analyse verschiedener Ausstellungskonzepte von Städtemarketing- und Tourismus-Organisationen fiel uns die unglaubliche Vielfalt an Hörangeboten auf. Teilweise sehr aufwändig produzierte, schön erzählte Stadtführungen die - vorsichtig formuliert - verbesserungswürdig angeboten wurden. Davon ausgehend faszinierte uns die Vorstellung einer großen sprechenden Landkarte, zu der jeder etwas beitragen kann. Bei audioguideMe geht es immer um die Informations- und Wissensvermittlung an bestimmten Orten und perspektivisch auch in bestimmten Situationen.

 

Was waren Ihre ersten Schritte in Richtung Unternehmensgründung?

 

Nach unserem Start mit der Veröffentlichung eines Prototypen im März 2013 haben wir uns Ende 2013 erfreulicherweise für eine Hamburger Förderung für junge Unternehmen mit innovativen Ansätzen im Technologiesektor qualifiziert. Die Förderkriterien erforderten die zügige Gründung einer Kapitalgesellschaft - so sind wir dann recht schnell zu einem Unternehmen geworden.


Wie sind Sie anfangs über die Runden gekommen?

 

Das erste Jahr haben wir unser Start-up querfinanziert, indem wir parallel viel freiberuflich gearbeitet haben. Danach ermöglichte uns die Förderung, unsere Unternehmung in Vollzeit zu verfolgen und eine solide technische Weiterentwicklung unseres Services auf die Beine zu stellen, durch die wir erste Umsätze generieren konnten.

 

Wie haben Sie sich über den ganzen Papierkram informiert? Hatten Sie Hilfe?

 

Papierkram lieben wohl die Wenigsten. Man könnte sagen, es ist hilfreich, wenn man vor der Gründung nicht schon alle Facetten und Herausforderungen kennt, die einen unterwegs erwarten. Ein gewisses Maß an Unwissenheit schützt am Anfang und erhält die Euphorie.

 

Welche Tipps können Sie anderen Gründern geben?

 

Als Gründer ist es wahrscheinlich ratsam, relativ schnell zu einem Generalisten heranzuwachsen. Am Anfang ist einfach niemand anderes da, der sich um alle notwendigen Geschäftsbereiche kümmert. In jedem Fall ist es hilfreich, als Gründerteam alle erforderlichen Bereiche abzudecken und so aufgestellt zu sein, dass man externes Know-How nicht in zu großem Umfang teuer einkaufen muss.

 

Hätten Sie sich mehr Unterstützung gewünscht?

 

Nein, wir sind eigentlich immer in gutem Austausch gewesen und haben viele offene Türen und Ohren vorgefunden. Viele erfahrenere Gründer haben uns gerade in der Anfangszeit mit guten Tipps und Erfahrungswerten weitergeholfen. Etwas, das wir heute versuchen - so gut wie möglich - zurückzugeben.

 

Wie geht es jetzt für Sie weiter? Was planen Sie für audioguideMe?

 

Inzwischen sind wir ein interessanter Hybrid aus Start-up und Digitalagentur geworden. Diese Form erlaubt es uns jetzt, aus laufenden Umsätzen zu existieren, zu wachsen und an neuen, spannenden Ideen zu arbeiten.

 

Dadurch konnten wir - neben dem Betrieb unserer eigenen Plattform - im letzten Jahr eine Reihe hochspannender Projekte zusammen mit tollen Kunden realisieren. So haben wir zum Beispiel gerade das Wahrzeichen unserer Heimatstadt, den Hamburger Michel, mit einer Beacon-App (kleine Bluetooth-Sender z.B. zur Indoor-Navigation, Anm. d. Red.) ausgestattet und können wahrscheinlich Anfang April den Start einer neuen Anwendung bekanntgeben. Ohne bereits zu viel zu verraten: Es wird um die Themen Mobilität und Historie gehen... - man darf gespannt sein!

 

Das heißt, Sie arbeiten nicht nur an Ihrer eigenen Plattform, sondern entwickeln auch Ideen für andere Unternehmen?

 

Ja. Denn Projekte wie diese geben uns die wunderbare Möglichkeit, viele Ideen und technische Funktionalitäten umzusetzen, die wir spannend finden und die uns in gewisser Weise herausfordern. Jedes interessierte Unternehmen kann sich also gerne melden, und wir kommen schnellstmöglich auf eine Tasse Kaffee vorbei!

 

Die TK unterstützt Start-ups

Für frischgebackene Arbeitgeber stellt die TK das Start-up-Portal mit "Basiswissen für Arbeitgeber" bereit.

 

Antworten gibt es zum Beispiel auf Fragen nach dem Mindestbeitrag für Selbstständige, wie die Berechnung eines Beitrags erfolgt und wie man seine Einnahmen der Krankenkasse gegenüber nachweist. Und Existenzgründer finden hier Tipps speziell für ihre Situation.

 

Mit ausgewählten Events und Kooperationen etabliert sich die TK außerdem als starker Partner von Start-ups und Existenzgründern - nicht nur im Gesundheitswesen. Interessante Berichte über die Entstehung von Start-ups, Interviews mit Experten zum Thema Gründung und immer nah am Puls der Start-up-Szene finden Sie im Start-up-Radar.