TK-DiSK: Digital . Selbstbestimmt . Kompetent

Ein Projekt zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz von Patienten und Organisationen

 

Projektziel

Ziel dieses Projektes ist es, die TK und ihre Versicherten in die Lage zu versetzen, die Digitalisierung des Gesundheitswesens aktiv mitzugestalten und gewinnbringend zu nutzen. Zu diesem Zweck wird das Konzept der digitalen Gesundheitskompetenz "Digital Health Literacy" mit Fokus auf die GKV und ihre Versicherten wissenschaftlich begründet und ausformuliert. Anschließend werden auf dieser Grundlage konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet, wie sich die Techniker als digital gesundheitskompetente Organisation weiterentwickeln und die digitale Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten fördern kann.

 

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist in vollem Gange: Internetbasierte Gesundheitsinformationen, sensorengestützte Diagnosen, Selbstvermessung, Fitness-Apps, elektronische Patientenakten und Online- Gesundheitscoachs – digitale Technik ist sowohl beim individuellen als auch beim professionellen Gesundheitsmanagement nicht mehr wegzudenken. Ein digitalisiertes Gesundheitswesen braucht jedoch nicht nur technische Innovationen, sondern auch digitale Gesundheitskompetenz. Die Anwendung digitaler Technik wird zwar immer einfacher und alltäglicher – der selbstbestimmte und informierte Umgang damit jedoch nicht.

 

Das Projekt TK-DiSK hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Gesundheitskompetenz von Organisationen und Versicherten zu stärken, damit sie die Digitalisierung des Gesundheitswesens aktiv mitgestalten und gewinnbringend nutzen können. Digitale Gesundheitskompetenz "Digital Health Literacy" definieren wir folgendermaßen:

Digital Health Literacy (DHL) ist die Fähigkeit, digitale Technologien selbstbestimmt zu nutzen zum Zweck der Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit. Sie versetzt die Akteure im Gesundheitswesen in die Lage, Gesundheitsinformationen zu finden und zu bewerten, gesundheitsrelevante persönliche Daten bei Bedarf zu schützen, Funktionsweisen, Ergebnisse und Folgen von digitalen Gesundheitsanwendungen einzuschätzen, Vor- und Nachteile abzuwägen und entsprechend zu handeln. Sie schließt das Bewusstsein über die ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen ein. DHL ist eine Eigenschaft von Personen, Gruppierungen und Organisationen und befähigt diese dazu, den digitalen Wandel gesundheitsförderlich zu gestalten.

Vorgehen

Das Projekt TK-DiSK macht das Konzept der Digital Health Literacy für die TK nutzbar und erarbeitet Handlungsvorschläge dafür, wie Versicherungen sich zu digital gesundheitskompetente Organisationen weiterentwickeln und die digitale Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten fördern können. Dafür wenden wir einen innovativen Methodenmix an. In aufeinander abgestimmten Schritten führen wir

  • eine Dokumentenanalyse
  • eine Miniethnographie in Estland
  • Experteninterviews sowie Fokusgruppen-Interviews mit Versicherten

durch. Auf dieser Grundlage können wir bestehende Ansätze zur digitalen Gesundheitskompetenz aufgreifen, den Sachstand sowie möglichen Entwicklungsbedarf im deutschen Gesundheitswesen aufzeigen und das Fachwissen, die Einschätzungen und die Erwartungen von ExpertInnen und NutzerInnen einbeziehen. Dadurch leistet TK-DiSK einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und zur Erhaltung und Förderung der Patientensouveränität im digitalisierten Gesundheitswesen.

 

Erwartete Ergebnisse

Mit der Studie werden (1) neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Anforderungen an Digital Health Literacy bei Versicherten und Organisationen im Gesundheitswesen gewonnen und (2) konkrete Handlungsempfehlungen für Organisationen im Gesundheitswesen entwickelt. Damit können diese ihre Digitalstrategie so ausbauen und erweitern, dass neue digitale Anwendungen Vertrauen und Akzeptanz gewinnen und gesundheits- und digitalkompetent genutzt werden können.

 

Teilnahme an unserer Umfrage

Wir freuen uns sehr, wenn MitarbeiterInnen und Mitglieder von Organisationen und Unternehmen im Gesundheitssystem an unserer Umfrage teilnehmen. Gerne können Sie auch KollegInnen darauf aufmerksam machen. Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 20 Minuten.

Rahmendaten des Projektes

Projektleitung:

Hardy Müller M.A., WINEG, hardy.mueller@wineg.de

Dr. Silja Samerski, Biologin und Sozialwissenschaftlerin, kontakt@samerski.de

 

Projektmitarbeit:

Dr. Kerstin Hofreuter-Gätgens, Maurice Gesser

 

Projektlaufzeit: Januar bis Juni 2018