Entwöhnungsbehandlung

Entwöhnungsbehandlungen sind breit gefächerte Therapieprogramme, die sich unter anderem aus psycho-, physio- und/oder ergotherapeutischen Maßnahmen zusammensetzen. Auch Gruppentherapien kommen infrage.

 

Mehr als nur "Entwöhnung"

"Entwöhnungsbehandlung" ist ein missverständlicher Begriff, denn er unterstellt, dass bei einem Suchtkranken lediglich eine schlechte Gewohnheit vorliege, die er sich abgewöhnen müsse. Sucht ist aber ein weitaus komplexeres und umfassenderes Problem, das mit vielfältigen psychischen, körperlichen und sozialen Folgeerscheinungen verbunden ist.

 

Die als Entwöhnungsbehandlung beschriebenen Maßnahmen leisten deshalb wesentlich mehr als eine bloße "Entwöhnung". Es handelt sich um eine vielschichtige medizinische Rehabilitationsmaßnahme.

 

Das multiprofessionelle Team

Ärzte, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Erzieher arbeiten bei einer Entwöhnung in einem multiprofessionellen Team zusammen.

 

Psychotherapeuten helfen dem Patienten dabei, sich selbst und die Hintergründe der Suchterkrankung besser zu verstehen. Dann entwickeln sie mit ihm gemeinsam Strategien, wie er sich verhalten muss, um zukünftig ohne Suchtmittel zurechtzukommen.

 

Grundvoraussetzung ist eine gute Motivation des Suchtkranken. Denn die Hauptarbeit in der Entwöhnung macht der Patient. Auch wenn er bei der Lösung seiner Probleme nicht alleine ist, sondern ständig die Möglichkeit hat, sich professionell von einem Psychotherapeuten beraten zu lassen.

 

Die Ärzte kümmern sich vor allem um die körperlichen Folgen der Sucht und um die medikamentöse Behandlung der psychischen Erkrankungen. Sozialarbeiter befassen sich mit den sozialen, aber auch mit den juristischen Folgen der Sucht und beraten zum Beispiel beim Abbau von Schulden und beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben.

 

Bestehen juristische Probleme, zum Beispiel wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, suchen Sozialarbeiter - gemeinsam mit dem Patienten - nach Lösungen.

 

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