Sommersonne: Das bisschen Strahlung?

Berufstätige, die häufig im Freien arbeiten, sind besonders gefährdet: Bei ungenügendem Schutz drohen Hitzschlag, Sonnenstich oder langfristig sogar Hautkrebs. Die DGUV und weitere Institutionen bieten Informationen darüber an, was Arbeitgeber tun müssen, um ihre Mitarbeiter zu schützen.

 

Seit 2014 sammelt das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Daten darüber, wer der UV-Strahlung wann und wie stark ausgesetzt ist, sogenannte Expositionsdaten.

 

Im Rahmen einer großen Feldmesskampagne bekamen und bekommen jährlich 300 Probanden ein Messgerät um den Arm geschnallt. Das Dosimeter nimmt in der kritischen Zeit von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr im Sekundentakt Daten zur Intensität der Bestrahlung auf. Über 100 Berufe wurden bisher so untersucht.

 

Die Berufe mit der höchsten UV-Belastung

So wurden die Berufe mit der höchsten Strahlenbelastung ermittelt : Kanalbauer, Steinbrecher, Dach- und Fassadenbauer sowie Zimmerer. Weitere - fast ebenso stark gefährdete - Berufe sind Straßenbauer, Betonbauer, Dachdecker, Maurer, Stahlbaumonteure und Obst- und Gemüsegärtner. Doch auch Erzieher, Zusteller oder Lagerarbeiter sind häufig draußen und der Strahlung ausgesetzt.

 

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter schützen

Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter unter extremen Bedingungen wie Hitze oder Sonne keinen Schaden nehmen. Es gelten die Regeln aus dem Arbeitsschutzgesetz, der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und der Arbeitsstättenverordnung. Sie müssen eine Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsplätze erstellen, eine entsprechende Unterweisung bereitstellen und von den Mitarbeitern unterschreiben lassen. Diese Unterweisung kann zum Beispiel den Hinweis enthalten, dass bestimmte Medikamente noch lichtempfindlicher machen können oder dass die UV-Strahlung auch bei bewölktem Himmel nicht unterschätzt werden sollte.

 

Die DGUV empfiehlt Schutz nach dem "TOP-Prinzip":

  • Technik: Absichern durch technische Maßnahmen, wie zum Beispiel Klimaanlagen in den Fahrzeugen, Sonnensegel, regelmäßige Abkühlung in Pausenräumen.

  • Organisation: Die Betriebe sollten organisatorische Maßnahmen ergreifen, beispielsweise die Arbeit in die frühen Morgenstunden verlagern oder die Reihenfolge der Arbeiten anpassen.

  • Personenbezogen: Jede Person muss sich außerdem selbst schützen, z.B. mit Schutzkleidung, Helme mit Nackentuch, Sonnenbrillen und Sonnencreme.

Erklärfilm, UV-Newsletter und Bauwetter-App

Ein Erklärfilm der DGUV zeigt in knapp zwei Minuten, wie und vor allem wann man sich am besten schützt: Besonders intensiv ist die Strahlung zur Zeit der Mittagssonne zwischen 10 und 15 Uhr, von April bis September. In dieser Zeit sollten Personen, die sich in der Sonne aufhalten, mindestens Lichtschutzfaktor 30 auftragen. Den Film können Sie kostenlos herunterladen.

 

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert per UV-Newsletter über die erwarteten UV-Index-Werte in zehn Prognosegebieten.

 

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) bietet eine Bauwetter-App an, die Schutzmaßnahmen zu wetterbedingten gesundheitlichen Gefährdungen empfiehlt.

 

Und wenn man doch erkrankt?

Bei zu viel Sonne drohen akut Hitzschlag, Hitzeerschöpfung oder Sonnenstich. Betroffene sollten sofort in den Schatten gebracht und versorgt werden. Langfristig kann Hautkrebs entstehen. Mit Hautkrebs müssen Betroffene ihr ganzes Leben lang kämpfen. Oft ist eine längere Heilbehandlung erforderlich, hinzu kommt die lebenslange Nachsorge.

 

Zum 1. Januar 2015 wurde die Berufskrankheiten-Verordnung um das Krankheitsbild Hautkrebs ergänzt: Bestimmte Formen des weißen Hautkrebses, die durch Sonnenstrahlung verursacht werden, können als Berufskrankheit anerkannt werden. Informationen dazu finden Sie auf der Seite der DGUV.

 

Mehr zum Mess-Projekt der DGUV

Weitere Informationen zum Projekt "GENESIS-UV", zur Datenerhebung, aktuelle Ergebnisse, Berufslisten sowie Ansprechpartner zur Teilnahme am Projekt finden Sie ebenfalls auf der Internetseite der Unfallversicherung.