Familienfreundliche Betriebe: Mütter kehren schneller zum Arbeitgeber zurück

Familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb zahlen sich für Arbeitgeber aus: Mütter kehren nach der Geburt schneller wieder ins Unternehmen zurück - das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt.

 

Immer mehr Unternehmen bieten familienfreundliche Maßnahmen an, also Angebote des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer, damit diese Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können.

 

Welche familienfreundlichen Maßnahmen gibt es?

Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) benennt vier Hauptbereiche:

  • Betreuung von Kindern und Angehörigen
  • Elternzeit und Elternförderung
  • Arbeitszeitflexibilisierung und Telearbeit
  • Familienservices wie Rechtsberatungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen

 

Familienfreundlichkeit: Win-win-Situation

Bietet ein Unternehmen gute Möglichkeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf, kann das die Arbeitszufriedenheit, die Motivation und die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb steigern. Im Idealfall kommen familienfreundliche Maßnahmen daher nicht nur der Arbeitnehmerseite zugute, sondern auch der des Arbeitgebers.

 

Nun hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main untersucht, wie sich die Familienfreundlichkeit von Betrieben auf das Arbeitsleben der Mitarbeiter auswirkt.

 

Am weitesten verbreitet sind Angebote während der Elternzeit sowie Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Insgesamt hat der Anteil der Unternehmen, die auf Familienfreundlichkeit setzen, seit 2002 deutlich zugenommen. Das IAB schließt daraus, dass familienfreundliche Maßnahmen in den Betrieben über die vergangenen Jahre an Bedeutung gewonnen haben. Allerdings spiele die Betriebsgröße dabei eine wichtige Rolle.

 

Größere Betriebe haben eher familienfreundliche Angebote und stellen im Vergleich zu kleineren Unternehmen häufiger Langzeit-Arbeitszeitkonten oder Fördermaßnahmen speziell für Frauen zur Verfügung. Dennoch zeige sich ein Zuwachs der betrieblichen familienfreundlichen Maßnahmen über alle Betriebsgrößen hinweg. Auch für Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten gelte dies, so das IAB.

 

Der Anteil der Unternehmen, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung anbieten, hat sich seit 2002 über alle Betriebsgrößen hinweg insgesamt verdoppelt. Größere Betriebe stellen dabei den größten Anteil.

 

Auch der Frauenanteil spielt eine Rolle

Ob ein Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen anbietet und welche dies sind, hängt offenbar nicht nur mit der Betriebsgröße zusammen, sondern auch mit dem Anteil der dort beschäftigten Frauen. Liegt dieser bei über 60 Prozent, gibt das entsprechende Unternehmen besonders häufig Angebote in der Elternzeit an. Liegt der Frauenanteil niedriger, sinkt auch der Anteil der Betriebe mit diesen Maßnahmen. Ähnlich verhält es sich bei Kinderbetreuungsangeboten.

 

Maßnahmen zur Frauenförderung und Langzeit-Arbeitszeitkonten zur Freistellung für Familienzeiten werden insgesamt am seltensten angeboten - unabhängig vom Anteil der dort beschäftigten Frauen.

 

Frauen kehren eher in familienfreundliche Unternehmen zurück

Nach wie vor unterbrechen Frauen ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt eines Kindes häufiger und länger als Männer. Lange Unterbrechungen können negative Karrierefolgen haben, wie zum Beispiel Gehaltseinbußen oder Berufswechsel.

 

Die Studie des IAB und der Goethe-Universität unterstützt die Vermutung, dass familienfreundliche Maßnahmen die Rückkehr nach der Babypause fördern: In Betrieben mit familienfreundlichen Maßnahmen sind mehr Mütter zu ihrem Arbeitgeber zurückgekehrt als in Betrieben ohne diese Maßnahmen. Hinzu kommt, dass die Mütter schneller ins Arbeitsleben zurückkehren. Während der Zeit des Elterngeldanspruchs spielen familienfreundliche Maßnahmen zunächst noch keine große Rolle. Doch danach zeige sich ein deutlicher positiver Zusammenhang zwischen den Maßnahmen und einer schnelleren Rückkehr in den Beruf, schreibt das IAB. Je mehr Maßnahmen ein Betrieb anbiete, desto niedriger falle die Unterbrechungsdauer in diesen Unternehmen aus.

 

"Ein höheres Engagement der Betriebe zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht also mit einem schnelleren Wiedereinstieg ihrer Mitarbeiterinnen nach der Geburt eines Kindes einher", so die Studienautorinnen in ihrem Fazit.

 

Die Studie nachlesen

Die komplette Studie finden Sie auf der Seite des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

 

Gesetzentwurf für die neue "Brückenteilzeit"

Informationen zur neuen Brückenteilzeit, die zukünftig den Anspruch auf eine Rückkehr zur alten Arbeitszeit regeln soll, finden Sie im TK-Firmenkundenportal und auf der Seite des BMAS (Bundesministeriums für Arbeit und Soziales).