Schieflage im System immer extremer: Die Schere öffnet sich weiter

Über den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich - kurz Morbi-RSA - werden die Beitragsgelder an die Krankenkassen verteilt. Dessen zentrale Aufgabe ist eigentlich, seitens der Krankenkassen nicht beeinflussbare Faktoren ihrer Versichertenstruktur auszugleichen. Allerdings ist das System in eine Schieflage geraten.

 

Der Morbi-RSA bestimmt die Finanzströme zwischen dem Gesundheitsfonds und den Krankenkassen maßgeblich, entsprechend ist seine Ausgestaltung entscheidend für den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Seine derzeitige Beschaffenheit führt jedoch - anstatt eine faire Grundlage dafür zu bieten - zu starken Wettbewerbsverzerrungen.

 

Diese Schieflage wird Jahr für Jahr extremer, die Unwucht im Wettbewerb zwischen den Kassen wächst. Aktuell beläuft sich die Diskrepanz zwischen AOKen und Ersatzkassen auf 2,5 Milliarden Euro. Während die AOKen deutlich mehr Geld erhalten, als für die Versorgung ihrer Versicherten notwendig ist, mussten bundesweit geöffnete Kassenarten erneut Unterdeckungen hinnehmen. Ohne eine Änderung der Ausgleichssystematik wird sich die finanzielle Handlungsfähigkeit der Krankenkassen weiter auseinander entwickeln.

 

Die TK fordert faire und einheitliche Wettbewerbsbedingungen. Dazu gehört, dass die für den Morbi-RSA relevante Krankheitsauswahl hin zu schweren Erkrankungen mit hohen Fallkosten für den einzelnen Versicherten verändert wird.

 

AOK: Mehr Geld aus dem Finanzausgleich als erforderlichDie Diskrepanz zwischen den Kassenarten wächst. Nach dem Jahresausgleich 2016 öffnet sich die Schere weiter. 

Kassenartenübergreifende Presseerklärung: Reform dringend notwendig

Nicht nur die TK drängt auf eine Reform des Morbi-RSA. In einer gemeinsamen Presseerklärung (PDF, 30 KB) des IKK Dachverbands, des IKK e.V. sowie des Verbands der Ersatzkassen (vdek) heißt es: "Auch im Jahr 2016 wurde durch die Geldverteilungsmaschine Morbi-RSA wieder deutlich mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds in Richtung AOKn gelenkt, als diese für die Versorgung ihrer Versicherten benötigten. Die Überdeckung betrug rund 1,5 Milliarden Euro, im Jahr 2015 waren es noch rund eine Milliarde Euro. Alle anderen Kassenarten mussten erneut Unterdeckungen hinnehmen."

 

Ansprechpartner Presse

Dennis ChytrekTK Presse & Politik

Dennis Chytrek

 

Telefon Telefonnummer:040 - 69 09-30 20

dennis.chytrek@tk.de

 

 

Twitter www.twitter.com/TK_Presse

 

Ansprechpartner Politik

Sandra BarnertTK Presse & Politik

Sandra Barnert

 

Telefon Telefonnummer:030 - 28 88 47-16

sandra.barnert@tk.de

 

 

Twitter www.twitter.com/TK_Presse

 

 

Zurück zur Startseite

 

Erfahren Sie mehr

Gastbeitrag von Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender, und TK-Politikchef Prof. Dr. Volker Möws: "Jede Ergänzung des RSA (sollte) sicher vor Manipulationen sein."

Wir Techniker Zeit zum Anpacken: Der Kodier-Anreiz muss weg.

Morbi-RSA Fairer Wettbewerb durch veränderte Krankheitsauswahl.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Innovationsfonds 12 Projekte der TK werden gefördert.

Pflegereform Die Neuerungen durch das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II).

SmartHealth Studie über digitale Angebote in der Gesundheitsversorgung.