Ausländische Fachkräfte

Guido Dressel erklärt, warum Thüringen eine Anwerbekampagne für die Altenpflege braucht.

Guido Dressel - Leiter der Landesvertretung Thüringen

Ausländische Fachkräfte sind aus der medizinischen Versorgung im Freistaat nicht mehr wegzudenken. Im stationären Bereich wären weite Teile ohne ausländische Ärzte bereits nicht mehr funktionsfähig. Sprachprüfungen und fachliche Anerkennungsverfahren sind inzwischen weitgehend professionalisiert. Erleichternd kommen international vergleichbare Basisqualifikationen und Abschlüsse hinzu.

 

Ausländische Arbeitnehmer nötig, um Fachkräftebedarf in der Pflege zu decken

In der Altenpflege ist das komplizierter. Der kommende Fachkräftebedarf kann ohne ausländische Arbeitnehmer nicht gedeckt werden. Entsprechend bemühen sich die Unternehmen der Branche seit Jahren um Fachkräfte aus dem Ausland.

 

Als zentrales Problem gilt dabei, dass es das Berufsbild des examinierten Altenpflegers nur in Deutschland gibt. Ausländische Interessenten sind meist akademisch für den Klinikbereich ausgebildete Pfleger. Das führte zu langwierigen Berufsanerkennungsverfahren und anschließend nur kurzer Verweildauer in der finanziell nicht sonderlich attraktiven Altenpflege.

 

Als Ausweg setzen Pflegeträger verstärkt auf direkte Ausbildung. Ein Ansatz ist die sprachlich-fachliche Grundausbildung im Herkunftsland der Bewerber. Neben der Vermittlung notwendiger Arbeitsgrundlagen ist eine vertragliche Bindung an den Ausbildungsträger als Voraussetzung für den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt möglich. Durch politische Flankierung können solche Modelle maßgeblich vorangebracht werden, wie das Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns in Vietnam zeigt.

 

Auch Thüringen muss in dieser Richtung aktiv werden.