Blutdruckmessung

Der Blutdruck wird gemessen, um die Herz- und Kreislauffunktionen zu beurteilen. Die Blutdruckmessung bestimmt die systolischen und diastolischen Werte. Das ist der Druck, der beim Zusammenziehen des Herzmuskels erzeugt wird, und der, der bei erschlafften Herzen in den Arterien herrscht. Die Höhe des Blutdrucks wird in Millimeter (mm) Quecksilbersäule (Hg) angegeben.

 

Der Blutdruck verändert sich, wenn wir Sport treiben oder unter Stress stehen. Auch akute Erkrankungen wie Infektionen verändern den Blutdruck kurzzeitig.

 

Was ist ein guter Blutdruck?

Für gesunde Erwachsene empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Hypertonie einen Zielblutdruck unter 140/90 mmHg (sprich: 140 zu 90). Bei Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes mellitus, vorangegangenem Schlaganfall oder einer chronischen Nierenerkrankung sollte der Zielblutdruck bei 130/85 mmHg (sprich: 130 zu 85) oder darunter liegen.

 

Von einer arteriellen Hypertonie spricht man laut Definition der Weltgesundheitsorganisation, wenn der systolische Blutdruck 140 mmHg oder mehr beträgt und/oder der diastolische Blutdruck bei 90 mmHg oder darüber liegt - und zwar dauerhaft.

 

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Grafische Darstellung eines BlutdruckmessgerätsA: Blutdruckmessgerät (Manometer), B: Stethoskop, C: Arterie

Es gibt Blutdruck-Messgeräte mit aufblasbarer Manschette für die Messung am Oberarm und elektronische Geräte, die den Blutdruck am Handgelenk kontrollieren. Die Größe der Blutdruckmanschette richtet sich nach dem Umfang des Arms. Manschetten, die zu breit oder zu schmal sind, zeigen falsche Messwerte an. Übergewichtige Menschen mit kräftigen Armen benötigen daher eine größere Manschette.

 

Halten Sie vor der Messung eine Ruhephase von mindestens fünf Minuten ein, da Nervosität, Stress oder Aufregung den Blutdruck erhöhen. Das gilt auch für das Rauchen vor der Messung. Sie sollten bequem und ruhig sitzen. Ihr Arm ist entkleidet und leicht gebeugt. Der untere Rand der Blutdruckmanschette liegt ungefähr 2,5 cm oberhalb der Ellenbogenfurche, ungefähr auf Herzhöhe. Liegt die Manschette zu tief unter Herzniveau, ist der gemessene Blutdruckwert zu hoch. Liegt die Manschette andererseits deutlich über Herzniveau, erscheint der Blutdruck falsch niedrig.

 

Blutdruckmessung in der Arztpraxis

Der Arzt legt die luftleere Manschette straff um den Oberarm, ohne den Arm abzuschnüren, und füllt die Manschette mithilfe des Aufblasballons mit Luft. Jetzt lässt er langsam Luft ab und hört die Arterie in der Ellenbeuge mit dem Stethoskop ab. Beim Wahrnehmen des ersten hörbaren Klopfens wird der systolische Blutdruck abgelesen. Der Wert, an dem das Klopfen endet, entspricht dem diastolischen Blutdruck. Die pulsierenden Geräusche entstehen durch die Einengung der Arterie beziehungsweise durch den plötzlichen Bluteinstrom. Nach wenigen Minuten sollte der Arzt eine zweite Blutdruckmessung durchführen. Wenn die Ergebnisse der ersten und der zweiten Messung sich um 10mmHg oder mehr unterscheiden, ist eine dritte Messung erforderlich.

 

In der Arztpraxis dauert die Untersuchung nur wenige Minuten. Zum Ausschluss von Gefäßerkrankungen sollte die Erstmessung an beiden Armen erfolgen. Zusätzlich misst der Arzt den Blutdruck auch an den Beinen.

 

"Da der Blutdruck im Laufe eines Tages schwankt und durch Tageszeit, körperliche Belastungen, Stress und Aufregung beeinflusst wird, sind einzelne Messungen häufig nur Momentaufnahmen", sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum. "Für die verlässliche Diagnose Hypertonie, misst der behandelnde Arzt den Blutdruck mehrfach an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten", ergänzt die Allgemeinmedizinerin.

 

Den Blutdruck zu Hause kontrollieren

Für zu Hause gibt es elektronische Messgeräte mit einer Oberarmmanschette oder einer Manschette für das Handgelenk. Bei elektronischen Messgeräten ist die korrekte Position wichtig. Legen Sie das Messgerät auf der Innenseite des Handgelenks an, dort, wo der Puls fühlbar ist. Sie sollten ihren Arm so halten, dass sich das Messgerät auf Herzhöhe befindet. Die Messung des Blutdrucks und des Pulses erfolgen automatisch. Diese Messmethode kann man ohne fremde Hilfe einfach und problemlos bei sich selbst durchführen. Messungenauigkeiten können bei der elektronischen Messung auftreten, wenn zum Beispiel das Handgelenk der Person sehr dick ist.

 

Tipp:

Lassen Sie Ihr Blutdruckgerät jährlich, spätestens nach zwei Jahren kontrollieren (Eichung).

  

Was ist eine Langzeit-Blutdruckmessung?

Weichen die Messwerte stark voneinander ab oder vermutet der Arzt, dass sein Patient auch nachts unter hohem Blutdruck leidet, verordnet er eine Langzeit-Blutdruckmessung über einen Zeitraum von 24 Stunden. Blutdruckspitzen, Schwankungen der Werte und Blutdruckabfälle können so genau erkannt werden. 

 

Der Patient bekommt dafür ein kleines tragbares Blutdruckmessgerät angelegt, welches in bestimmten Abständen automatisch den Blutdruck misst und aufzeichnet. Während der Langzeitmessung geht der Patient seinen normalen Alltagsaktivitäten nach.

 

Durch die Messung unter alltäglichen Bedingungen kann man den sogenannten "Weißkitteleffekt" in der ärztlichen Praxis umgehen: 15 bis 20 Prozent der Patienten, die bei ärztlicher Blutdruckkontrolle hohe Werte zeigen, haben außerhalb der Arztpraxis einen normalen Blutdruck. Der Arztbesuch löst bei vielen Patienten Stress aus, der kurzfristig den Blutdruck ansteigen lässt. Die Einschätzung der tatsächlichen Blutdrucksituation ist durch eine 24-Stunden-Messung daher am zuverlässigsten.

 

Tipps für die Blutdruckmessung zu Hause

Die regelmäßige Blutdruckkontrolle zu Hause hat - bis auf fehlende Werte während des Schlafs - ähnliche Vorteile wie die Langzeit-Blutdruckmessung. Der Arzt kann durch die Selbstkontrolle den Therapieerfolg lückenlos beurteilen. Um ein genaues und zuverlässiges Messergebnis zu erhalten, gelten zu Hause die gleichen Regeln wie in der Arztpraxis:

  • Vor der Messung mindestens fünf Minuten entspannen

  • Blutdruckmanschette muss luftleer sein
  • In Herzhöhe anlegen; bei Messungen am Handgelenk das Blutdruckmessgerät auf Herzhöhe halten. Bei Oberarmgeräten ist die Position automatisch auf Herzhöhe

Vor dem Kauf eines Blutdruckmessgerätes sollten Sie mit dem Arzt besprechen, welches Gerät für Sie geeignet ist. Ein Messgerät für das Handgelenk ist leicht anzuwenden und sehr bequem. Es ist aber nur dann zu empfehlen, wenn der Blutdruck annähernd gleiche Werte an der Ellenbeuge und am Handgelenk aufweist. Weichen die Werte um mehr als 10mmHg voneinander ab, ist ein solches Gerät nicht geeignet.

 

Da nicht alle im Handel erhältlichen Blutdruck-Messgeräte zuverlässige Werte liefern, beurteilt die Deutsche Hochdruckliga verschiedenen Blutdruckmessgeräte auf dem Markt und vergibt ein Prüfsiegel für Geräte mit hoher Messgenauigkeit. Die Hochdruckliga hält eine Liste der geeigneten Geräte bereit.

 

Um eine genaue Aussage über den Blutdruckwert zu erhalten, sollte die Messung mehrmals täglich, auch unter verschiedenen Bedingungen, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen, bei körperlicher Betätigung oder abends in Ruhe, erfolgen. Es hat sich bewährt, die gemessenen Blutdruckwerte in einen Blutdruckpass einzutragen und diesen zu jedem Arztbesuch mitzubringen.