Mammografie

Das Mammografie-Screening ist eine Reihenuntersuchung, bei der die Brust gezielt auf Krebs durchleuchtet wird. Dieses Früherkennungsprogramm wird seit 2005 allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos angeboten.

Was ist eine Mammografie?

Wörtlich übersetzt bedeutet Mammografie die Darstellung oder Aufzeichnung der Brust. Gemeint ist damit eine spezielle Röntgenuntersuchung der weiblichen oder männlichen Brust.

Findet der Arzt Hinweise auf eine krebsverdächtige Veränderung der Brustdrüse, die auf Krebs hinweisen könnte, ist die Mammografie ein wichtiges Hilfsmittel zur weiteren Abklärung.

 

Außerdem ist die Mammografie zurzeit die einzige allgemein anerkannte Methode zur Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien. 

Wie wird eine Mammografie durchgeführt? 

Eine Mammografie erfolgt in einer radiologischen Praxis, in der Röntgenabteilung eines Krankenhauses oder seltener auch von einem dafür ausgebildeten Frauenarzt. Das Mammografie-Screening, eine Reihenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs, findet hingegen in einem speziellen Screeningzentrum statt.

Es ist ratsam, am Tag der Mammografie kein Deodorant zu benutzen. Es enthält kleinste Bestandteile, die auf der Röntgenaufnahme erscheinen und dadurch die Bildbeurteilung erschweren können. Zudem empfiehlt es sich, Kleidung zu tragen, die leicht auszuziehen ist, und keinen Schmuck, der die Brust bedeckt.

Bei der Mammografie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung, das heißt, Röntgenstrahlen bilden das Brustgewebe auf einem speziellen Film ab. Die Brust wird auf einen Röntgenfilmtisch gelegt und mit einer Kompressionsplatte vorsichtig zusammengedrückt.

Um eine möglichst gute Aufnahme zu erzielen, muss der Untersucher die Brust so gut wie möglich flachdrücken. Das schmerzt zwar häufig ein wenig, steigert jedoch die Bildqualität und senkt die Strahlenbelastung.

Man fertigt von jeder Brust zwei Bilder an, einmal verläuft der Strahlengang von oben nach unten und einmal schräg durch die Brust. Das erhöht die Sicherheit, mit der etwaige Veränderungen in der Brust zu erkennen sind. Das Begutachten der Aufnahmen sollte durch mindestens zwei (erfahrene) Ärzte erfolgen.

Mit der Mammografie lassen sich feine Unterschiede in der Dichte und Zusammensetzung des Brustgewebes erkennen. Selbst winzige Verkalkungen, sogenannter Mikrokalk, die häufig erste Hinweise auf Brustkrebs liefern, sind nachzuweisen.

Eine spezielle Form der Mammografie ist die sogenannte digitale Mammografie. Die Untersuchung verläuft genauso wie oben beschrieben. Nur werden hierbei die Bilddaten elektronisch gespeichert, mithilfe eines Computers bearbeitet und die Aufnahmen auf einem Monitor betrachtet.

Beide Methoden sind mit einer Strahlenbelastung verbunden, die allerdings sehr gering ist. 

Wann wird eine Mammografie durchgeführt? 

Eine Mammografie findet zum Beispiel im Rahmen des sogenannten Mammografie-Screenings statt. Der Begriff Screening bezeichnet eine Reihenuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten. Seit einigen Jahren läuft die bundesweite Einführung dieses Programms zur Früherkennung von Brustkrebs. Daran können Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren teilnehmen.

Bereits bei Frauen ab 40 Jahren ist eine Mammografie darüber hinaus bei Veränderungen der Brust angezeigt. Zu diesen zählen beispielsweise tastbare Knoten oder Verhärtungen, Veränderungen von Form und Größe der Brust, Einziehungen oder Vorwölbungen der Haut sowie Austritt von Flüssigkeit aus einer Brustwarze. Für Frauen unter 40 Jahren empfehlen Experten zur Abklärung eines solchen Befunds zunächst eine Ultraschalluntersuchung der Brust.

Damit der Arzt Veränderungen der Brust möglichst früh feststellen kann, gehört die jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab dem 30. Lebensjahr zu den gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Aber auch von der Frau selbst bemerkte Auffälligkeiten, die der Frauenarzt als verdächtig einstuft, sind ein Grund, eine Mammografie durchzuführen.

Des Weiteren kann eine Mammografie bei Frauen mit bestimmten Risikofaktoren für Brustkrebs notwendig sein. Als Risikofaktoren gelten zum Beispiel Verwandte ersten Grades (Mutter, Schwester) oder zweiten Grades (Großmutter, Tante) mit Brustkrebs, Alter über 30 Jahre bei der ersten Geburt eines Kindes oder erste Periodenblutung im Alter unter zwölf Jahre. In diesen Fällen nimmt der Arzt allerdings zunächst eine individuelle Risikoabwägung vor und entscheidet dann in enger Zusammenarbeit mit seiner Patientin über den Nutzen einer Mammografie. 

Mitglieder (auch Männer) von Familien mit einem erblich bedingt erhöhten Brustkrebsrisiko (familiärer Brustkrebs) sollten sich in eigens dazu befähigten Zentren beraten und untersuchen lassen. Zudem gelten unter diesen Umständen besondere Früherkennungs- und Vorsorgemaßnahmen. 

Was kann mit einer Mammografie erkannt werden? 

Mammografiebilder können Veränderungen der Brust sichtbar machen, auch solche, die bei Tastuntersuchungen noch nicht entdeckt wurden. Dabei erkennt der untersuchende Arzt anhand verschiedener Kriterien, ob eine Veränderung auf Brustkrebs hinweist oder nicht.

Vor allem neu aufgetretene Veränderungen und kleinste Verkalkungen, sogenannter Mikrokalk, sind verdächtig. Definitive Aussagen erlaubt die Mammografie aber nicht. Erst durch Entnahme und mikroskopischer Untersuchung einer Gewebeprobe kann der Arzt die Diagnose Brustkrebs sicher stellen.

Nicht jede Mammografieaufnahme ist leicht zu beurteilen. So haben junge Frauen vor den Wechseljahren und solche, die Hormone einnehmen, ein sehr dichtes Brustgewebe, bei dem es schwer fällt, Veränderungen zu entdecken. Auch große, voluminöse Brüste kann der Arzt oft nur schwer beurteilen.

 

Welche anderen Untersuchungsverfahren der Brust gibt es? 

Sind bei Frauen unter 40 Veränderungen an der Brust aufgefallen oder liegt bei Frauen über 40 ein auffälliges Mammografieresultat vor, erfolgt zur weiteren Abklärung idealerweise eine Ultraschalluntersuchung der Brust, eine Mammasonografie. Dieses Verfahren ist weder schmerzhaft noch mit einer Strahlenbelastung für die Patientin verbunden.

Die Ultraschalluntersuchung der Brust eignet sich besonders gut dazu, Zysten und andere gutartige Veränderungen zu beurteilen. So lässt sich in bestimmten Fällen bei fragwürdigen Mammografiebefunden durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung eine weitere Abklärung mittels Gewebeprobeentnahme vermeiden.

Ein weiteres, etwas aufwendigeres und teures Verfahren zur Untersuchung der Brust ist die Magnetresonanztomografie der Brust, die MR-Mammografie. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der Untersucher Schnittbilder der Brust mithilfe von Magnetfeldern erzeugt. Die Methode geht, genauso wie die Ultraschalluntersuchung, nicht mit einer Strahlenbelastung einher. Darüber hinaus ist die MR-Mammografie nicht schmerzhaft und liefert zuverlässige Resultate. Experten empfehlen sie als ergänzende Untersuchung bei familiär erhöhtem Risiko für Brustkrebs. Insgesamt ist sie jedoch nicht zur Früherkennung geeignet.

Außerdem prüfen Forscher derzeit in mehreren Studien, ob die Positronen-Emissions-Tomografie beziehungsweise PET bei der Untersuchung der Brust zusätzlichen Nutzen bringt. Dieses bildgebende Verfahren beruht auf dem unterschiedlichen Stoffwechselverhalten verschiedener Gewebe. Ob Frauen tatsächlich von der PET profitieren können und welchen Stellenwert die Methode bei der Untersuchung der Brust haben wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Was ist ein Mammografie-Screening

Das Mammografie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung des Brustkrebses, also eine Reihenuntersuchung gesunder Frauen einer bestimmten Altersgruppe in festgelegten Abständen. Dadurch soll die Sterberate an Brustkrebs gesenkt werden. Denn in den meisten Fällen gilt: Je früher Brustkrebs erkannt und behandelt wird, umso größer sind die Heilungsaussichten.

 

Studien aus anderen Ländern haben gezeigt, dass Frauen zwischen 50 und 69 Jahren am meisten von einem Mammografie-Screening profitieren, daher wird es in Deutschland für diese Altersgruppe eingeführt. Frauen dieses Alters erhalten in etwa zweijährigen Abständen eine Einladung zur Screening-Untersuchung.

Wenn Sie am organisierten Screeningprogramm teilnehmen, bekommen Sie das Ergebnis der Untersuchung nicht im Mammografiezentrum mitgeteilt. Vielmehr wird Ihnen der Befund in der Regel nach sieben Werktagen schriftlich übermittelt.

Bei allen positiven Erwartungen, die mit diesem Programm verbunden sind, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die Teilnahme für Frauen insbesondere dann auch eine große seelische Belastung bedeuten kann, wenn verdächtige Befunde vorliegen, die einer weiteren Abklärung bedürfen.

Ist Früherkennung Vorsorge?

Früherkennung schützt Sie nicht unbedingt davor an Krebs zu erkranken. Sie soll nur Krebs in einem Frühstadium erkennen. Vorsorge dagegen verhindert, dass eine Krankheit ausbricht. So bewirkt zum Beispiel eine Impfung gegen Masern, dass die Person diese Krankheit nicht bekommt. Bei der Impfung handelt es sich also um Vorsorge.

 

Viele Frauenärzte empfehlen die Mammografie als "Vorsorge“. Viele Frauen glauben, dass sie nicht an Brustkrebs erkranken, wenn sie regelmäßig zur Mammografie gehen. Das ist ein Trugschluss. Die Röntgenuntersuchung der Brust – genauso wie die Selbstuntersuchung oder das Abtasten durch Ärzte - ist eine Momentaufnahme, keine Vorsorge: 

  • Mithilfe der Mammografie kann ein Brusttumor möglicherweise in einem frühen Stadium erkannt, behandelt und eventuell geheilt werden (Früherkennung). Sie kann aber keinen Brustkrebs verhindern.
  • Es gibt Fälle, in denen die Früherkennung nichts nützt. Durch eine frühe Entdeckung des Brustkrebses wird nur der Diagnosezeitpunkt vorverlegt. Die Frau wird dadurch früher zur Patientin, das heißt, ihre Krankheitsphase verlängert sich, sie lebt aber deshalb nicht länger. Früher ist nicht immer besser.
  • Ein Teil der Frauen wird sogar erst durch die Früherkennung zu Brustkrebspatientinnen. Man spricht von Überdiagnosen und Übertherapien (siehe S....)

   Eine frühere Diagnose führt nicht immer zu einer längeren Lebensdauer. Wie diese Modellrechnung darstellt, wurde in diesem Fall nur der Diagnosezeitpunkt vorverlegt und dadurch die Krankheitsphase um drei Jahre verlängert. Die Frau stirbt in beiden Fällen mit 65 Jahren. 

 

 

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