Geringfügig beschäftigt

Wer einen Minijob hat oder in einem befristeten Aushilfsjob geringfügig beschäftigt ist, muss grundsätzlich aus dieser Beschäftigung keine eigenen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Es gibt aber auch Fälle, in denen das nicht so ist. Erfahren Sie hier alles Wichtige.

 

Wann bin ich geringfügig beschäftigt?

Geringfügig beschäftigt sind Sie, wenn Sie in einem Minijob mit einem Einkommen von maximal 450 Euro arbeiten. Oder wenn Sie nur kurzfristig einen befristeten Aushilfsjob machen, zum Beispiel als Schüler in den Ferien.

Muss ich aus einem Minijob Beiträge bezahlen?

Ein Minijob ist grundsätzlich beitragsfrei für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn Sie damit nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Beiträge zur Rentenversicherung fallen beim Minijob allerdings an. Sie können sich aber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Legen Sie dazu Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag (PDF, 47 KB) vor. Der Antrag gilt für alle von Ihnen ausgeübten geringfügigen Beschäftigungen und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend.

 

Bei einem Minijob kommt es nicht darauf an, wie lange oder wie oft Sie arbeiten, sondern nur auf den Verdienst. Erhalten Sie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zählt es anteilig zu Ihrem monatlichen Verdienst hinzu.

 

Ein Minijob führt nicht dazu, dass Sie kranken- und pflegeversichert sind. Daher müssen Sie anderweitig kranken- und pflegeversichert sein, zum Beispiel familienversichert oder versichert als Arbeitnehmer oder Studierende.

Kann ich familienversichert bleiben, wenn ich einen Minijob habe?

Ja, wenn Sie in dem Minijob nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Weitere beitragspflichtige Einkünfte dürfen Sie allerdings als Familienversicherter nicht haben.

 

Mehr über die Voraussetzungen zur Familienversicherung erfahren Sie hier:

Bin ich über den Minijob krankenversichert?

Nein. Das gilt auch für einen geringfügigen befristeten Aushilfsjob. Sie müssen also auf jeden Fall anderweitig krankenversichert sein, zum Beispiel familienversichert. Oder versichert als Student, Rentnerin, Arbeitnehmer oder als Künstler oder Publizist.

 

Ist das nicht möglich, können Sie sich freiwillig versichern. In diesem Fall kann es jedoch sein, dass Sie Beiträge für Ihr Einkommen aus dem Minijob zahlen müssen.

Kann ich mehrere Minijobs nebeneinander haben?

Ja. In diesem Fall werden die Verdienste zusammengerechnet.

 

Dabei gilt: Wenn Sie insgesamt - mit allen Ihren Jobs - mehr als 450 Euro monatlich verdienen, werden Sie als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig, und es fallen Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung an.

Kann ich einen Minijob neben meiner Hauptbeschäftigung haben?

Ja. Ist es nur ein einzelner Minijob, brauchen Sie dafür keine Beiträge in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

 

Bei mehr als einem Minijob werden die Verdienste ab dem zweiten Minijob aber mit dem Verdienst aus der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Auf den so errechneten Verdienst zahlen Sie und Ihre Arbeitgeber dann Beiträge. Nur für die Arbeitslosenversicherung brauchen Sie auch bei Ihrem zweiten und weiteren Minijob keinen Beitrag zu zahlen.

Ich bin in Elternzeit. Kann ich einen Minijob annehmen?

Ja, Sie können einen Minijob annehmen. Den Minijob können Sie auch bei dem Arbeitgeber machen, bei dem Sie Ihre Beschäftigung gerade wegen der Elternzeit unterbrechen.

Ich mache einen befristeten Aushilfsjob. Muss ich Beiträge bezahlen?

Häufig nicht. Denn innerhalb eines Kalenderjahres können Sie grundsätzlich insgesamt drei Monate lang beitragsfrei beschäftigt arbeiten, ohne sozialversicherungspflichtig zu werden. Der Arbeitsvertrag muss allerdings von vornherein festlegen, dass die Beschäftigung auf maximal drei Monate befristet ist. Arbeiten Sie weniger als fünf Tage in der Woche, muss der Vertrag die Beschäftigung auf 70 Arbeitstage befristen.

 

Mehrere kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet. Das bedeutet für Sie: Wenn Sie durch mehrere Aushilfsjobs in einem Kalenderjahr mehr als drei Monate arbeiten, müssen Sie sich als Arbeitnehmer/in selbst krankenversichern und Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung zahlen. Wenn Sie nicht volle drei Kalendermonate beschäftigt waren, gelten statt der drei Monate 90 Kalendertage.

 

Die Höhe Ihres Verdienstes spielt für die Sozialversicherung bei der befristeten geringfügigen Beschäftigung in der Regel keine Rolle.

Wie kann ich mich von der Rentenversicherungspflicht bei einer geringfügigen Beschäftigung befreien lassen?

Legen Sie Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag vor. Der Antrag gilt für alle von Ihnen ausgeübten geringfügigen Beschäftigungen und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend. Das bedeutet auch, dass Sie mit Ihrem Minijob keine Ansprüche auf spätere Leistungen aus der Rentenversicherung erwerben.

Welche Beiträge muss der Arbeitgeber bei einem Minijob zahlen?

Bei einem Minijob zahlt Ihr Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag zur Kranken- und Rentenversicherung: 13 Prozent für die Krankenversicherung und 15 Prozent für die Rentenversicherung.

 

Eine Krankenversicherung entsteht dadurch allerdings für Sie als Minijobber nicht. Deshalb müssen Sie immer anderweitig krankenversichert sein, zum Beispiel familienversichert oder versichert als Arbeitnehmer/in, Student/in oder Rentner/in.

 

Die Beiträge für Minijobs führt der Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale ab. Sie ist eine Einrichtung der Knappschaft Bahn See, die bundesweit für Fragen zu den Minijobs zuständig ist. Ihr Arbeitgeber findet ausführliche Informationen über die geringfügigen Beschäftigungen auf dem Firmenkundenportal der TK.