Beschäftigung von Studenten aus EU- / EWR-Staaten

Möchten Sie einen Studenten aus einem Staat der EU beziehungsweise des europäischen Wirtschaftsraums beschäftigen, müssen Sie als Arbeitgeber auf die Veränderung des Wohnstaatsprinzips achten.

Studenten unterliegen den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedsstaates, wenn sie an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland studieren und ihren Wohnsitz in einem anderen EU- oder EWR-Staat haben. Der Studienort in Deutschland gilt dadurch als vorübergehender Aufenthaltsort.

 

Änderung bei Beschäftigung oder Selbstständigkeit

Dies ändert sich, sobald ein Studierender eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit aufnimmt. Dann wird das Wohnstaatsprinzip aufgehoben, und es gelten die Rechtsvorschriften des Beschäftigungsstaates. Weitere Informationen finden Sie im Rundschreiben vom 6. Dezember 2017 (PDF, 932 KB, nicht barrierefrei).

 

Minijob, Praktikum und Werkstudenten

Das Wohnstaatsprinzip gilt auch dann nicht mehr, wenn der Student in Deutschland eine geringfügige Beschäftigung oder eine werkstudentische Beschäftigung aufnimmt. Beginnt er ein bezahltes Praktikum, gilt das Wohnstaatsprinzip ebenfalls nicht mehr - auch wenn das Praktikum in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben ist. Ein Praktikum ohne Arbeitsentgelt gilt dagegen nicht als Beschäftigung und hat daher keine Auswirkungen auf die Leistungsansprüche aus dem Ausland.


Die Art der Versicherung ist abhängig vom Personenkreis und den vorherigen Versicherungen. Wir haben einige Beispiele für Sie zusammengestellt:

 

BeispielArt der Versicherung
Ein Student aus Spanien nimmt einen 450-Euro-Job in Deutschland auf.

Krankenversicherung der Studenten, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

 

Sind die Voraussetzungen für die Krankenversicherung der Studenten nicht erfüllt, muss eine freiwillige Versicherung erfolgen.

 

 

 

 

Ein Student aus Frankreich nimmt eine werkstudentische Beschäftigung in Deutschland auf.
Ein Student aus Portugal nimmt eine nebenberufliche selbstständige Tätigkeit in Deutschland auf.
Ein Student aus Italien nimmt ein nicht vorgeschriebenes Vor-, Zwischen- oder Nachpraktikum mit einem Arbeitsentgelt bis 450 Euro in Deutschland auf.
Ein Student aus Griechenland nimmt ein vorgeschriebenes Zwischenpraktikum gegen Arbeitsentgelt in Deutschland auf.

Ein Student aus Dänemark nimmt ein nicht vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum mit einem Arbeitsentgelt über 450 Euro in Deutschland auf.

Es besteht Versicherungspflicht als Arbeitnehmer.

 

Ausnahme: Es handelt sich um eine kurzfristige Beschäftigung.

Ein Student aus Belgien nimmt ein nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum mit einem Arbeitsentgelt über 450 Euro in Deutschland auf.

Es besteht Versicherungspflicht als Arbeitnehmer.

 

Ausnahme: Es handelt sich um eine werkstudentische Beschäftigung.

Ein Student aus den Niederlanden nimmt ein vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum gegen Arbeitsentgelt in Deutschland auf.

Es besteht Versicherungspflicht als Auszubildender.

 

Hinweis: Beträgt das Arbeitsentgelt nicht mehr als 325 Euro, zahlt der Arbeitgeber auch den Arbeitnehmeranteil.

 

Mehr Informationen im Beratungsblatt

In unserem Beratungsblatt Beschäftigung von Studenten und Praktikanten (PDF, 237 KB) finden Sie diese und weitere Informationen mit anschaulichen Beispielen.