"Wir helfen Ärzten dabei, ihr Versorgungsverhalten zu optimieren, damit jeder Patient das für ihn beste Medikament bekommt." 

Tim Steimle, Leiter des Fachbereichs Arzneimittel

Arzneimitteltherapiesicherheit

 

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist ein Thema, das zwar schon lange diskutiert wird, aber noch immer nicht ausreichend im Versorgungsalltag angekommen ist. Dabei sollte es selbstverständlich sein, in der Therapie auf Neben- und Wechselwirkungen sowie Kontraindikationen zu achten. In der Realität hakt es noch, so lautet das Fazit der Konferenz "Innovationen für mehr Sicherheit" der TK. Vertreter von Patienten, Ärzten, Apothekern, Wissenschaftler und die gemeinsame Selbstverwaltung kamen hier zu Wort und diskutierten Strategien, um die Situation zu verbessern. Große Hoffnungen liegen im Innovationsfonds, der Versorgungsprojekte fördern soll.

 Die AMTS-Konferenz

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Die ArzneimittelCoaches

Chronische Erkrankungen gehören zu den größten Herausforderungen im Gesundheitswesen. Die Betroffenen sind oft stark eingeschränkt und trotz guter medizinischer Versorgung kann sich ihr Gesundheitszustand verschlechtern. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Therapie ist das Einhalten des Behandlungsschemas - die Therapietreue. Im Alltag nicht immer eine leichte Aufgabe. TK-Versicherte mit Rheuma, Typ-2-Diabetes oder einer Koronaren Herzkrankheit können durch ArzneimittelCoaches der TK unterstützt werden. Dabei werden sie telefonisch und mit begleitenden Materialien individuell in ihrer Therapie begleitet - in enger Abstimmung mit Arzt und Apotheke.

Die TK geht mit dem Angebot auf ihre Versicherten mit Typ-2-Diabetes oder Koronaren Herzkrankheiten zu. Patienten mit Rheuma werden von ihrem Arzt angesprochen.

 

Ein Apotheker bei der TK

 Interview mit Tim Steimle

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Interview mit Tim Steimle, Leiter Fachbereich Arzneimittel bei der TK

"Im ständigen Dialog mit Kunden, Ärzten und Apothekern"

Tim Steimle

Was macht ein Apotheker bei einer Krankenkasse?
Nun, wir kümmern uns natürlich um Arzneimittel. Da geht es zum Beispiel um Rabattverträge mit Pharmaunternehmen, Abrechnungen mit Apotheken und die Zusammenarbeit mit Ärzten. Uns ist vor allem der ständige Dialog mit Kunden, Ärzten und Apothekern wichtig, damit wir den Blick für das Wesentliche im Versorgungsalltag behalten.

Sie sind also für das Sparen bei Arzneimitteln zuständig?
Uns ist vor allem die Qualität wichtig. Jährlich geben wir mit der Universität Bremen den Innovationsreport raus. Er gibt Ärzten einen Überblick über die neuen Arzneimittel eines Jahrgangs und zeigt, ob die neuen Medikamente wirklich besser sind als die bisherigen. Damit wollen wir auch ein Gegengewicht zu den Vermarktungs-Strategien der Pharmaindustrie bilden. Wir helfen Ärzten dabei, ihr Versorgungsverhalten zu optimieren, damit jeder Patient das für ihn beste Medikament bekommt.

Sie arbeiten also auch direkt mit Ärzten zusammen?
Natürlich. Wir haben mit dem TK-Rheumavertrag einen Weg gefunden, wie der Arzt sehr teure Medikamente wirtschaftlich verordnen kann. Gleichzeitig behält er aber seine Therapiehoheit und kann unter verschiedenen Medikamenten das Beste für seinen Patienten auswählen. Hier stehen wir im engen Austausch mit dem Bundesverband Deutscher Rheumatologen und den Herstellern.

Wo bleibt da der Patient?
Für den Patienten bieten wir ein besonderes Coaching an. Wenn der behandelnde Rheumatologe entscheidet, ob der Patient zusätzlich betreut werden soll, nimmt speziell geschultes Personal der TK Kontakt mit ihm auf. Im Dialog beraten sie sich dann generell über die Therapie, zum Beispiel über die Angst vor einer Cortisonbehandlung oder die Medikamenteneinnahme. Auch die Apotheke wird in die Beratung einbezogen.

Gibt es auch Coachings für andere Krankheiten?
Zurzeit gibt es den TK-Arzneimittel-Coach für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und rheumatoider Arthritis. In Vorbereitung ist auch ein Angebot für Versicherte mit koronarer Herzkrankheit und Asthma.

Worin liegen Ihre Herausforderungen in der Zukunft?
Zum einen möchten wir die Versorgung unserer Kunden weiter verbessern. Dafür arbeiten wir an weiteren Angeboten wie den Coaches. Andererseits müssen die großen Fortschritte, die in den nächsten Jahren aus der Pharmaindustrie erwartet werden, auch finanzierbar bleiben.
Es ist schon mal gut, dass wir mit dem AMNOG den Preis für ein neues Medikament verhandeln und er nicht mehr einfach von der Industrie festgelegt wird. In einigen Fällen schaffen die Unternehmen es aber trotzdem, dieses System zu umgehen oder abzuschwächen. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf.

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