Versorgungsdaten

Die Versorgungsforschung im WINEG basiert im Wesentlichen auf der Auswertung von TK-Abrechnungs- und Befragungsdaten. Hier ein kurzer Überblick unserer Methoden und Arbeitsweisen:

 

TK-Routinedaten = Sekundärdaten

Diese Daten werden vorrangig zur Leistungsabrechnung von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung erhoben, daher nennt man sie Routinedaten. In den letzten Jahren jedoch wurden sie zunehmend auch zur Beantwortung ganz bestimmter Forschungsfragen herangezogen.

Die Nutzung von Sekundärdaten hat deutlich an Bedeutung gewonnen – als Grundlage für diverse Fragestellungen der Versorgungsforschung und weitergehend für gesundheitspolitische Entscheidungen.

 

Daten aus Befragungen = Primärdaten

Die Erhebung und Analyse von Daten aus Befragungen – Primärdaten also – spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der TK und im WINEG. Hierbei werden sowohl TK-Versicherte, insbesondere betroffene Patienten, als auch Leistungserbringer wie Ärzte oder Krankenhäuser mithilfe von wissenschaftlich-validierten Instrumenten befragt. Diese Befragungen werden klassischerweise per Brief oder immer häufiger auch online durchgeführt.

Aus den resultierenden Befragungsdaten lassen sich mit Hilfe geeigneter statistischer Verfahren auch Aussagen für die Gesamtbevölkerung treffen.

 

Herausforderungen

Die Auswertung von Routinedaten ist eine relativ neue Forschungspraxis, bei der für viele Fragestellungen noch keine gängigen Methoden zur Auswertung etabliert sind. Daher beteiligt sich das WINEG auch an der Entwicklung von methodischen Standards.

 

Für an der Datenanalytik Interessierte online verfügbar ist der Leitfaden "Grundlagen und Methoden von GKV-Routinedatenstudien" des Center for Health Economics Research Hannover (CHERH). Ausführlicher über Grundlagen, Methoden und Perspektiven informiert das Handbuch "Routinedaten im Gesundheitswesen", geschrieben unter Mitwirkung des WINEG, herausgegeben von Swart et al.

(ISBN 978-3-456-85435-9).

 

Bei den Befragungen liegen die Herausforderungen vor allem in der logistischen Umsetzung der Maßnahmen. Die Sicherstellung des gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutzes, ist bei allen Versorgungsdaten essentiell.