Innovationsfonds

Zur Förderung neuer Versorgungsformen und Versorgungsforschung legt die Bundesregierung für die Jahre 2016 bis 2019 einen Innovationsfonds auf. Der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eingerichtete Innovationsausschuss legt die Schwerpunkte und Kriterien für die Förderung fest, führt Interessenbekundungsverfahren durch und entscheidet über die eingegangenen Projektanträge auf Förderung. Die Projektanträge der zweiten Förderungswelle Versorgungsforschung wurden am 9.11.2017 vom Innovationsausschuss entschieden.

 

Zusagen für die zweite Förderungswelle

Das WINEG wird als Konsortialpartner an drei geförderten Projekten beteiligt sein.

ENQuiRE - Evaluierung der Qualitätsindikatoren von Notaufnahmen auf Outcome-Relevanz für den Patienten

Förderschwerpunkt

Versorgungsforschung themenoffen

 

Ziel des Projekts

Ziel dieses Projekts ist die Evaluierung von Qualitätsindikatoren für Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser zur Verbesserung der Patientenversorgung. Dazu sollen die Daten aus Notaufnahmen mit Outcome-relevanten Daten aus der sich anschließenden ambulanten und stationären Versorgung verknüpft werden. Auf Basis dieser Verknüpfung lassen sich relevante Qualitätsindikatoren für die Notaufnahmen evaluieren. Dieses mit dem Ziel die Patientenversorgung durch ein wissenschaftlich fundiertes Qualitätsmanagement in Notaufnahmen zu verbessern.

 

Inhalt

In den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser werden standardisierte Qualitätskriterien bisher nicht verpflichtend erhoben. Seit einigen Jahren werden Versuche unternommen, anhand von definierten Qualitätsindikatoren eine Qualitätssicherung in den Kliniken zu etablieren. Aus nationalen und internationalen Publikationen konnten Qualitätsindikatoren für die Notaufnahme identifiziert werden. Diese Qualitätsindikatoren werden in Bezug auf ihr patientenrelevantes Outcome adjustiert, evaluiert und schaffen damit die Grundlage für ein externes Benchmarking von Notaufnahmen.

 

Konsortialführer

Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Universität Magdeburg; Prof. Dr. Felix Walcher

 

Konsortialpartner

Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie, Universität Magdeburg; Prof. Dr. Bernt-Peter Robra

Medizinische Informatik, Departement für Versorgungsforschung, Universität Oldenburg; Prof. Dr. Rainer Röhrig

Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Universität Witten/Herdecke; Prof. Dr. Rolf Lefering

Fachbereich Gesundheitswesen, Hochschule Niederrhein; Prof. Dr. Saskia Drösler

Notfallmedizin, Charité Universitätsmedizin Berlin; Prof. Dr. Martin Möckel

Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG); Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag, PD Dr. Udo Schneider

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Felix Walcher

Projektleitung TK/WINEG: Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag

PPE - Pflegeintensität und pflegesensitive Ergebnisindikatoren in deutschen Krankenhäusern

Förderschwerpunkt

Versorgungsforschung themenoffen

 

Ziel des Projekts

Primäres Ziel dieses Projektes ist die Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Pflegeintensität und Versorgungsqualität im Krankenhaus. Bislang existiert in Deutschland keine Evidenz, ob beispielsweise das Ausbildungsniveau und die Anzahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern die Ergebnisqualität der medizinischen Behandlung beeinflusst. Aus der internationalen Literatur lassen sich allenfalls Hinweise zur optimalen Personalausstattung und ihrer Einflussfaktoren ableiten. Um konkrete Ansätze zur Verbesserung der Versorgungsqualität und -effizienz zu erzielen, erfolgt eine Datenanalyse auf Basis international anerkannter Qualitätsindikatoren.

 

Inhalt

Zur Beantwortung der Fragen, inwieweit Pflegekraftverhältniszahlen und die Ausbildung der Pflegekräfte in Krankenhäusern die patientenbezogene Ergebnisqualität beeinflussen, sollen Personalstrukturdaten der Krankenhäuser auf Fachabteilungsebene aus den strukturierten Qualitätsberichten mit Ergebnisqualitätsparametern aus den Abrechnungsdaten und Patientenbefragungen in Verbindung gebracht werden. Hinweise auf optimale Verhältniszahlen und Qualifikationen können gewonnen werden, indem Unterschiede in den Verhältniszahlen und der Qualifikation der Pflegekräfte in Verbindung mit pflegesensitiven Qualitätsindikatoren analysiert werden.

 

Konsortialführer

Universität Hamburg, Hamburg Center for Health Economics (HCHE), Prof. Dr. Jonas Schreyögg

 

Konsortialpartner

University of Southern Denmark und Universität Hamburg, Hamburg Center for Health Economics (HCHE), Prof. Dr. Vera Winter

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW), Prof. Dr. Gabriele Meyer, Dr. Steffen Fleischer

Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), PD Dr. Udo Schneider, Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag

Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) Ralf Heyder, Generalsekretär

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Jonas Schreyögg

Projektleitung TK/WINEG: PD Dr. Udo Schneider

VASOB - Versorgung von Patienten mit ADHS: Vom Status Quo zur Optimierung der Behandlung

Förderschwerpunkt

Versorgungsforschung themenoffen

 

Ziel des Projekts

Ziel dieses Projekts ist die Analyse der Behandlungsempfehlungen zur derzeitigen Versorgung von Patienten mit ADHS. Durch die Analysen identifizierte Versorgungsdefizite werden mit den entsprechenden Fachgesellschaften erörtert und bilden eine evidenzbasierte Grundlage für die Erarbeitung begründeter Modellkonzepte mit optimierten Behandlungsstrukturen.

 

Inhalt

Die Studie beinhaltet sowohl eine Analyse von Routinedaten der Techniker Krankenkasse als auch Fragebogenerhebungen zur Analyse des Ist-Zustands der Versorgung. Dabei sollen Versorgungsdefizite von Patienten mit ADHS identifiziert werden. Im Rahmen des Projekts werden gemeinsam mit den beteiligten Experten Ursachen für eventuelle Abweichungen von festgelegten Versorgungsvorgaben erarbeitet. Aus diesen Ergebnissen leitet das Projekt Handlungsempfehlungen für die Umsetzung optimierter Behandlungskonzepte ab.

 

Konsortialführer

Leibniz Universität Hannover, Institut für Versicherungsbetriebslehre (IVBL), Center for Health Economics Research Hannover (CHERH); Prof. Dr. J-Matthias Graf von der Schulenburg

 

Konsortialpartner

Leibniz Universität Hannover, Institut für Versicherungsbetriebslehre (IVBL), Center for Health Economics Research Hannover (CHERH); Dr. Jan Zeidler, Dr. Kathrin Damm, Mike Klora

Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG); Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag, PD Dr. Udo Schneider

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen; PD Dr. Bernhard Kis, Dr. Philipp Heßmann

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg

Projektleitung TK/WINEG: Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag

 

Zusagen für die erste Förderungswelle

In der ersten Förderungswelle ist das WINEG an sieben bewilligten Versorgungsforschungsvorhaben als Konsortialpartner beteiligt.

Accountable Care in Deutschland (ACD) Verbesserung der Patientenversorgung durch Vernetzung von Leistungserbringern

Förderschwerpunkt

Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Unnötige (Wieder-)Einweisungen ins Krankenhaus lassen sich oft vermeiden, wenn alle behandelnden Ärzte und Kliniken miteinander kooperieren. Doch häufig wissen sie nicht einmal, dass sie die gleichen Patienten behandeln. Das Projekt "Accountable Care" will daher in einer explorativen Interventionsstudie aktiv Leistungserbringer, die tatsächlich gemeinsame Patienten haben, in Qualitätszirkeln zusammenführen. Dazu nutzt es ein strukturiertes Feedback. Damit soll ein praktikabler Weg zur Vernetzung von ambulanter und intersektoraler Regelversorgung erprobt und nutzbar gemacht werden, der die Versorgung der Patienten nachweislich verbessert.

 

Inhalt

Die TK und weitere beteiligte Krankenkassen stellen Routinedaten bereit, aus denen zusammen mit Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) hervorgeht, welche Leistungserbringer die gleichen Patienten behandeln. Die beteiligten KV laden diese Leistungserbringer, sofern sie zur Interventionsgruppe gehören, zu moderierten Qualitätszirkeln ein. Dort erhalten sie strukturiertes Feedback über ihre Behandlungsergebnisse und erarbeiten gemeinsam netzwerktypische Behandlungspfade für ausgewählte Krankheitsbilder. Etwa 18 Monate nach Beginn und nach Ende der Interventionszeit vergleicht das Projekt die Raten vermeidbarer (Wieder-)Einweisungen ins Krankenhaus bei vernetzten und nicht vernetzten Leistungserbringern und ermittelt die Kosteneffektivität.

 

Konsortialführer

LMU München

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Medizinische Hochschule Hannover, AOK Rheinland/Hamburg, AOK Nordwest, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung; Kassenärztliche Vereinigungen Hamburg, Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe, Nordrhein

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Leonie Sundmacher

Projektleitung TK/WINEG: PD Dr. Udo Schneider

 

AMTS in utero - Untersuchungen zur Arzneimitteltherapiesicherheit in der Schwangerschaft basierend auf Routinedaten in Deutschland

Förderschwerpunkt

Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und/oder Patientensicherheit in der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Die Sicherheit der Arzneimitteleinnahme während der Schwangerschaft für Mutter und Kind ist für viele Arzneimittel ungeklärt. In Deutschland gibt es deshalb einerseits eine restriktive Verordnungspraxis, andererseits erhalten Schwangere Medikamente, die nachweislich zu bestimmten Zeitpunkten das Ungeborene schädigen können. Ziel des Projekts "AMTS in utero" ist es, die GKV-Routinedaten für die Beantwortung relevanter Fragen zur Patientensicherheit während der Schwangerschaft nutzbar zu machen. Damit soll  eine methodische Basis für künftige Forschungsarbeit zu diesem Thema gelegt werden.

 

Inhalt

Mithilfe von GKV-Routinedaten zu Mutter und Kind werden Hypothesen zur Wirkung von Arzneimitteln während der Schwangerschaft auf den Schwangerschaftsverlauf und auf das Kind überprüft. Dazu wird ein Forschungsverbund etabliert. Er soll zunächst die Methoden zur Auswertung der Routinedaten zu Arzneimittelrisiken in der Schwangerschaft

(weiter-)entwickeln, überprüfen und standardisieren. Anschließend setzt das Projekt die entwickelten Methoden und Algorithmen ein, um die Wirkung zweier ausgewählter Arzneimittel auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes zu analysieren. Damit zeigt es den Nutzen der Methoden und klärt zugleich aktuelle offene Sicherheitsfragen.

 

Konsortialführer

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS)

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité (Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie)

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Ulrike Haug

Projektleitung TK/WINEG: Prof. Roland Linder, Dr. Susanne Engel

CIRSforte - Fortentwicklung von Fehlerberichts- und Lernsystemen (CIRS) für die ambulante Versorgung

Förderschwerpunkt

Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Patientensicherheit in der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Die aktive Teilnahme an einem Fehlerberichts- und Lernsystem (CIRS) gilt als eines der wichtigsten Elemente des Risikomanagements für ambulante Arztpraxen. Doch es reicht nicht aus, nur das System bereitzustellen - es muss auch genutzt werden. Das Projekt CIRSforte will auf Basis praxisnaher Analysen Empfehlungen entwickeln, erproben und implementieren, wie Nutzungsbarrieren überwunden und Praxisteams in der ambulanten Versorgung für die Teilnahme an CIRS gewonnen werden können.

 

Inhalt

Beteiligt werden in mehreren Pilotregionen rund 400 ambulante Praxen. Projektmitarbeiter erfassen zunächst über qualitative Interviews mit Praxisteams deren Erfahrungen mit CIRS  und welche Anforderungen sie daran stellen. Dann erarbeitet das Projekt auf breiter Basis Empfehlungen, wie die Nutzung optimiert werden kann. Anschließend implementiert es diese Empfehlungen in regional zusammengehörigen Gruppen von Praxen, zum Teil auch intersektoral. Dies ermöglicht praxis- und sektorenübergreifende Lösungen für Sicherheitsprobleme. Das Projekt unterstützt die Praxisteams, CIRS optimal für das interne Qualitätsmanagement zu nutzen, und fördert den Austausch der Praxen untereinander. Der Erfolg dieser Implementierung wird evaluiert. Die empirisch überprüften Empfehlungen können anschließend durch den G-BA in Richtlinien genutzt werden.

 

Konsortialführer

Goethe Universität Frankfurt, Institut für Allgemeinmedizin

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Aktionsbündnis Patientensicherheit; Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin; Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Asklepios-Kliniken GmbH

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, Dipl. Soz. Martin Beyer

Projektleitung TK/WINEG: Hardy Müller

EMPAR - Einfluss metabolischer Profile auf die Arzneimitteltherapiesicherheit in der Routineversorgung

 Förderschwerpunkt

Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Die genetische Ausstattung eines Menschen beeinflusst seine Reaktion auf etwa jedes dritte Arzneimittel. Dosierungen oder Wirkstoffe können daher für einige Patienten nützlich, für andere ineffizient oder sogar schädlich sein. Mit pharmakogenetischen Tests lässt sich für den Patienten ein (Stoffwechsel-)Profil erstellen, das Voraussagen über die individuelle Wirkung des Arzneimittels ermöglicht. Das Projekt EMPAR will mithilfe von GKV-Routinedaten überprüfen, wie sich diese Profile im Alltag der sektorenübergreifenden Versorgung auf deren Ergebnisse und Kosten auswirken. Die Erkenntnisse sollen langfristig dazu beitragen, die pharmakologischen Tests im Versorgungsalltag zu implementieren und dessen Effizienz zu verbessern.

 

Inhalt

Untersucht werden die Zusammenhänge an rund 10.000 TK-Versicherten ab 60 Jahre, die mindestens ein Arzneimittel einnehmen, dessen Verstoffwechslung nachweislich genetisch beeinflusst wird. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und setzt eine Einverständniserklärung voraus. Die TK-Versicherten nehmen selbst einen Wangenabstrich und schicken ihn an das Projektlabor. Dort wird der Genotyp bestimmt. Eine Vertrauensstelle führt die pseudonymisierten Abrechnungs- und Leistungsdaten der TK-Versicherten mit den Labordaten zusammen. Anschließend wird mit statistischen Methoden die Wirkung des Genotyps auf den Versorgungsalltag analysiert, zum Beispiel auf den Gesundheitszustand, Einweisungen ins Krankenhaus, Eintritt einer Pflegestufe, Medikationswechsel und die Kosten. Betrachtet wird ein Zeitraum von vier Jahren.

 

Konsortialführer

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Bonn

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Julia Stingl

Projektleitung TK/WINEG: Prof. Roland Linder

KARDIO-Studie - Linksherzkatheter bei Brustschmerzen und KHK, Verbesserung der Indikationsqualität

Förderschwerpunkt

Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung; Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Brustschmerzen sind nur bei einigen Betroffenen durch eine Koronare Herzkrankheit (KHK) bedingt. Trotzdem wird in Deutschland häufig das Linksherzkatheter zur Diagnostik eingesetzt, in einigen Regionen sogar viermal so häufig wie in anderen. Dies lässt vermuten, dass neben der medizinischen Indikation auch andere Faktoren zum Einsatz dieses invasiven Verfahrens führen, etwa Fehlanreize, regionale Strukturen oder Erwartungen des Patienten. Das Projekt will untersuchen, ob es solche Faktoren gibt und wenn ja, wie sich die Qualität der Indikation für das Linksherzkatheter verbessern lässt.

 

Inhalt

Das Projekt ermittelt auf Kreisebene die Anzahl der Linksherzkatheter und prüft ihren Zusammenhang mit möglichen Einflussfaktoren, etwa Alter, Geschlecht, sozialen Indikatoren, Morbidität und vorhandenen Behandlungskapazitäten. Dazu nutzt es neben GKV-Routinedaten auch Strukturdaten des statistischen Bundesamts und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Es identifiziert hoch- und niedrig versorgte Regionen und führt dort qualitative vertiefende Analysen durch, etwa durch Fokusgruppen und Einzelinterviews mit Ärzten vor Ort. Auf dieser Basis und orientiert an den nationalen Leitlinien erarbeitet, implementiert und evaluiert es anschließend mit lokalen Akteuren aus vier Hochversorgungsregionen sektorübergreifende regionale Behandlungspfade.

 

Konsortialführer

Universität Marburg, Abteilung für Allgemeinmedizin

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); AOK Bundesverband; Barmer-GEK; Ludwig-Maximilians-Universität München /LMU); Universitätskrankenhaus Eppendorf, Hamburg; Stiftung Institut für Herzinfarktforschung (IHF); Deutsche Gesellschaft für Kardiologie; Ärztliches Zentrum für Qualität; Ostbayrische Technische Hochschule Regensburg; AWMF- Institut für Medizinisches Wissensmanagement

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff

Projektleitung TK/WINEG: Dr. Udo Schneider, Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag

KOL-OPT - Fehlversorgung bezüglich Kontroll-Koloskopien in Deutschland Ausmaß, Determinaten und Konzipierung von Lösungsansätzen

Förderschwerpunkt

Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und/oder Wirtschaftlichkeit der GKV-Versorgung

 

Ziel des Projekts

Die Darmspiegelung (Koloskopie) kann das Auftreten von Darmkrebs und die Wahrscheinlichkeit verringern, daran zu sterben. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland sehr viele Koloskopien - jedoch ohne einen vergleichbar großen Effekt auf die Darmkrebsinzidenz und -mortalität. Bisherige Analysen legen nahe, dass Koloskopien in Deutschland häufig in zu kurzen Abständen zur Kontrolle eingesetzt werden. Andererseits gibt es Hinweise, dass rund die Hälfte der Risikopatienten - zum Beispiel mit fortgeschrittenen Krebsvorstufen - keine Kontroll-Koloskopie erhält, obwohl sie sinnvoll wäre. Das Projekt "KOL-OPT" will daher die Fehlversorgung bei Kontroll-Koloskopien und deren Ursachen fundiert ermitteln sowie Lösungsansätze finden, ihr entgegenzuwirken.

 

Inhalt

Anhand von Routinedaten zu rund 20 Millionen GKV-Versicherten aus den Jahren 2004 bis 2014 in der Pharmakoepidemiologischen Forschungsdatenbank GePaRD überprüft das Projekt die Inanspruchnahme von Kontroll-Koloskopien. Es analysiert die Fehlversorgung sowie mögliche Gründe und berechnet die ökonomischen Konsequenzen zu kurzer Kontrollintervalle. Um patienten- und arztseitige Ursachen zu ermitteln, setzt es außerdem Befragungen von bis zu 11.000 Koloskopie-Teilnehmern und rund 30 dazugehörigen Gastroenterologen aus der Berliner Koloskopie-Studie BECOP ein. Auf der Basis dieser Analysen konzipiert das Projekt konkrete Maßnahmen, die die Fehlversorgung reduzieren sollen, und entwickelt ein Konzept zu deren Evaluation.

 

Konsortialführer

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), Bremen

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Ulrike Haug

Projektleitung TK/WINEG: Prof. Roland Linder, Dr. Dirk Horenkamp-Sonntag

PV-Monitor - Nutzung von Routinedaten zur Pharmakovigilanz

Förderschwerpunkt

Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und/oder Patientensicherheit in der Versorgung

 

Ziel des Projekts

Wenn ein Medikament zugelassen wird, hat es zwar viele Tests durchlaufen - viele Risiken sind dennoch unbekannt. Arzneimittel müssen deshalb auch nach der Zulassung systematisch überwacht werden. Dies ist Aufgabe der Pharmakovigilanz. Derzeit beruht sie auf einem beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelten Register, das spontane Meldungen von Patienten, Ärzten und Pharmaindustrie sammelt und analysiert. Doch dieses Verfahren ist fehlerbehaftet, und zum Teil verunsichert es Patienten und Ärzte unnötigerweise. Das Projekt "PV-Monitor" will deshalb ergänzend innovative statistische Methoden entwickeln und erproben, mit denen Arzneimittelrisiken - auch seltene - anhand von GKV-Routinedaten sicherer identifiziert und überprüft werden können. Darüber hinaus will es anhand der Routinedaten Risikoprofile von Patienten ermitteln, für die bestimmte Arzneimittel schädlich sein können. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines routinedatengestützten Systems zur Pharmakovigilanz.

 

Inhalt

Das Projekt nutzt für seine Analyse vor allem die Pharmakoepidemiologische Forschungsdatenbank (GePaRD). Sie enthält Abrechnungsdaten von rund 20 Millionen GKV-Versicherten seit 2004. Das Projekt ermittelt und prüft per Datenanalyse Zusammenhänge zwischen Diagnosen und verordneten Arzneimitteln. Um fälschlicherweise behauptete Zusammenhänge auszuschließen, adaptiert es statistische Methoden aus der genetischen Epidemiologie. Damit können Zusammenhänge aus einer Vielzahl möglicher Kombinationen sicher erschlossen werden. An einem neuen oralen Gerinnungshemmer zeigt das Projekt anschließend die Leistungsfähigkeit des Verfahrens und liefert zugleich praktisch nutzbare Erkenntnisse für die Versorgung.

 

Konsortialführer

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), Bremen

 

Konsortialpartner

Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG); Universität Lübeck

 

Ansprechpartner

Projektleitung Konsortialführer: Prof. Dr. Iris Pigeot-Kübler

Projektleitung TK/WINEG: Prof. Roland Linder