Big Data unterstützt Ärzte

Dank Einsatz von Genanalysen, können erfolgreiche Therapieformen und Nebenwirkungen viel präziser bestimmt werden.

Mit Genanalyse und Big Data gegen den Krebs

Präzisionsmedizin revolutioniert den Kampf gegen Krebs: Der Vergleich von Genanalysen eines Tumorgewebes mit molekularen Informationen aus vielen Millionen anderen Behandlungsversuchen führt zu völlig neuen Ansätzen im Kampf gegen Tumore. In Big Data liegt der Schlüssel zum Fortschritt.

m Prinzip ist jeder Krebs genauso individuell wie der einzelne Patient. Was bei einem Patienten wirkt, muss beim nächsten noch längst nicht den erwünschten Erfolg zeigen. Doch die Ärzte haben im Kampf gegen Krebs nur begrenzte Zeit. Deshalb nutzen sie bisher zumeist jene Therapien, die in den meisten Fällen anschlagen. Sie müssen die Tumore also sehr massiv und breit bekämpfen. Doch teilweise sind die Behandlungsversuche schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und in manchen Fällen gäbe es bereits irgendwo auf der Welt eine passende Therapie, doch kein Arzt kann sämtliche Studien und alle jemals gestarteten Therapieversuche im Kopf haben.

Big Data unterstützt Ärzte

Wesentlich präziser und schonender wird die Therapie durch den Einsatz von Genanalysen. Die dabei gewonnenen Gendaten können im zweiten Schritt mit denen von vielen Millionen anderen Patienten rund um den Globus (Big Data) verglichen werden. Die Computer vergleichen dabei Fälle mit ähnlichen Genkonstellationen und zeigen an: Welche Therapie hat geholfen und welche Nebenwirkungen gingen damit einher. "Die behandelnden Ärzte können dank Big Data dadurch aus der Masse der möglichen Therapien maßgeschneidert die besten Optionen auswählen", erläutert Daniel Cardinal, TK-Geschäftsbereichsleiter Versorgungsinnovation.

Die richtige Therapie für den richtigen Patienten - das ist das Ziel der Präzisionsmedizin. Mit einem innovativen Vertrag mit der Berliner Universitätsklinik Charité und der Heidelberger Firma Molecular Health sichert die TK Kindern und Jugendlichen mit wiederauftretendem oder als unheilbar geltendem Krebs die Leistungen dieses neuen Medizinzweigs. In der Krebsmedizin ist die Präzisionsmedizin am weitesten fortgeschritten. Doch in Zukunft wird sie auch in anderen medizinischen Fachgebieten zum Einsatz kommen.

 

Forum Versorgung

Präzisionsmedizin stand auch im Fokus des diesjährigen Forums Versorgung. Experten aus Wissenschaft, Politik und Gesundheitswesen diskutierten am 28. Februar 2018 in Berlin die Chancen und Risiken aus verschiedenen Perspektiven.

Interview Dr. Friedrich von und Bohlen und Halbach und Daniel Cardinal

Input seitens der Innovationstreiber lieferte Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach (Molecular Health). Er betonte das Potenzial der Präzisionsmedizin, "nicht nur die beste Therapie für einen Patienten zu finden, sondern unwirksame Medikationen und Nebenwirkungen und damit auch unnötige Kosten zu verhindern."

Die Patientensicht verdeutlichte allerdings, dass der neue Ansatz noch einige Unsicherheiten mit sich bringt, die nur ein vertrauensvoller Austausch zwischen Arzt und Patient in persönlichen Gesprächen lösen kann.

Das Forum hat gezeigt: Innovative Versorgungsansätze, kombiniert mit neuesten Technologien, können die Gesundheitsversorgung entscheidend vorantreiben, wichtigste Komponente aber ist und bleibt der Mensch.

 

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