Die Mondlandung

Es war eines der größten Abenteuer aller Zeiten: Vor mehr als vierzig Jahren hat der erste Mensch den Mond betreten. Schon als die Astronomen vor 400 Jahren mit den ersten Fernrohren neue Krater und Berge auf der Mondoberfläche entdeckten, hatten sie davon geträumt, ihn zu besuchen. 1865 hat sich der Schriftsteller Jules Verne eine Reise zum Mond sehr genau ausgedacht und beschrieben. Bis es dann tatsächlich soweit war, sollten aber noch über 100 Jahre vergehen.

 

Nahaufnahme vom Mond1969 setzte der erste Mensch einen Fuß auf den Mond. © jugendfotos.de/Martin SeegerFragt mal, was Eure Eltern oder Großeltern in der Nacht zum 21. Juli 1969 gemacht haben. Wahrscheinlich saßen sie vor dem Fernseher, wie 600 Millionen andere Menschen in allen Teilen der Welt auch. Das war immerhin ein Sechstel der damaligen Weltbevölkerung. Sie haben gebannt auf ein krisseliges, verrauschtes Schwarz-Weiß-Bild geschaut und sahen, wie um 3 Uhr und 56 Minuten Mitteleuropäischer Zeit der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat.

"Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit", waren seine ersten Worte, die ebenfalls live auf die Erde übertragen wurden.

 

Dramatische Landung auf dem Mond

Vier Tage zuvor, am 16. Juli 1969, war die Mondmission "Apollo 11" in Florida, im Süden der USA, gestartet. Die Erde verließen die Astronauten mithilfe einer Rakete. Für die Entfernung von 384.000 Kilometern brauchte die Raumfähre "Columbia" drei Tage. Das entspricht immerhin neuneinhalb Runden um die Erde.

 

Rakete hebt abDie Mondmission "Apollo 11" startet © NASA/Wikipedia (gemeinfrei)An Bord waren die drei US-amerikanischen Astronauten Michael Collins, Neil Armstrong und Edwin Aldrin. Kurz bevor sie den Mond erreichten, steuerte Michael Collins die Raumfähre auf die Mondumlaufbahn. Das ist die Ebene, auf der sich der Mond um die Erde bewegt. Michael Collins musste dort bleiben, während Neil Armstrong und Edwin Aldrin in die Mondlandefähre "Eagle" umstiegen ("eagle" ist Englisch und bedeutet "Adler") und vom Raumschiff Richtung Mond abkoppelten.

 

Beinahe wäre die Landung schief gegangen, denn kurz vor dem Ziel zeigten Warnlämpchen an, dass der Autopilot nicht mehr richtig funktionierte. Und so musste Neil ArmstrongEagle" per Hand steuern. Weil auch die Spritanzeige nicht ganz zuverlässig arbeitete und noch ausreichend Treibstoff für den Rückweg übrig bleiben musste, entschieden sie erst in letzter Sekunde, auch tatsächlich auf dem Mond aufzusetzen. Das gelang Armstrong aber sicher.

 

Wie ist der Mond entstanden?

Noch immer haben Wissenschaftler nicht genau verstanden, wie der Mond entstanden und wie sein Inneres beschaffen ist. Sie haben aber im Mondgestein viele Ähnlichkeiten zur Erde gefunden. Die gängigste Theorie besagt, dass ein riesiger Meteorit mit der Erde zusammengestoßen ist und dabei einen Teil der Erdmasse auf der anderen Seite ins All geschleudert hat. Dort hat sie den Mond geformt, der seitdem die Erde umkreist.

Mit Raumanzügen auf Mondspaziergang

Es waren viele Jahre Vorbereitung nötig, bis die ersten beiden Menschen ihren Fuß in den weißgrauen Mondstaub setzen konnten: Raketen mussten konstruiert werden und die Landefähre, mit der die Astronauten den Mond auch wieder verlassen sollten. Auch die Raumanzüge waren eine Spezialanfertigung. Sie schützten die Astronauten vor der Strahlung im Weltraum und vor Hitze und Kälte und garantierten, dass sie Sauerstoff atmen konnten, den es auf dem Mond nicht gibt.

Etwas ungelenk wirkten Neil Armstrong und Edwin Aldrin, wie sie in den dicken Raumanzügen über die Mondlandschaft gingen. Ihre Bewegungen erschienen beinahe wie in Zeitlupe und sie konnten hüpfen wie Kängurus. Das liegt daran, dass die Schwerkraft auf dem Mond sehr viel geringer ist als auf der Erde. Würdet Ihr euch auf dem Mond auf eine Waage stellen, würde sie viel weniger Gewicht anzeigen als auf der Erde. Wenn Ihr beispielsweise dieselbe Kugel auf der Erde und auf dem Mond fallen ließet, so würde sie auf dem Mond langsamer fallen.


MondlandungApollo 11 und Astronauten © NASA/wikipedia (gemeinfrei)

Erkundungen für die Wissenschaft

Die Astronauten sind natürlich nicht nur auf dem Mond spazieren gegangen, es war schließlich kein Sonntagsausflug. Erstmal haben sie die US-amerikanische Flagge gehisst, um aller Welt zu zeigen, dass die Amerikaner die ersten dort oben waren. Und dann haben sie wichtige Messungen gemacht und 21 Kilogramm Mondgestein eingesammelt. Das wurde später auf der Erde untersucht und sollte helfen, zwei wichtige Fragen zu beantworten: Woraus besteht der Mond und wie ist er entstanden? Auch nach Resten von Wasser haben Forscher im Mondgestein gesucht. Allerdings konnten erst im vergangenen Jahr winzige Wassermengen entdeckt werden. Spuren von Leben hat man bisher auf dem Mond nicht finden können.


Besonders spannend war die Frage, ob es die Astronauten schaffen würden, den Mond auch wieder zu verlassen. Nach über 21 Stunden hob "Eagle" tatsächlich wieder ab und erreichte die Raumfähre, mit der sie zur Erde zurückkehrten. Schließlich landeten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins mit einer Kapsel im Pazifischen Ozean, 1500 Kilometer südwestlich von Hawaii. Allerdings mussten sie erstmal drei Wochen auf einer Quarantänestation verbringen, weil man Angst hatte, sie könnten fremde Organismen vom Mond einschleppen. Quarantäne bedeutet, dass man sich in einem Raum aufhält, der von der Außenwelt abgeschnitten ist. Er darf nur unter bestimmten Voraussetzungen von anderen Menschen betreten werden, zum Beispiel mit einem Schutzanzug. Anschließend wurden die Astronauten in einer großen Parade als Helden gefeiert.

 

Übrigens

Hast Du Dir den Mond schon einmal mit einem Fernglas angesehen? Sogar mit bloßem Auge kannst Du erkennen, dass er grau ist und viele Krater hat. Es gibt dort auch Täler und Berge, die bis zu 10.000 Meter hoch sind. Im Gegensatz zur Erde ist der Mond aber sehr lebensfeindlich. Er hat keine schützende Atmosphäre und es gibt keine Luft zum Atmen. Nachts, wenn die Sonne nicht scheint, ist es sehr kalt, bis zu minus 160 Grad Celsius. Tagsüber kann es dagegen 130 Grad Celsius heiß werden.

Das Ende der Mondfahrt

Die ersten Bilder auf dem Mond haben Roboter gemacht. Aber Menschen können sich natürlich viel flexibler dort bewegen und auf unvorhergesehene Schwierigkeiten reagieren. Nach Neil Armstrong und Edwin Aldrin betraten noch zehn weitere Amerikaner den Mond - eine Frau war übrigens nicht dabei. Im Juli 1971 fuhr zum ersten Mal ein Astronaut in einem speziellen Mondauto durch die graue Wüste. Insgesamt war der Aufwand für eine Raumfahrt mit Menschen zum Mond allerdings so groß, dass die Amerikaner ihre Apollo-Missionen schließlich eingestellt haben. Der letzte Mensch, der bis heute dort war, war Eugene Cernan. Er verließ den Mond am 7. Dezember 1972.

Nach der Mondlandung gab es immer wieder Zweifel, ob sie jemals wirklich stattgefunden hat. Viele Menschen glauben bis heute, dass das ganze eine tolle Filminszenierung à la Hollywood war.

Lesetipps

Romane von Jules Verne: "Von der Erde zum Mond" und "Reise um den Mond"