Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG)

Anhand der kieferorthopädischen Indikationsgruppen stellt der Kieferorthopäde fest, ob eine Fehlstellung der Zähne vorliegt, für deren Behandlung Sie als Versicherter einen Leistungsanspruch haben. Hierzu stuft er den Befund in einen von fünf Behandlungsbedarfsgrade ein.

 

Ihre TK darf die Leistungszahlungen für Behandlungen der Schweregrade 3 bis 5 (KIG 1-5) übernehmen. Die Behandlungskosten bei Grad 1 und 2 werden nicht übernommen. Diese Behandlungen gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen und können daher nur als Privatleistung abgerechnet werden.

 

Schweregrad 1 (KIG 1)

Zum Schweregrad 1 gehören die leichten Zahnfehlstellungen, deren Behandlung rein aus ästhetischen Gründen angestrebt wird und daher nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen gehen kann:

  • Distale Bisslage: Die oberen Schneidezähne ragen bis zu drei Millimeter vor die unteren.

  • Offener Biss: Der Abstand zwischen den oberen und unteren Zahnkanten beträgt bis zu einem Millimeter.

  • Tiefer Biss: Die oberen Schneidezähne überlappen die unteren um ein bis drei Millimeter.

  • Engstand der Zähne mit einer Kontaktpunktabweichung bis zu einem Millimeter

 

Schweregrad 2 (KIG 2)

Zum Schweregrad 2 gehören Zahnfehlstellungen geringer Ausprägung, die zwar aus medizinischen Gründen eine Korrektur erforderlich machen, deren Kosten jedoch nicht übernommen werden:

  • Distale Bisslage: Die oberen Schneidezähne ragen zwischen drei und sechs Millimeter vor  die unteren.

  • Offener Biss: Der Abstand zwischen den oberen und unteren Zahnkanten beträgt über einen bis zu zwei Millimeter.
  • Tiefer Biss: Die oberen Schneidezähne überlappen die unteren um über drei Millimeter und die Schneidezähne berühren das Zahnfleisch.
  • Kreuzbiss: Obere und untere Schneidezähne stehen Kante auf Kante.
  • Engstand der Zähne mit einer Kontaktpunktabweichung von einem bis zu drei Millimeter
  • Platzmangelsituation: Der Platzbedarf beträgt bis zu drei Millimeter.

Schweregrad 3 (KIG 3)

Der Schweregrad 3 umfasst ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen eine Behandlung erforderlich machen:

  • Der Abstand zwischen den oberen und unteren Zahnkanten beträgt über zwei bis zu vier Millimeter.
  • Tiefer Biss: Die oberen Schneidezähne überlappen die unteren um über drei Millimeter und die Schneidezähne verletzen das Zahnfleisch.
  • Beidseitiger Kreuzbiss
  • Engstand der Zähne mit einer Kontaktpunktabweichung von über drei bis zu fünf Millimeter
  • Platzmangelsituation: Der Platzbedarf beträgt über drei Millimeter.

Schweregrad 4 (KIG 4)

Der Schweregrad 4 umfasst stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen dringend eine Behandlung erforderlich machen:

  • Zahnunterzahl wegen Nichtanlage oder Zahnverlust

  • Durchbruchsstörungen

  • Distale Bisslage: Die oberen Schneidezähne ragen sechs bis neun Millimeter vor die unteren.

  • Mesiale Bisslage: Die unteren Schneidezähne ragen bis zu drei Millimeter vor die oberen.

  • Offener Biss durch schädliche Angewohnheiten mit Abstand zwischen den Zahnkanten über vier Millimeter 

  • Bukkal-/Lingualokklusion: Die Oberkiefer-Seitenzähne stehen zu weit außen/beißen außen vor die unteren Seitenzähne.

  • Einseitiger Kreuzbiss 

  • Engstand der Zähne mit einer Kontaktpunktabweichung von über fünf Millimeter

  • Platzmangelsituation: Der Platzbedarf beträgt über vier Millimeter. 

Schweregrad 5 (KIG 5)

Der Schweregrad 5 umfasst extrem stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen unbedingt eine Behandlung erforderlich machen:

  • Entwicklungsstörungen im Kopfbereich: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

  • Durchbruchstörungen - Verlagerung der Zähne

  • Distale Bisslage: Die oberen Schneidezähne ragen über neun Millimeter vor die unteren.

  • Mesiale Bisslage: Die unteren Schneidezähne ragen über drei Millimeter vor die oberen.

  • Angeborener offener Biss mit Abstand zwischen den Zahnkanten über vier Millimeter

Indikationsgruppen im Überblick

In der Tabelle finden Sie ein Schema zur Einstufung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfs anhand der verschiedenen Indikationsgruppen.

 

Tabelle

Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG)

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