Wie alles begann...

Die katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF) ist eines der größten Sozialunternehmen in Bayern. Sie sind Träger von rund 80 Einrichtungen und Diensten in Schwaben und dem angrenzenden Oberbayern. Mehr als 5.000 Mitarbeiter engagieren sich im sozialen, beruflichen, schulischen und medizinischen Bereich. Mit hohem persönlichen Einsatz und fachlichem Können geben sie Menschen Zuversicht und Halt - von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter.

Die KJF möchte mit einem zielgerichteten BGM auch die Beschäftigten in den Fokus rücken. Das Ziel ist es, die Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitern und Führungskräften bis ins hohe Alter zu erhalten und zu fördern. Denn nur wer selbst gesund ist, kann sich auch für andere einsetzen. Da sich auch im Gesundheits- und Sozialwesen zunehmend ein Fachkräftemangel abzeichnet, soll durch ein zielgerichtetes BGM aber auch die Arbeitgeberattraktivität gesteigert werden. Die KJF soll sowohl für bestehende als auch potenzielle Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber sein.

Eine besondere Herausforderung stellt die Organisation der KJF dar. Nicht nur die große Zahl an Mitarbeitern in über 80 Einrichtungen sondern auch die verschiedenen Anforderungen im sozialen, beruflichen, schulischen und medizinischen Bereich erfordern eine sehr individuelle und dennoch strukturierte Vorgehensweise im BGM. 

An die Arbeit…

Vor sechs Jahren startete die KJF ihren Weg zu gesundheitsförderlicheren Arbeitsbedingungen. 2011 wurde das Projekt "Weil Sie es uns wert sind!" Vor sechs Jahren startete die KJF ihren Weg zu gesundheitsförderlicheren Arbeitsbedingungen. 2011 wurde das Projekt "Weil Sie es uns wert sind!" gemeinsam mit der KJF Regensburg und der KJF München ins Leben gerufen und durch den Europäischen Sozialfonds gefördert. Eine Befragung von mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern brachte zutage, dass das Thema Gesundheit und Gesunderhaltung bis dato noch zu wenig thematisiert wurde. Im Anschluss an die Befragung entstand ein BGM-Projekt in der KJF Augsburg, um die Ergebnisse an die Bedürfnisse der dort Beschäftigten anzupassen und mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Letztendlich wurde ein BGM-Konzept gemeinsam mit Vertretern aus verschiedenen Einrichtungen entwickelt und im Leitungsteam (inklusive Vorstand) verabschiedet.

Steckbrief

Branche: Gesundheit und Sozialwesen

Unternehmensgröße: über 1.000 Mitarbeiter

Standort: Bayern

Fokus:

  • Demografie
  • Körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden
  • Gesundheitskompetenz/-wissen
  • Gesundheitsförderung/-kurse/-tage/-aktionen
  • Gesundheitsorientierte Führungskultur
  • Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität

Projektinhalt:

  • BGM-Stukturen im Verband und und in den Einrichtungen schaffen
  • BGM messbar machen
  • BGM im Verband erfolgreich kommunizieren
  • Gesundheitsbewusstsein schaffen
  • Führungskräfte sensibilisieren und schulen
  • Multiplikatoren für Gesundheitsthemen ausbilden
  • Gesundheitskurse und -tage

Laufzeit: 2017 - 2019

Vorhang auf…

Momentan finden zahlreiche Maßnahmen in den Einrichtungen und im Verband statt wie zum Beispiel Gesundheitstage, Präventionskurse, bewegte/entspannte Pausen, moderierte Workshops und Fortbildungsangebote, Stimmtrainings, betriebliche Darmkrebsvorsorge und Kooperationen mit Fitnessanbietern. Bauliche Maßnahmen wie eine ergonomischere Ausstattung der Kitas und die Einrichtung eines Ruheraums ergänzen die Gesundheitsmaßnahmen sinnvoll. Aufgrund der zahlreichen Einrichtungen gibt es allerdings auch bei so vielen Angeboten noch lange nicht in jeder Einrichtung Angebote. Und insbesondere der Managementansatz wird nur in einzelnen Einrichtungen gezielt verfolgt.

Erfolgsrezept…

Seit 2011 ist BGM in der KJF Augsburg ein Thema und inzwischen auch im ganzen Verband weitergegeben worden. Seit 2016 ist BGM ein fester Bestandteil in der Personalabteilung. Eine Mitarbeiterin koordiniert die Einrichtungen und berät bei der Einführung. Zudem werden verbandsweite Maßnahmen angeboten und in den Einrichtungen umgesetzt. Dafür steht ein extra dafür ausgewiesenes Budget zur Verfügung. 

In der ersten Einrichtung hat sich bereits ein Arbeitskreis Gesundheit etabliert, der sich regelmäßig trifft und das Vorgehen im BGM gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung (MAV) und BGM-Gesamtkoordinatorin bespricht. Künftig sollen weitere Arbeitskreise in den Einrichtungen gegründet werden, und es wird eine stärkere Vernetzung im Verband angestrebt, sodass das BGM sichtbarer wird, ganz im Sinne von "Tue Gutes und sprich darüber".

Durch das Projekt mit der Techniker werden die Strukturen im Verband und in den einzelnen Einrichtungen gestärkt. Außerdem wird BGM in den Einrichtungen erlebbarer und nachhaltig verankert. Ziel ist es, dass die Arbeit im Projekt auch nach der Beendigung der Unterstützung durch die Techniker weiterläuft.

Interview mit Tanja Nachtmann (BGM-Koordinatorin in der KJF)

Wieso haben Sie sich für die Einführung von BGM/BGF entschieden? 

Die Gesundheit unserer Mitarbeiter liegt uns am Herzen. Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter sich bei uns wohlfühlen, damit die gesunde Arbeit auch bei unseren Klienten und Patienten ankommt.

Wieso haben Sie sich für die Zusammenarbeit mit der TK entschieden? 

BGM ist bei uns schon lange ein Thema, nun wollen wir daran arbeiten, die Strukturen zu stärken und BGM in den Einrichtungen zu etablieren – dafür brauchen wir einen Partner, der Erfahrung aus ähnlichen Projekten mitbringt! 

Was haben Sie sich von BGM erhofft? Was waren Wünsche und Ziele? 

Gesundheit hat viel mit Wohlbefinden und Zufriedenheit zu tun. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gern zur Arbeit kommen. BGM soll von den Mitarbeitern als Chance erkannt werden, die eigene Gesundheit positiv zu beeinflussen. Nur durch die Beteiligung und Unterstützung der Mitarbeiter kann BGM erfolgreich sein.

Wie hat die Belegschaft das Projekt aufgenommen oder mitgestaltet? 

Die ersten Erfahrungen waren sehr positiv. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche und Bedarfe einzubringen, sehr geschätzt. Sie haben aber auch erkannt, dass in den Einrichtungen bereits viel zur Gesundheitsförderung passiert und auch, dass hinter BGM wesentlich mehr steckt als nur der Yoga-Kurs. Nun ist es wichtig, die neuen Erkenntnisse auch in die Tat umzusetzen.

Warum würden Sie BGM weiterempfehlen?

BGM ist ein Thema, das inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Außerdem lernt man nie aus. Unterstützung und der Blick von außen beziehungsweise die Erfahrungen aus anderen Projekten können daher immer hilfreich sein und zur Weiterentwicklung beitragen.

Sie haben Fragen?

Ihre An­sprech­part­ner

KJF Augsburg
Tanja Nachtmann
Personalreferentin
Tel. 0821 - 310 01 64
nachtmannt@kjf-augsburg.de 

Die Techniker
Jan Kämpfe
Berater Betriebliches Gesundheitsmanagement
Tel. 040 - 460 65 10 54 11
jan.kaempfe@tk.de 
www.tk.de