Wie alles begann

AFRY bietet Ingenieur-, Projektmanagement- und Beratungsdienstleistungen, die die Energiewende, die industrielle Transformation und die gesellschaftliche Resilienz unterstützen. 

Mit 18.000 Expertinnen und Experten weltweit verbindet AFRY globale Reichweite mit lokalem Fachwissen und umfassender Branchenkenntnis, um die Zukunft kommender Generationen nachhaltig zu gestalten. Das Unternehmen wurde 1895 gegründet, ist an der Nasdaq Stockholm gelistet und wird von CEO und Präsidentin Linda Pålsson geführt. 

In Deutschland ist AFRY Deutschland mit 660 Mitarbeitenden an 20 Standorten vertreten.

2013 startete AFRY ein Projekt mit gesundheitsfördernden Maßnahmen, um die Mitarbeiterbindung zu stärken und Fehlzeiten zu reduzieren. Bis 2014 wurden an allen Standorten insgesamt 18 Gesundheitstage zu Stressprävention und Rückengesundheit durchgeführt. Ergänzend gab es an jedem der 18 Standorte Sport- und Ernährungsangebote.
Aus diesem ersten Gesundheitsprojekt entwickelte sich ein systematisches, ganzheitliches und mehrfach ausgezeichnetes BGM.

Eine zentrale Herausforderung war die dezentrale Unternehmensstruktur. Ziel war es, einen einheitlichen Prozess zur deutschlandweiten Umsetzung des BGM zu etablieren. Gleichzeitig bestand die Zielgruppe zu 65 Prozent aus männlichen Ingenieuren, die dem Thema teilweise skeptisch gegenüberstanden. Entscheidend war daher, die Mitarbeitenden mitzunehmen und von den Vorteilen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu überzeugen - was in den vergangenen mehr als zehn Jahren gut gelungen ist.

An die Arbeit

Die im Jahr 2015 gestartete Kooperation mit der Techniker sollte AFRY dabei unterstützen, das BGM strategisch in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde ein BGM-Steuerkreis gegründet, zu dem neben dem kaufmännischen Geschäftsführer, der BGM-Managerin, dem Arbeitssicherheitsbeauftragten, der Kommunikationsbeauftragten, dem Betriebsratsvertreter, der HR-Leiterin und einem Geschäftsbereichsleiter auch die BGM-Beraterin und der Projektberater der Techniker gehören. 

Seitdem begleitet die Krankenkasse AFRY über den gesamten Lernzyklus des Projektes hinweg und unterstützt den Aufbau der Strukturen sowie den Steuerkreis und das Multiplikatoren-Netzwerk.

Dank der konsequenten Vorgehensweise und der kontinuierlichen Umsetzung konnten bereits 90 Prozent der beschlossenen Maßnahmen innerhalb eines Jahres umgesetzt werden. Unter anderem wurde das Angebot der Sozialleistungen für die Mitarbeitenden erweitert und die Arbeitsbedingungen über alle Standorte hinweg harmonisiert. Ein monatlich erscheinender Newsletter sorgt für eine verbesserte Kommunikation der aktuellen Neuigkeiten und vermittelt wichtige Informationen in kompakter Form u.a. auch zu BGM.

Im September 2017 wurden Führungsleitlinien entwickelt, in denen auch das Thema "Gesundes Führen (Leitbild)" fest verankert ist. Im Januar 2018 wurden ein 180 Grad-Feedback durchgeführt und die identifizierten Handlungsfelder in Führungskräfteschulungen bearbeitet. 2020 wurden die Führungskräfte zum Thema BEM sensibilisiert. Die Umsetzung der Maßnahmen zeigt außerdem Auswirkungen auf die Fehlzeiten, die sich im Vergleich zum Beginn des BGM bereits merklich verbessert haben.

Außerdem wurde im Zuge einer präventiveren Ausrichtung des Arbeitsschutzes eine EAP-Hotline eingerichtet, die seit 2023 durch das Zusatzangebot "Elder Care", ein Beratungsangebot für zu pflegende Angehörige, ergänzt wurde.

 Im Rahmen des deutschlandweiten Ergonomiekonzepts wurden zudem, ein Mobilisationsprogramm und seit 2020 eine digitale "Bewegte Pause" zusätzlich angeboten. 2023 wurde auch die digitale Gesundheits-App "WorkLifePortal" für alle Mitarbeitenden ergänzt.

Zahlreiche Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung werden bedarfsgerecht an allen Standorten aus dem jeweils eigenen Standortbudget finanziert, wie zum Beispiel die Teilnahme an Firmenläufen, Rückenkurse, Obst- und Teeaktionen oder gesunde Teamfrühstücke. 

Steckbrief

Branche: Ingenieurtätigkeiten
Unternehmensgröße: bis 999 Mitarbeitende
Standort: mehrere Standorte
Fokus:

  • Demografie
  • Psychosoziale Gesundheit
  • Personalführung
  • Gesundheitskompetenz/-wissen
  • Gesundheitsförderung/-kurse/-tage/-aktionen
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Personal Recruiting/Auszubildende
  • BEM

Projektinhalt:

  • Entwicklung eines Multiplikatoren-Konzepts für alle 18 Standort
  • Multiplikatoren-Netzwerk und Ausbildung
  • Befragung zur psychischen Gefährdung mit anschließenden Maßnahmen
  • Führungskräfteschulung
  • BGF-Maßnahmen
  • BGM-Konzept

Laufzeit: seit Juli 2014 bis Ende 2019, aber weiterhin mit großer Unterstützung der TK

Vorhang auf

Bei der Befragung zur psychischen Gefährdung wurde eine Rücklaufquote von 86 Prozent erreicht. Damit hatten die identifizierten Themenfelder eine starke Grundlage für die Definition der Maßnahmen. 

Das BGM wurde strategisch und ganzheitlich aufgesetzt; bereits 90 Prozent der gemeinsam mit den Standorten beschlossenen Maßnahmen konnten erfolgreich umgesetzt werden. 2019 zeigte eine erneute Evaluation mit 72 Prozent Beteiligung deutliche Verbesserungen in allen Themenfeldern. 

Durch die konsequente Umsetzung der Maßnahmen wurden im Laufe der Zeit auch positive Entwicklungen bei Krankenstand und Fluktuation sichtbar. Eine weitere Befragung 2022 mit 70 Prozent Rücklauf zeigte erneut Verbesserungen über alle Handlungsfelder hinweg. 2025 wurde mit 77 Prozent Rücklauf ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Darauf ruht sich AFRY jedoch nicht aus, sondern entwickelt die Potenziale der Abteilungen weiter. Die psychische Gefährdungsbeurteilung wird weiterhin alle drei Jahre durchgeführt.

2017 wurde Gesundheit in die neu entwickelten Führungsleitlinien aufgenommen - ein Zeichen für die wachsende Sensibilisierung der Führungskräfte.

Zudem wurde Gesundheit aufgrund ihres hohen Stellenwerts im Unternehmen als Wert im Employer Branding verankert. Auch das Audit, das Corporate Health Award (CHA) Exzellenz-Siegel 2017 bis 2019 und die VBG-Bescheinigung "Gesundheit mit System" belegen den Erfolg des BGM bei AFRY. 2020 erreichte AFRY den zweiten Platz beim Deutschen Personalwirtschaftspreis in der Kategorie BGM und gewann den mit 15.000 EUR dotierten VBG_NEXT Präventionspreis. 2025 folgte der erste Platz beim Personalwirtschaftspreis in der Kategorie "BGM und mentale Gesundheit".

Erfolgsrezept

Die interne und externe Wahrnehmung des BGM hat sich kontinuierlich verbessert. Intern stärkt das BGM die Arbeitgeberattraktivität, erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit und trägt zu geringeren Fehlzeiten bei.

Extern unterstreichen vor allem das CHA-Siegel 2017 bis 2019, die VBG-Bescheinigung "Gesundheit mit System" und der erste Platz beim Deutschen Personalwirtschaftspreis 2025 in der Kategorie BGM den Erfolg.

Da das BGM nachhaltig verankert ist und von der Geschäftsführung aktiv unterstützt wird, ist es fester Bestandteil der Unternehmenskultur geworden. Das Multipikatorennetzwerk und die gute Kooperation der Krankenkasse mit der Unfallversicherung tragen zum Projekterfolg maßgeblich bei. 

Interview mit Susanne Kölb-Adam (BGM-Managerin)

Wieso haben Sie sich für die Einführung von BGM/BGF entschieden? 

Wir haben uns für ein ganzheitliches BGM entschieden, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu stärken. Der TK-Fehlzeitenbericht gab dafür einen wichtigen Impuls.

Was haben Sie sich vom BGM erhofft? Was waren Ihre Wünsche und Ziele?

Unser Ziel war es, die Mitarbeitenden langfristig für ihre Gesundheit zu sensibilisieren und Gesundheit dauerhaft im Unternehmen zu verankern.

Wieso haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit der TK entschieden? 

Zum einen sind mehr als 50 Prozent unserer Mitarbeitenden bei der TK versichert. Zum anderen war die Zusammenarbeit mit der TK von Beginn an hervorragend und wurde auch nach Vertragsende 2019 erfolgreich fortgeführt. Unsere Kooperationspartner haben maßgeblich zu unseren Auszeichnungen beigetragen.

Wie hat die Belegschaft das Projekt aufgenommen oder mitgestaltet?

Nach jeder der vier Befragungen zur psychischen Gefährdungsbeurteilung fanden Workshops beziehungsweise Fokusgruppen mit den Mitarbeitenden statt. Zusätzlich erhielten die einzelnen Standortteams eigene Budgets, die von den Multiplikatoren verwaltet werden. So konnten die Mitarbeitenden aktiv und wirksam in das Projekt eingebunden werden.

Warum würden Sie BGM/BGF weiterempfehlen? 

Das BGM ist ein Mehrwert für alle Mitarbeitenden. Es kann die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und dazu motivieren, die eigene Gesundheit aktiv zu fördern. Gleichzeitig hilft es uns, in Zeiten stetigen Wandels - etwa angesichts politischer und wirtschaftlicher Krisen - Stabilität im Unternehmen zu bieten. In Zeiten von Homeoffice trägt es zur Identifikation mit dem Unternehmen und zum Teambuilding bei.

Was hat Sie positiv überrascht? 

Mich hat positiv überrascht, wie engagiert wir das Projekt gemeinsam in kurzer Zeit vorangebracht haben und es auch jetzt noch nach alle den Jahren mit ganz viel Engagement weiterführen.

Sie haben Fragen?

Ihre Ansprechpartner

AFRY Deutschland GmbH 
Susanne Kölb-Adam
BGM-Managerin
Tel. 0172 - 18 99 006
susanne.koelb-adam@poyry.com  
https://afry.com

Die Techniker
Petra Dann
Beraterin Betriebliches Gesundheitsmanagement 
Tel. 040 - 18 83 29 43
petra.dann@tk.de