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Hallo wach! Kaffee gehört zu unseren Lieblingsgetränken, obwohl der flüssige Wecker ein zwiespältiges Image hat: Kaffee entzieht dem Körper Wasser, sagen Studien. Kaffeetrinker leben länger, sagen andere Studien. Was stimmt denn nun? Wir haben die populärsten Kaffeemythen einem Faktencheck unterzogen. 

Mythos 1: Beim Kaffee-Konsum gilt die Drei-Tassen-Regel.

Dieser Mythos stimmt fast: Gesunde Erwachsene können bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt zu sich nehmen. Als Einzeldosis stellen Mengen von bis zu 200 Milligramm kein gesundheitliches Risiko dar. Das sagt ein Gutachten der European Food Safety Authority (EFSA) aus 2015. Übersetzt heißt das: Ungefähr vier bis fünf Tassen Kaffee am Tag sind okay.

Wahrheitsgehalt: drei von fünf Tassen.

Koffeingehalt von Kaffee:

Was?
Wie viel?
Koffein pro Portion?
Filterkaffee
Eine Tasse (200 ml)
90 mg
Espresso
Eine Tasse (60 ml)
80 mg

(Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, Efsa)

Mythos 2: Kaffee erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die meisten Studien können diese Meinung nicht bekräftigen: Wer täglich - in Maßen - Kaffee trinkt, muss kein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfälle befürchten. Durch Kaffeekonsum kann der Blutdruck jedoch kurzzeitig ansteigen. Nach zwei bis drei Wochen tritt allerdings ein Gewöhnungseffekt ein: der Blutdruck steigt nur noch gering oder gar nicht mehr an.

Wahrheitsgehalt: eine von fünf Tassen.

Mythos 3: Kaffee entzieht dem Körper Wasser.

Kaffeeliebhaber dürfen sich freuen: Koffeinhaltige Getränke können in die tägliche Flüssigkeitsmenge einbezogen werden, das sagt zumindest der Berufsverband Deutscher Internisten e. V. (BDI). Studien hätten gezeigt, dass sich die Wirkungen von Kaffee und Wasser auf den Flüssigkeitshaushalt gleichen. Wer Wasser trinke, scheide bis zu 81 Prozent der aufgenommenen Flüssigkeit im Laufe des Tages wieder über den Urin aus. Bei Kaffee liege die Menge bei 84 Prozent. Kaum ein Unterschied!

Wahrheitsgehalt: null von fünf Tassen.

Mythos 4: In der Schwangerschaft ist Kaffee tabu.

Schwangere müssen dem Kaffee nicht vollständig abschwören. Nach dem Gutachten der EFSA (siehe Mythos 1) können Schwangere über den Tag verteilt bis zu 200 mg Koffein aufnehmen, ohne die Gesundheit des Ungeborenen zu gefährden. Das entspricht ungefähr zwei Tassen Kaffee. Aber Achtung: Koffein ist auch in Tee, Kakao und einzelnen Softdrinks enthalten. Ein dauerhaft erhöhter Koffeinkonsum kann zu einem verringerten Wachstum des Ungeborenen führen. Wer ganz sicher gehen möchte, die empfohlene Höchstmenge nicht zu überschreiten, kann auf entkoffeinierten Kaffee umsteigen. Außerdem müssen Schwangere beachten, dass sich das Koffein in ihrem Körper langsamer abbaut: Statt vier Stunden kann es bis zu 15 Stunden dauern. Der leistungssteigernde Effekt kann dadurch länger anhalten.

Wahrheitsgehalt: drei von fünf Tassen.

Koffeingehalt von Tee, Drinks und Schokolade:

Was?
Wie viel?
Koffein pro Portion?
Schwarzer Tee

Eine Tasse (200 ml)


45 mg
Grüner Tee
Eine Tasse (200 ml)
30 mg
Cola-Getränk
Eine Dose (330 ml)
35 mg
Kakao-Getränk
Eine Tasse (200 ml)
8 bis 35 mg
Zartbitterschokolade
Halbe Tafel (50 g)
25 mg
Vollmilchschokolade
Halbe Tafel (50 g)
10 mg

(Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, Efsa)

Mythos 5: Kaffee bekämpft das Nachmittagstief.

Koffein macht wach und fördert neben der Konzentrationsfähigkeit auch das Reaktionsvermögen. Die geistige Leistungsfähigkeit befindet sich unter dem Einfluss von Kaffee also auf der Überholspur. Leider hält die Wirkung nicht lange an. Und wenn der Koffein-Spiegel sinkt, ist die Konzentrationsfähigkeit sogar schlechter als vorher.

Wahrheitsgehalt: vier von fünf Tassen.

Mythos 6: Kaffee hilft bei Kopfschmerzen.

Bei leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen kann eine Kombination mit Koffein die Wirkung von ASS und Paracetamol beschleunigen und verstärken. Das zeigt eine Studie mit 1750 Kopfschmerzpatienten. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer bewerten die Verträglichkeit sogar als sehr gut oder gut.

Wahrheitsgehalt: fünf von fünf Tassen.

Mythos 7: Kaffee macht nervös und raubt den Schlaf?

Durchaus möglich, wenn man es übertreibt. Zu den negativen Wirkungen von zu viel Kaffee zählen Zittern, Nervosität und eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Es können auch Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen auftreten. Bei welcher Dosis diese Auswirkungen eintreten, kann man nicht pauschal sagen. Hier lautet die Devise: auf den eigenen Körper hören.

Wahrheitsgehalt: vier von fünf Tassen. 

Studienlage: unübersichtlich

Übrigens: Um den Kaffee ranken sich nicht nur zahlreiche Mythen. Es gibt auch zu kaum einem Getränk so viele Studien. Darunter befinden sich oft veraltete Anschauungen. Die unübersichtliche Studienlage macht es selbst für Experten schwer, den Überblick zu behalten. Während Wissenschaftler früher vor Koffeinkonsum warnten, widerlegen viele neuere Studien diese Aussage eher.