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Rückenschmerzen kennt fast jeder. Sie sind eine der Hauptursachen für Krankschreibungen in Deutschland. Wann akute Probleme zu chronischen Beschwerden werden und zu welchem Zeitpunkt man unbedingt zum Arzt sollte, erfahren Sie hier.

Laut TK-Gesundheitsreport 2016 sind Rückenbeschwerden nach wie vor die Ursache für fast jeden zehnten Krankschreibungstag in Deutschland: 9 Prozent aller Fehlzeiten bei TK-versicherten Erwerbspersonen entfielen im vergangenen Jahr auf Rücken- und Bandscheibenprobleme. "Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. In der heutigen Zeit vor allem hervorgerufen durch Bewegungsmangel, aber auch das einseitige Belasten am Arbeitsplatz und Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren für die Rückengesundheit", erklärt Beate Helbig, Sportwissenschaftlerin bei der TK. "Sport und Bewegung sind daher feste Bestandteile in der Therapie von Rückenerkrankungen und ideal, um Rückenbeschwerden vorzubeugen. Auch wenn es Menschen in körperlich anstrengenden Berufen verständlicherweise schwerfällt, nach Feierabend noch an Bewegung zu denken, ist auch für sie ein ausgleichendes Training wichtig."

Bewegen oder Schonen?

Viele Rückenschmerz-Patienten denken, dass sie sich schonen müssten, die Wirbelsäule immer schön gerade halten und vor allem keine falsche Bewegung machen dürften, um ihren Rücken nicht zu schädigen. Außerdem weit verbreitet: der Mythos, ein Bandscheibenvorfall sei gefährlich, und der Irrglaube, dass Personen, die im Beruf schwer heben müssen, sich fast unausweichlich ein Rückenleiden einhandeln.

Es gibt keine falschen Bewegungen

Mittlerweile weiß man jedoch, dass es keine "falschen" Bewegungen gibt. Ob eine Bewegung schmerzhafte Folgen hat, hängt davon ab, wie belastbar der Körper gerade ist. Statt sich zu schonen, sollte man sich möglichst vielfältig bewegen, die persönliche Belastungsgrenze herausfinden und behutsam erweitern. Selbst ein Bandscheibenvorfall ist in der Regel kein Grund zum Fürchten. Bandscheibenschäden heilen in den meisten Fällen auch ohne Therapie aus und hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Das Tragen schwerer Lasten kann dem Rücken zwar schaden, doch Möbelpacker sind unter Patienten mit chronischen Rückenbeschwerden eher unterrepräsentiert. Viele Studien haben dagegen nachgewiesen, dass es neben dem verbreiteten Bewegungsmangel vor allem die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind, die schmerzen.

Wann sollte ich mit Rückenschmerzen zum Arzt?

Eine Rückenschmerzattacke lässt sich durchaus mit Selbsthilfemaßnahmen behandeln - vorausgesetzt, man ist über das Beschwerdebild Rückenschmerzen gut informiert und in der Lage, die Qualität der Schmerzen einzuschätzen. Die Fälle, in denen ärztliche Hilfe unverzichtbar ist, sind eher selten und zeichnen sich durch eindeutige, relativ einfach erkennbare Symptome aus wie:

  • ein schlechtes Allgemeinbefinden,
  • ausgeprägte Lähmungen,
  • starke Schmerzen, die über drei Tage konstant anhalten oder zunehmen.

Unkomplizierte Rückenschmerzen ...

... wie zum Beispiel bei Verspannungen oder einem Hexenschuss sind dagegen bewegungsabhängig. Das heißt, sie verstärken sich bei bestimmten Bewegungen und lassen in Ruheposition nach. Abgesehen von den Rückenschmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit sind die Betroffenen aber in guter körperlicher Verfassung.

Als Faustregel gilt: Wenn starke Schmerzen auch nach drei Tagen unvermindert andauern, sollten ihre Ursachen ärztlich abgeklärt werden.

Wie unterscheiden sich akute und chronische Schmerzen?

In der Medizin werden Rückenschmerzen vom Schmerzbeginn bis etwa zum 30. Tag als akut eingestuft. Dauern sie länger als drei Monate an, gelten sie als chronisch. 

Akute Schmerzen

Meist schon nach ein bis zwei Wochen, spätestens aber nach acht Wochen sind 80 Prozent der Patienten, die zum ersten Mal akute Rückenschmerzen haben, unabhängig von der Behandlung wieder beschwerdefrei. Nach drei Monaten sind es sogar über 90 Prozent.

Trotz guter Selbstheilungstendenz ist die Rückfallquote bei Rückenschmerzen innerhalb des ersten Jahres sehr hoch. Etwa 30 Prozent der Patienten erleiden innerhalb eines Jahres einen Rückfall. Je häufiger es zu Rückfällen kommt und je länger die akuten Phasen andauern, desto höher ist das Risiko chronischer Beschwerden.

Chronische Schmerzen

Bei weniger als zehn Prozent aller Rückenschmerzpatienten zeichnet sich schließlich eine Chronifizierung ab. Das bedeutet, die Betroffenen leiden über längere Zeit ihres Lebens an Rückenschmerzen. Die Behandlung chronischer Schmerzen ist schwierig und langwierig. Daher ist es eines der wichtigsten Ziele der Rückenschmerztherapie, chronischen Rückenbeschwerden vorzubeugen.