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Wie Eltern Kindern helfen können, ihre Gefühle zu verstehen Wie lernen Kinder, ihre Gefühle zu verstehen? Und wie können Eltern sie dabei unterstützen?
Ein Wutausbruch im Sandkasten, Trauer beim Abschied von der Oma, Eifersucht auf den kleinen Bruder oder Angst vor dem ersten Sprung vom 3-Meter-Brett: Kinder erleben jeden Tag starke Gefühle - oft bevor sie die passenden Worte dafür haben. Doch wie lernen Kinder, ihre Gefühle zu verstehen? Und wie können Eltern sie dabei unterstützen?Gefühle verstehen: eine wichtige EntwicklungsaufgabeDer Alltag in Familien stellt Eltern und Kinder immer wieder vor Herausforderungen. Unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche treffen aufeinander, und nicht selten müssen dabei Kompromisse gefunden werden. Eine typische Situation zeigt sich etwa beim Einkauf im Supermarkt: Das Kind entdeckt an der Kasse eine Schokolade, möchte sie unbedingt haben und reagiert mit großer Enttäuschung, wenn die Eltern dies ablehnen.Was für Eltern in diesem Moment vor allem anstrengend sein kann, ist für das Kind eine wichtige Lernerfahrung. Kinder müssen erst lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Aber: Solche Alltagssituationen bieten Kindern die Möglichkeit, Schritt für Schritt ein Verständnis für ihre eigenen Emotionen zu entwickeln und Strategien im Umgang mit ihnen zu erlernen. Dabei sind sie auf die Begleitung und Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Denn emotionale Selbstregulation entsteht nicht von selbst, sondern entwickelt sich über viele kleine Erfahrungen im Alltag.Was Sie konkret tun können1. Gefühle benennenHelfen Sie Ihrem Kind, herauszufinden, welches Gefühl gerade da ist. Fragen Sie es: "Bist du traurig?" oder "Du bist sauer, weil dein Spielzeug kaputtgegangen ist, stimmt’s?" Wenn Ihr Kind selbst keine Worte findet, können Sie verschiedene Gefühle vorschlagen und gemeinsam überlegen, welches passt. So entsteht nach und nach ein Wortschatz für die eigene Gefühlswelt.2. Umgang mit Gefühlen vorlebenKinder ahmen nach, was sie vorgelebt bekommen. Benennen Sie deshalb auch Ihre eigenen Emotionen: "Ich bin gerade genervt, weil ich meine Schlüssel nicht finde." So erlebt Ihr Kind, dass Gefühle etwas sind, über das man sprechen kann. Gleichzeitig zeigen Sie ihm, wie sich starke Emotionen ausdrücken lassen, ohne dass die Situation eskaliert.Auch Erwachsenen fällt es in manchen Situationen noch schwer, die eigenen Gefühle zu erkennen und gut mit ihnen umzugehen. Diese Übung kann dabei im Alltag helfen: Halten Sie in einem emotionalen Moment kurz inne und versuchen Sie zunächst selbst zu benennen, was Sie gerade fühlen. Wenn Sie Ihre eigene Emotion wahrnehmen und in Worte fassen können, fällt es oft leichter, auch Ihr Kind dabei zu begleiten.3. Gefühle ernst nehmenSätze wie "Reiß dich zusammen" helfen Kindern wenig. Versuchen Sie stattdessen, das Gefühl hinter der Reaktion anzuerkennen: "Ich verstehe, dass du gerade richtig wütend bist" oder "Du bist traurig, weil Oma gegangen ist". Verständnis zu zeigen, bedeutet nicht, auf jede Forderung einzugehen. Danach können Sie gemeinsam nach einer passenden Lösung oder Alternative suchen.4. Gefühlen Raum gebenWenn ein Kind mitten in einem Wutausbruch steckt, erreicht man es mit Erklärungen oft nur schwer. Bleiben Sie in solchen Situationen möglichst gelassen, geben Sie Ihrem Kind Sicherheit und helfen Sie ihm, wieder zur Ruhe zu kommen. Wenn es sich beruhigt hat, können Sie gemeinsam darüber sprechen: "Vorhin warst du richtig wütend. Weißt du noch, was passiert ist?" Möchte Ihr Kind noch nicht darüber sprechen, sollten Sie es nicht dazu drängen.Mit der Ausmalvorlage über Gefühle sprechenÜber Gefühle zu sprechen, fällt Kindern oft leichter, wenn sie einen konkreten und spielerischen Anlass dafür haben. Die acht Gefühlsmonster in unserer Ausmalvorlage geben abstrakten Emotionen ein Gesicht und erleichtern den Einstieg in das Thema. Beim Ausmalen können Eltern und Kinder überlegen, wann sie ähnliche Gefühle schon erlebt haben, woran sie diese erkennen und was in solchen Momenten hilft.Drucken Sie die Vorlage aus und malen Sie gemeinsam eine Gefühlsfigur aus. Die ergänzende Geschichte und die Fragen auf der dazugehörigen Elternseite können anschließend als Gesprächsimpulse dienen. Zum Beispiel: "Wann hast du dich schon einmal so gefühlt?" oder "Was hilft dir, wenn du dich so fühlst?"Ihr Kind muss dabei nicht sofort auf jede Frage antworten. Entscheidend ist, einen entspannten Anlass zu schaffen, sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen. So kann aus dem Malen nach und nach ein Austausch über die erlebte Gefühlswelt entstehen.
Ausmalvorlage Download: TK-Malbuch - Gefühle zum Ausmalen
Pro Juventute 2026, online: https://www.projuventute.ch/de/eltern/entwicklung-gesundheit/emotionsregulation?utm_source=chatgpt.com [Stand: 19.05.2026, Letzter Zugriff: August 2026]Zehetner, Christina (2025), online: https://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/bildungsbereiche/soziale/EmotionsregulationbeiKindern.php [Stand: 29. Oktober 2025, Letzter Zugriff: August 2026]Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 2026, online: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/alltagstipps/entwicklungsschritte/starke-gefuehle/ [Stand: 16.07.2026, Letzter Zugriff: August 2026]
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