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Warum wir uns als Eltern nicht schämen sollten Warum Parent Shaming aufhören muss und wieso Eltern eh nicht alles richtig machen können (oder müssen).
Eltern werden ständig bewertet. In so ziemlich allen Lebenssituationen. Wie lange gestillt wird, ob der Schlafrhythmus "normal" ist, das Kind Zucker isst, wie viel Bildschirmzeit es bekommt, ob es Geschwister haben wird oder nicht. Nahezu jede Entscheidung im Familienleben ist kommentierbar geworden. Von der Familie, von Freund:innen, von Fremden im Supermarkt, von anderen Eltern und natürlich vom Internet. Für Eltern bedeutet das: Sie sollen nicht nur gut für ihre Kinder sorgen, sondern sich nebenbei auch noch gegen einen Dauerstrom an Meinungen schützen. Genau hier beginnt Selbstfürsorge und Leichtigkeit im Familienalltag - bei der Frage, welche Stimmen wirklich wichtig sind und welche man innerlich leiser drehen darf.Warum wir urteilen - obwohl wir es nicht wollenUrteile über andere Eltern entstehen selten aus Boshaftigkeit. Meistens steckt dahinter die eigene Unsicherheit über den vermeintlich richtigen Weg. Statt also den eigenen Lebensweg zu beleuchten, werden lieber andere kommentiert. Dazu kommt: Wir leben in einer Zeit, in der es zu allem eine Studie, einen Podcast und eine ganze Menge Videos auf Social Media gibt. Diese Informationsflut erzeugt das Gefühl, dass es eine objektiv richtige Antwort geben muss. Gibt es aber nicht. Kinder sind unterschiedlich. Familien sind verschieden. Und die Bedingungen, unter denen Eltern ihre Entscheidungen treffen, erst recht.Unsere Tochter hat eine klare Meinung zu Socken. Fremde leider auch. Merle, 29 Jahre
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Was "gute Eltern" wirklich ausmachtEs gibt wenige Dinge, über die die Forschung in der Entwicklungspsychologie so einig ist wie dieses: Was Kinder am stärksten brauchen, sind keine perfekten Eltern, sondern verlässliche. Eltern, die da sind, die reagieren und die eine emotionale Verbindung herstellen. Kein spezifischer Erziehungsstil, kein bestimmtes Schlafkonzept, keinen Bio-Brei. Und verlässlich sein, das schafft man nicht, wenn man dauerhaft unter dem Druck steht, bewertet zu werden.Mit einem Kleinkind fliegen - wie kann man nur?! Ja, es ist teilweise anstrengend mit Kleinkind zu verreisen, aber zu Hause ist es das auch. Amadeus, 33 JahreVon Meinungen frei machenWir können weder unsere Mitmenschen noch ihre Aussagen beeinflussen, doch unsere Reaktion schon. Mit diesen Tipps schaffen es Eltern vielleicht, ein bisschen gelassener mit den Beurteilungen von außen umzugehen:Die Quelle checken Bevor ein Kommentar landet, kurz fragen: Kennt diese Person meinen Alltag, mein Kind, meine Umstände wirklich? Meistens lautet die Antwort "nein". Was jemand ohne dieses Wissen sagt, muss also nicht besonders viel Gewicht haben."Danke, ich überleg's mir"  - als Superkraft Man muss nicht widersprechen, diskutieren oder erklären. Ein freundliches, unverbindliches "Danke, ich überleg's mir" beendet das Gespräch, ist wirksame Selbstfürsorge und lässt die eigene Energie dort, wo sie gebraucht wird.Die inneren Kritiker:innen identifizierenOft kommt der größte Druck nicht von unseren Mitmenschen, sondern entsteht im eigenen Kopf. Wie würde man gegenüber einer anderen Person reagieren, die gerade in einer ähnlichen Situation steckt? Wahrscheinlich: "Du machst das richtig gut." Und das darf man sich selbst auch mal sagen. Sich selbst so zu behandeln wie eine gute Freundin oder ein guter Freund, ist eine der wirksamsten Formen von Selfcare.Früher dachte ich, gute Eltern bleiben immer entspannt. Heute glaube ich: Gute Eltern sind nicht perfekt, sondern reflektiert genug, sich selbst und anderen Fehler zuzugestehen. Wir alle geben unser Bestes mit den Ressourcen, die wir an diesem Tag gerade haben. Julia, 38Verbündete suchen Menschen, die ähnliche Werte teilen und nicht ständig urteilen, tun gut. Das müssen keine perfekten Eltern sein, sondern einfach solche, bei denen man sich nicht erklären muss.Social Media bewusst konsumieren Eltern-Content kann inspirieren, aber auch unter Druck setzen. Accounts, die das eigene Schlechte-Eltern-Gefühl befeuern, darf man einfach getrost entfolgen. Fehler neu denkenKein Elternteil macht alles richtig - das ist keine Ausnahme, das ist der Normalfall. Die Frage ist nicht, ob man Fehler macht, sondern wie man damit umgeht. Kinder brauchen keine makellosen Vorbilder, sondern echte, liebevolle Menschen.
Raus aus der Harmoniefalle - Podcast People PleasingWarum wollen wir eigentlich immer anderen gefallen? Sogar selbst dann, wenn wir sie gar nicht kennen? In unserem Podcast "Ganz schön unperfekt"-Podcast sprechen Louisa Dellert und Chiara Maiorino darüber, wie man sich besser abgrenzt und sein Selbstmitgefühl stärkt.
"People Pleasing": Jetzt reinhören oder reinschauen
  
 
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