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Lungenkrebsvorsorge: Für wen sie sinnvoll ist und wie sie abläuft
Seit 2026 haben langjährige Raucher und Raucherinnen die Möglichkeit, am gesetzlichen Lungenkrebs-Screening teilzunehmen. Wir erklären Ihnen, wie die Vorsorge abläuft und für wen sie besonders sinnvoll ist.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist die Lungenkrebsvorsorge?Die Lungenkrebsvorsorge ist ein Angebot zur Früherkennung von Lungenkrebs und richtet sich speziell an Raucherinnen und Raucher. Wenn Sie am Screening teilnehmen, wird Ihre Lunge regelmäßig mithilfe einer Niedrigdosis Computertomografie (CT) untersucht, um Veränderungen möglichst früh zu erkennen. Wird Lungenkrebs im frühen Stadium diagnostiziert, sind die Heilungschancen in der Regel deutlich besser. Die Vorsorge gibt Ihnen die Chance, frühzeitig zu handeln, falls Lungenkrebs entsteht. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass die Untersuchung auch mit gewissen Risiken verbunden ist. Wir begleiten Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung und klären über die wichtigsten Vor- und Nachteile auf.Lungenkrebs-Screening in Deutschland: Wer kann an der Früherkennung teilnehmen?Das gesetzliche Lungenkrebs-Screening ist seit 2026 Teil der gesetzlichen Krebsvorsorge in Deutschland. Sie können unter folgenden Voraussetzungen an der Früherkennung teilnehmen:Sie sind zwischen 50 und 75 Jahre alt.Sie rauchen seit mindestens 25 Jahren ohne längere Unterbrechungen oder haben in der Vergangenheit geraucht, wobei der Rauchstopp nicht länger als 10 Jahre zurückliegen darf.Ihr Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 Packungsjahren.Ihr Gesundheitszustand erlaubt die Teilnahme am Screening-Programm.
Was ist ein Packungsjahr?Die Anzahl der Packungsjahre beschreibt, wie viel jemand insgesamt geraucht hat. Ein Packungsjahr bedeutet: eine Packung Zigaretten pro Tag über ein Jahr hinweg. Auf 15 Packungsjahre kommen Sie also zum Beispiel, wenn Sie über 15 Jahre lang eine Packung täglich geraucht haben.
Ab wann und wie oft ist die Lungenkrebsvorsorge möglich?Wenn Sie die Voraussetzungen für das Lungenkrebs-Screening erfüllen, können Sie einmal pro Jahr an der Früherkennung teilnehmen. Die Vorsorge ist für Sie kostenfrei und kann direkt über Ihre TK-Gesundheitskarte abgerechnet werden.Wo finde ich ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum?Das Lungen-Screening zur Früherkennung wird von speziell qualifizierten Fachärzten und Fachärztinnen der Radiologie durchgeführt. Ist Ihr Befund auffällig, erfolgt die weitere Abklärung in Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Lungenkrebszentrum. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, die besonders viel Erfahrung mit Lungenerkrankungen hat und bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllt. Bei der Suche nach einer geeigneten Anlaufstelle hilft Ihnen Ihre hausärztliche oder radiologische Praxis weiter.Plattform OncoMapÜber OncoMap erhalten Sie eine Übersicht zertifizierter Lungenkrebszentren in Ihrer Nähe. Geben Sie auf der Plattform einfach die Fachrichtung vor, Ihre PLZ ein und wählen die Einrichtung in Ihrer Umgebung aus.Wie läuft das Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT ab?Wenn Sie darüber nachdenken, am Lungenkrebs-Screening teilzunehmen, möchten Sie wahrscheinlich wissen, was genau bei der Untersuchung passiert. Wir erklären Ihnen den Ablauf Schritt für Schritt:Teilnahme prüfen: Um herauszufinden, ob das Lungenkrebs-Screening für Sie geeignet ist, können Sie sich im ersten Schritt an Ihre hausärztliche Praxis wenden. Wenn alle Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllt sind, erhalten Sie dort weitere Informationsmaterialien und eine Überweisung in eine radiologische Einrichtung.Aufklärungsgespräch: Vor der Untersuchung erklärt Ihnen die radiologische Fachkraft, wie die Niedrigdosis-CT funktioniert und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt. Dabei können Sie jederzeit Fragen stellen und Unklarheiten ansprechen.Niedrigdosis CT: Um Aufnahmen Ihrer Lunge zu erstellen, legen Sie sich auf eine Liege, die anschließend langsam durch das CT-Gerät fährt. Die Niedrigdosis CT dauert nur wenige Sekunden und ist für Sie schmerzfrei.Auswertung: Nach der Untersuchung wertet eine Fachärztin oder ein Facharzt der Radiologie die Aufnahmen aus. Falls es Auffälligkeiten gibt oder der Befund unklar ist, wird eine zweite Person in die Beurteilung mit einbezogen.Wie geht es nach der Niedrigdosis CT weiter?Das Ergebnis Ihrer Untersuchung erhalten Sie innerhalb von 14 Tagen. Ob danach weitere Schritte folgen, hängt von Ihrem Befund ab:Unauffällig: Wenn keine Auffälligkeiten entdeckt wurden, müssen Sie nichts weiter tun und können nach 12 Monaten erneut am Lungenkrebs-Screening teilnehmen, sofern Sie die Voraussetzungen erfüllen.Kontrollbedürftig: Manchmal zeigen die Aufnahmen Veränderungen in der Lunge, die jedoch nicht typisch für Lungenkrebs sind. Dann kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zur Sicherheit empfehlen, die Lunge in weniger als 12 Monaten erneut zu untersuchen.Abklärungsbedürftig: Werden Auffälligkeiten gefunden, die auf Lungenkrebs hindeuten könnten, sind weitere Untersuchungen notwendig - zum Beispiel eine Gewebeprobe (Biopsie). In diesem Fall werden Sie engmaschig von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin betreut und zeitnah über die nächsten Schritte aufgeklärt.Trotz Lungenkrebs-Screening wichtig: auf Warnzeichen achtenDie Lungenkrebsvorsorge kann helfen, Tumore frühzeitig zu entdecken - vollständige Sicherheit bietet die Untersuchung jedoch nicht: Manche Veränderungen sind in der Niedrigdosis CT noch nicht sichtbar oder entwickeln sich zwischen zwei Screening-Terminen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auch selbst aufmerksam auf mögliche Warnzeichen Ihres Körpers achten. Folgende Beschwerden sollten vorsichtshalber ärztlich abgeklärt werden:Neu aufgetretener Husten ohne ErkältungPlötzliche Veränderung von chronischem HustenBlutiger HustenUnerklärlicher GewichtsverlustLungenkrebs-Screening: Risiko und Nutzen abwägenWenn Sie an Lungenkrebs erkranken, kann eine frühzeitige Diagnose Ihre Heilungschancen deutlich verbessern. Genau darauf zielt die Vorsorge ab: Studien zeigen, dass von 1.000 langjährigen Raucherinnen und Rauchern zwischen 50 und 75 Jahren, die regelmäßig am Screening teilnehmen, etwa fünf Personen weniger an Lungenkrebs sterben als ohne Vorsorge. Um gut informiert entscheiden zu können, sollten Sie jedoch auch mögliche Risiken kennen:Falsch-positive Befunde: Manchmal sind in der Niedrigdosis-CT Veränderungen sichtbar, die sich nach weiteren Untersuchungen als harmlos herausstellen. Bis Klarheit besteht, kann die Situation psychisch sehr belastend sein.Überbehandlung: Beim Lungenkrebs-Screening werden auch Tumore entdeckt, die möglicherweise nie Beschwerden verursacht hätten. Da sich der Verlauf jedoch nie sicher vorhersagen lässt, wird in der Regel trotzdem behandelt.Strahlenbelastung: Die CT arbeitet mit Röntgenstrahlung, die selbst wiederum Krebs begünstigen kann. Die Strahlenbelastung ist bei der Niedrigdosis CT ("Low-Dose-CT") jedoch noch deutlich geringer als bei einer herkömmlichen CT.Gut zu wissen: Die Lungenkrebsvorsorge ist freiwillig. Wenn Sie sich gegen die Teilnahme am Screening entscheiden, hat das keinen Einfluss auf Ihre spätere medizinische Versorgung, falls Sie an Lungenkrebs erkranken.Warum ist die Lungenkrebsvorsorge nur für Raucher und Raucherinnen vorgesehen?Das gesetzliche Screening richtet sich derzeit nur an langjährige Raucher und Raucherinnen. Das liegt daran, dass Tabakkonsum der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist: In etwa 85 von 100 Fällen lässt sich die Erkrankung auf das Rauchen zurückführen. Dabei gilt: Je früher, je länger und je mehr Sie geraucht haben, desto höher ist Ihr persönliches Risiko.Wie kann ich mein Risiko für Lungenkrebs senken?Das Lungenkrebs-Screening hilft dabei, Tumore früh zu entdecken - verhindern kann die Vorsorge Lungenkrebs jedoch nicht. Wenn Sie rauchen, ist der Rauchstopp der wichtigste Schritt, um Ihr persönliches Risiko zu senken. Vielleicht fragen Sie sich, ob es sich nach vielen Jahren oder Jahrzehnten überhaupt noch lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Antwort darauf ist: Ja, jedes rauchfreie Jahr hilft Ihrer Lunge dabei, sich zu erholen, und senkt das Risiko für Lungenkrebs sowie viele weitere Erkrankungen.Was bietet die TK?Wir möchten Sie dabei unterstützen, aktiv etwas für Ihre Lungengesundheit zu tun und Ihr persönliches Krebsrisiko im Blick zu behalten. Dabei begleiten wir Sie mit verschiedenen Angeboten:Gesetzliches Lungenkrebs-Screening: Die TK übernimmt einmal jährlich die Kosten für die Lungenkrebsvorsorge, sofern Sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.Rauchentwöhnung und Suchtprävention: Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, steht die TK fest an Ihrer Seite - z. B. mit
zertifizierten Kursen zur Rauchentwöhnung .TK-Gesundheitskurse: In den TK-Gesundheitskursen stärken Sie Ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise - ein wichtiger Schritt, um Ihr persönliches Risiko für Lungenkrebs zu senken.TK-Coach: Der digitale TK-Coach begleitet Sie bei Themen wie Ernährung, Bewegung und Entspannung - Faktoren, die sich auch auf Ihre Lungengesundheit auswirken können.FAQAb wann kann ich zur Lungenkrebsvorsorge gehen? Das gesetzliche Lungenkrebs-Screening richtet sich derzeit an Personen zwischen 50 und 75 Jahren mit langjährigem, starkem Tabakkonsum.Für wen ist das Lungenkrebs-Screening besonders sinnvoll? Besonders sinnvoll ist das Screening für Menschen, die über viele Jahre stark geraucht haben.Wie läuft eine Lungenkrebsvorsorge mit Niedrigdosis CT ab? Nach einem Aufklärungsgespräch werden Sie auf einer Liege durch das CT Gerät gefahren, um Aufnahmen Ihrer Lunge zu erstellen. Eine ärztliche Fachkraft prüft anschließend, ob es Auffälligkeiten im Gewebe gibt.Zahlt die TK das Lungenkrebs-Screening? Ja, die TK übernimmt die Kosten, wenn Sie die Voraussetzungen für die gesetzliche Lungenkrebsvorsorge erfüllen.Gibt es eine spezielle Lungenkrebsvorsorge für Raucher und Raucherinnen? Ja, das gesetzliche Screening richtet sich derzeit speziell an langjährige Raucher und Raucherinnen.
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DPG): S3 Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Version 5.01. URL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-007OL (abgerufen am: 31.05.2026).Gemeinsamer Bundesausschuss (G BA): Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE RL): Versicherteninformation zur Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie bei Rauchern, 18.12.2025. URL: https://www.g-ba.de/downloads/39-261-7628/2025-12-18_KFE-RL_Lungenkrebsfrueherkennung-Versicherteninfo_BAnz.pdf (abgerufen am: 31.05.2026).Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - Gesundheitsinformation.de: Niedrigdosis-Computer-Tomografie zur Früherkennung von Lungenkrebs, 01.04.2026. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/niedrigdosis-computer-tomografie-zur-frueherkennung-von-lungenkrebs.html (abgerufen am: 31.05.2026).Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Abschlussbericht: Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomografie, 19.10.2020. URL: https://www.iqwig.de/download/s19-02_lungenkrebsscreening-mittels-low-dose-ct_abschlussbericht_v1-0.pdf (abgerufen am: 31.05.2026).Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Lungenkrebs-Screening, o. J. URL: https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/lungenkrebs-screening (abgerufen am: 31.05.2026).
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