StartseiteGesundheit fördernGesunde ErnährungEssen und WissenSerotonin in Lebensmitteln: Kann Essen glücklich machen?
Serotonin in Lebensmitteln: Kann Essen glücklich machen?
Im Volksmund wird Serotonin auch als Glückshormon bezeichnet - es über Lebensmittel aufzunehmen, macht aber nicht direkt glücklich. Dennoch zeigt die Forschung: Ernährung und psychisches Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist Serotonin?Serotonin ist ein Botenstoff, der im Körper viele wichtige Aufgaben hat. Er beeinflusst zum Beispiel die Impulskontrolle, den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Wahrnehmung von Schmerzen, aber auch die Stimmung. Forschende gehen davon aus, dass Depressionen damit zusammenhängen, dass Betroffene unter anderem über zu wenig Serotonin im Hirn verfügen beziehungsweise dieses nicht richtig funktioniert. Der Botenstoff spielt somit eine zentrale Rolle für die psychische Gesundheit.Gebildet wird Serotonin an verschiedenen Stellen im Körper - etwa im Gehirn, in der Milz und vor allem im Darm, wo 95 Prozent entstehen. Auf die Psyche wirkt allerdings nur Serotonin, das sich im Gehirn befindet - und dorthin dringt das im Darm produzierte Serotonin nicht vor. Grund dafür ist die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, die wie eine Barriere zwischen Blutkreislauf und Gehirn funktioniert und nicht alle Botenstoffe passieren lässt. Serotonin aus der Nahrung kann diese Barriere nicht überwinden. Die mentale Gesundheit kann es deshalb nicht beeinflussen.
Serotonin natürlich erhöhenEs gibt mehrere Wege, die Menge an Serotonin im Gehirn natürlich zu steigern und damit das psychische Wohlbefinden zu fördern. Bereits 20 Minuten Bewegung am Tag können die Serotoninproduktion im Gehirn anregen. Das kann einen positiven Effekt auf die Stimmung haben und das Stresslevel senken. Ähnliches gilt für Meditation und Entspannungsübungen. Außerdem kann Sonnenlicht dazu beitragen, dass dem zentralen Nervensystem mehr Serotonin zur Verfügung steht. Im Winter kann eine Tageslichtlampe dabei helfen, den Effekt nachzuahmen.
Tryptophan: ein Serotonin-BausteinAnders verhält es sich mit Tryptophan , einer Vorstufe von Serotonin, die ebenfalls durch Essen aufgenommen werden kann. Diese Aminosäure ist in geringen Mengen dazu in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, und wird anschließend im zentralen Nervensystem zu Serotonin weiterverarbeitet. Auf diesem indirekten Weg kann Nahrung den Serotoninspiegel im Gehirn leicht erhöhen. Wichtig zu wissen ist aber: Der Großteil des Tryptophans, das in Lebensmitteln enthalten ist, wird im Körper nicht zu Serotonin umgewandelt, sondern auf andere Weise verstoffwechselt. Selbst eine tryptophanreiche Ernährung wirkt sich also nur in geringem Maße auf die Stimmung aus.Tryptophanhaltige LebensmittelSojabohnenBananenNüsseHülsenfrüchteMilch und MilchprodukteRindfleischGeflügelfleischKakaopulver (ungesüßt)EierErbsenKartoffelnWie hängen Ernährung und mentale Gesundheit zusammen?Auch wenn Nahrung den Serotoninspiegel somit nur sehr begrenzt beeinflusst, spielt sie dennoch eine wichtige Rolle für die mentale Gesundheit. Die Forschung zeigt: Eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost kann Hirnfunktionen unterstützen, das Gehirn vor zellschädigenden Molekülen schützen und sich positiv auf das Befinden auswirken. Sehr zuckerhaltige Ernährung hingegen kann depressive Symptome verstärken und die Hirnfunktion einschränken.Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend für das Gehirn. Wer zu wenig trinkt, riskiert ein niedrigeres Energielevel, verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie gedrückte Stimmung.Kost für ein gesundes GehirnGemüseObstVollkornprodukteGesunde Fette, z. B. aus Avocado, Olivenöl oder LachsEierMilchSie möchten mehr über gesunde Ernährung erfahren? In den TK-Gesundheitskursen lernen Sie, wie Sie Ihren Körper mit den notwendigen Nährstoffen versorgen.Darm und Psyche: die Rolle der Darm-Hirn-AchseEine zentrale Rolle in der Verbindung von Ernährung und Psyche spielt auch der Darm: Dieser steuert nicht nur die Verdauung, sondern kommuniziert auch mit dem Gehirn. So kann er psychische Prozesse beeinflussen. Der direkte Draht zwischen den beiden Organen wird in der Wissenschaft Darm-Hirn-Achse genannt. Ein wichtiger Teil dieser Verbindung ist das Darmmikrobiom - die Gesamtheit der Mikroorganismen, die den Dickdarm bevölkern. Es wirkt auf die Psyche, indem es Substanzen wie Neurotransmitter abgibt, die Informationen ans Gehirn weiterleiten. Auf diese Weise nimmt es beispielsweise Einfluss auf die Stimmung, die Emotionen oder die Stressbewältigung. Psychische Erkrankungen gehen häufig mit einem Ungleichgewicht im Darmmikrobiom einher. Dann sind zum Beispiel Vielfalt und Zusammensetzung der Darmbakterien gestört. Die gute Nachricht ist: Mittels der Ernährung lässt sich das Darmmikrobiom gezielt unterstützen und beeinflussen, was mitunter das mentale Wohlbefinden fördern kann. Lebensmittelgruppen für mehr Balance im DarmGemüseObstHülsenfrüchteFermentierte Lebensmittel, z. B. Sauerkraut oder JoghurtVollkornprodukteNüsseFetter Seefisch, z. B. Lachs oder HeringMehr über Darmgesundheit erfahren Sie im TK-Podcast "Ist das noch gesund?".
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Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Serotonin, o. J. URL: https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/S/lexikon-serotonin.html (abgerufen am: 19.08.2025).Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Österreich - landschafftleben.at: Darm und Hirn, o. J. URL: https://www.landschafftleben.at/hintergruende/essen-und-psyche/Darm-und-Gehirn (abgerufen am: 18.09.2025).Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Österreich - landschafftleben.at: Gesundheit & Wohlbefinden, o. J. URL: https://www.landschafftleben.at/hintergruende/essen-und-psyche/gesundheit (abgerufen am: 18.09.2025).Deutsches Grünes Kreuz e. V.: Tryptophan, o. J. URL: https://dgk.de/gesundheit/mikronaehrstoffe/lexikon/aminosaeuren/tryptophan.html (abgerufen am: 21.08.2025).Harvard Health Publishing: Nutritional psychiatry: Your brain on food, 18.09.2022. URL: https://www.health.harvard.edu/blog/nutritional-psychiatry-your-brain-on-food-201511168626 (abgerufen am: 20.08.2025).Kan Gao et al.: Tryptophan Metabolism: A Link between the Gut Microbiota and Brain. Adv Nutr. 2019 Dec 11;11(3): 709-723. URL: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7231603/ (abgerufen am: 20.08.2025).Mental Health America: What is Serotonin?, o. J. URL: https://mhanational.org/resources/what-is-serotonin/ (abgerufen am: 23.09.2025). Mental Health Foundation: Diet and mental health, 25.01.2022. URL: https://www.mentalhealth.org.uk/explore-mental-health/a-z-topics/diet-and-mental-health (abgerufen am: 20.08.2025).Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Wie entsteht eine Depression?, o. J. URL: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/ursachen-und-ausloeser/neurobiologische-seite (abgerufen am: 20.08.2025).
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