StartseiteGesundheit fördernGesunde ErnährungEssen und WissenTryptophan: Wichtiger Baustein für den Körper
Tryptophan: Wichtiger Baustein für den Körper
Der menschliche Körper braucht zahlreiche Nährstoffe, um zu funktionieren. Einige davon kann er selbst herstellen, andere müssen von außen zugeführt werden. Zur zweiten Gruppe zählt auch Tryptophan, eine Aminosäure, die für viele körpereigene Prozesse unverzichtbar ist - von der Eiweißproduktion bis hin zur Regulierung des Schlafs.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist Tryptophan?Die Aminosäure Tryptophan ist für den Körper überlebenswichtig. Sie spielt zum Beispiel eine zentrale Rolle in der sogenannten Proteinsynthese, einem Vorgang, bei dem die Zellen neues Eiweiß produzieren. Darüber hinaus wird Tryptophan zu mehreren wichtigen Substanzen umgewandelt: Dazu gehören Serotonin und Melatonin, aber auch Niacin (Vitamin B3).Weil der Körper nicht dazu in der Lage ist, Tryptophan selbst herzustellen, kann es nur über die Nahrung aufgenommen werden.Wie wirkt Tryptophan?Aus dem Verdauungstrakt gelangt Tryptophan zunächst ins Blut. Der Großteil der Aminosäure wird anschließend in der Leber verstoffwechselt, wobei Niacin entsteht. Geringe Mengen an Tryptophan passieren die sogenannte Blut-Hirn-Schranke - eine Art Durchlasskontrolle zwischen Blutkreislauf und Gehirn -, um im zentralen Nervensystem zu Serotonin und Melatonin weiterverarbeitet zu werden. Wie viel Tryptophan im Gehirn ankommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel der Beschaffenheit der Darmflora und der Konzentration anderer Aminosäuren im Blut.Wofür brauche ich Tryptophan?Da es sich bei Tryptophan um die Vorstufe von Serotonin und Melatonin handelt, ist die Aminosäure indirekt an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, die von den jeweiligen Substanzen gesteuert werden. Serotonin und Melatonin regulieren unter anderemdas Wohlbefinden und die Stimmung,den Appetit,das Schmerzempfinden,den Schlaf-Wach-Rhythmusund die Stresstoleranz.Als Baustein von Niacin steht Tryptophan zudem in Zusammenhang mitdem Energiestoffwechsel,dem Auf- und Abbau von Nährstoffen,der Zellteilungsowie dem Immunsystem.Ernährung: Welche Tryptophan-Quellen gibt es?Unser Körper ist auf Tryptophan aus Lebensmitteln angewiesen. Der tägliche Bedarf ist von Mensch zu Mensch verschieden. In der Regel lässt sich aber der durchschnittliche Mindestwert von 250 Milligramm pro Tag mit einer ausgewogenen Ernährung gut erreichen. Da Tryptophan sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden ist, können auch Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ihren Bedarf meist problemlos abdecken.Diese Lebensmittel sind besonders reich an Tryptophan:SojabohnenBananenNüsse und HülsenfrüchteMilch und MilchprodukteRindfleischGeflügelfleischKakaopulver (ungesüßt)EierErbsenKartoffelnSie möchten mehr über gesunde Ernährung erfahren? In den TK-Gesundheitskursen lernen Sie, wie Sie Ihren Körper mit den notwendigen Nährstoffen versorgen.
Ist es sinnvoll, Tryptophan zu supplementieren?Für gewöhnlich ist es nicht notwendig, Tryptophan über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, ist in der Regel gut mit der Aminosäure versorgt. Eine Supplementierung ist nur dann sinnvoll, wenn ein akuter Mangel vorliegt oder Sie zum Beispiel unter Schlafstörungen leiden. Wichtig ist, dass Sie das Mittel nicht auf eigene Faust anwenden, sondern im Vorfeld Rücksprache mit Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt halten. Denn: Zu viel Tryptophan kann unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. In einem ärztlichen Beratungsgespräch sollten Sie daher abklären, ob Sie von einem tryptophanhaltigen Nahrungsergänzungsmittel profitieren würden und was Sie bei der Einnahme beachten sollten.
Zu viel Tryptophan?Einzig über die Nahrung ist es kaum möglich, schädliche Mengen an Tryptophan aufzunehmen. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel hingegen können unerwünschte Nebenwirkungen haben, darunter:SchwindelKopfschmerzenNiedriger BlutdruckLichtempfindlichkeitMit einer zu hohen Tryptophan-Konzentration steigt außerdem das Risiko, am sogenannten Serotoninsyndrom zu erkranken: So wird die Reaktion des Körpers auf einen künstlich herbeigeführten Überschuss des Glückshormons bezeichnet, der potenziell lebensbedrohlich sein kann. Anfängliche Symptome ähneln häufig denen eines grippalen Infekts. Bei dem Serotoninsyndrom handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der umgehend notärztlicher Versorgung bedarf.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Niacin, 31.10.2024. URL: https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/vitamine-mineralstoffe/wasserloesliche-vitamine/niacin.html (abgerufen am: 25.08.2025).Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Serotonin, o. J. URL: https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/S/lexikon-serotonin.html (abgerufen am: 19.08.2025). Deutsches Grünes Kreuz e. V.: Tryptophan, o. J. URL: https://dgk.de/gesundheit/mikronaehrstoffe/lexikon/aminosaeuren/tryptophan.html (abgerufen am: 21.08.2025).DocCheck Flexikon: Tryptophan, 21.03.2024. URL: https://flexikon.doccheck.com/de/Tryptophan (abgerufen am: 20.08.2025). Kan Gao et al.: Tryptophan Metabolism: A Link between the Gut Microbiota and Brain. Adv Nutr. 2019 Dec 11;11(3): 709-723. URL: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7231603/ (abgerufen am: 20.08.2025).
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