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Operation des Grauen Stars Beim Grauen Star (die Katarakt) wird die Augenlinse allmählich trübe - meist als Folge der natürlichen Alterung. Die einzige wirksame Behandlungsmöglichkeit ist eine Operation. Dabei wird die trübe Linse entfernt und durch eine neue, künstliche Linse ersetzt. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Die Augenerkrankung Grauer Star führt dazu, dass das Sehvermögen nachlässt. Man sieht zunehmend unscharf und verschwommen, wie durch einen Schleier oder Nebel. Unbehandelt kann ein Grauer Star zur Erblindung führen - muss er aber nicht. Manche Menschen haben nur leichte Einschränkungen, bei anderen geht das Sehvermögen dagegen rasch verloren.Bei der Operation wird die trübe Augenlinse entfernt und eine Linse aus Kunststoff eingesetzt. Die Operation des Grauen Stars zählt zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland: Die Fachgesellschaft der Augenärzte (DGO) schätzt, dass 2024 knapp eine Million Menschen wegen einer Katarakt operiert wurden.Gibt es Alternativen zu einer Operation?Manche Menschen versuchen erst einmal, die Sehstörung mit einer Brille oder Kontaktlinsen auszugleichen. Dies kann eine Weile ausreichen, wenn der Graue Star langsam voranschreitet und das Sehen nur leicht eingeschränkt ist.Wenn das Sehvermögen viel schlechter wird, ist eine Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit, um dauerhaft wieder besser zu sehen. Es gibt keine Medikamente, mit denen man einen Grauen Star wirksam behandeln kann.Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation?Ob und wann operiert wird, ist eine persönliche Entscheidung. Sie hängt stark davon ab, wie sehr die Sehstörungen den Alltag behindern. Für die Entscheidung können zum Beispiel folgende Fragen wichtig sein: Wie gut muss ich im Beruf sehen können? Kann ich meinen Hobbys noch nachgehen, wie Lesen oder Sport? Fällt mir die Orientierung auf der Straße schwerer? Wird das Autofahren zu riskant?Solange keine Probleme auftreten, ist eine Operation nicht nötig - auch dann, wenn die Ärztin oder der Arzt eine beginnende Eintrübung der Augenlinse festgestellt hat. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, sich eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.Auch wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kann man nach der Operation mit der neuen Linse in der Regel wieder gut sehen. Allerdings wird eine Operation schwieriger, wenn der Graue Star schon sehr weit fortgeschritten ist. Das Auge lässt sich dann für die Anpassung der neuen Linse nicht mehr so genau ausmessen. Deshalb ist es sinnvoll, die Augen regelmäßig von einer Augenärztin oder einem Augenarzt überprüfen zu lassen. Gemeinsam kann man dann besprechen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist.Wenn beide Augen vom Grauen Star betroffen sind, wird zuerst ein Auge operiert, später das andere.Was muss ich vor einer Operation noch bedenken?Wichtig für die Entscheidung ist außerdem, ob weitere (Augen-)Erkrankungen bestehen, die das Ergebnis der Operation beeinflussen könnten. Manche Menschen haben zusätzlich ein Glaukom (Grüner Star), eine altersabhängige Makuladegeneration oder Augenschäden, die durch Diabetes entstehen. Dann wird die Sehleistung oft trotz Operation nicht besser.Die meisten Operationen verlaufen komplikationsfrei - dennoch können Probleme auftreten. Die Augenärztin oder der Augenarzt muss vor dem Eingriff gründlich über die möglichen Vor- und Nachteile des Eingriffs aufklären. Da der Graue Star langsam fortschreitet und kein Notfall ist, lässt sich in Ruhe abwägen und entscheiden, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Operation infrage kommt.Wie läuft die Operation ab?Bei der Operation wird die trübe Linse entfernt und eine künstliche Linse eingesetzt. Damit man während der Operation keine Schmerzen hat, werden die Augen zunächst durch Tropfen, Gel oder eine Spritze betäubt. Auf Wunsch kann man auch ein Beruhigungsmittel bekommen - oder eine Narkose. Während der Operation werden die Augenlider mit einem sogenannten Lidöffner auseinandergehalten.Zu Beginn der Operation macht die Ärztin oder der Arzt mit einem Skalpell einen kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut. Dann wird die Membran, die die Linse umschließt, vorne geöffnet. Der Kern und die Rinde der Linse werden per Ultraschall zerkleinert und durch einen kleinen Schnitt abgesaugt (Phakoemulsifikation). Danach wird eine künstliche Linse eingesetzt, die ein Leben lang hält. Die Schnitte sind meist so klein, dass sie nicht genäht werden müssen. Sie heilen rasch von selbst.Die Phakoemulsifikation ist in Deutschland das Standardverfahren und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Manche Ärztinnen und Ärzte bieten als Alternative aber auch eine Laser-Operation an (Femtosekundenlaser). Dabei wird mit einem Laser geschnitten und auch die Linse zerkleinert. Die Laser-Operation hat keine gesundheitlichen Vorteile: Skalpell und Ultraschall sind genauso sicher und wirksam. Die Kosten einer Laser-Operation muss man aber teilweise oder vollständig selbst tragen. Für die OP fallen etwa 700 bis 2100 Euro an.Eine Operation dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Meist wird ambulant operiert. Einige Stunden nach dem Eingriff kann man sich wieder nach Hause abholen lassen. Wenn eine intensivere Betreuung nötig ist, kann eine Operation im Krankenhaus sinnvoll sein - beispielsweise bei Begleiterkrankungen.Welche Betäubung eignet sich besser?Für die Operation reicht normalerweise eine örtliche Betäubung mit Augentropfen oder einem speziellen Gel. Sie kann auch mit einer Spritze erfolgen, die neben das Auge gesetzt wird.Wer eine Spritze bekommt, hat Studien zufolge während der Operation etwas weniger Schmerzen. Allerdings spürt man auch bei einer Betäubung mit Augentropfen und Gel meist nur ein leichtes Drücken oder hat leichte Schmerzen.Durch die Augentropfen treten bei weniger als 1 von 100 Operierten Komplikationen auf. Durch Spritzen kommt es häufiger zu kleineren Komplikationen wie Schwellungen der Bindehaut oder Blutergüssen. In der Regel haben diese aber keine Folgen. Schwere Komplikationen durch die Betäubung sind die Ausnahme.Bei einer Betäubung mit Tropfen kann man die Augenmuskulatur weiter bewegen. Man wird deshalb gebeten, während des Eingriffs in eine Richtung zu schauen und das Auge ruhig zu halten. Da dies Konzentration erfordert, bietet sich die Tropfen- oder Gel-Betäubung nicht für jeden an.Auf die Sehfähigkeit nach der Operation hat die Art der Betäubung keinen Einfluss.Wie gut hilft eine Operation?Etwa 9 von 10 Menschen können nach einer Operation besser sehen als vorher - also wieder schärfer und kontrastreicher. Die Nah- und Fernsicht ist verbessert, und auch bei gedimmtem Licht ist mehr zu erkennen. Je nachdem, was für eine Linse eingesetzt wurde, braucht man aber trotzdem eine Brille.Der Eingriff kann also die Lebensqualität verbessern und den Alltag erheblich erleichtern. So können viele Menschen wieder Dinge tun, die ihnen vorher nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich waren - wie Auto fahren, lesen und am Bildschirm arbeiten. Bei älteren Menschen deuten Studien darauf hin, dass sie mit einer neuen Linse seltener stürzen. Es kann jedoch einige Wochen bis Monate dauern, bis die Sehkraft wieder optimal ist.Eine künstliche Linse hält meist ein Leben lang und kann nicht verschleißen oder eintrüben. Sie muss deshalb in der Regel nicht ausgetauscht werden.Es kann sich jedoch ein sogenannter Nachstar entwickeln: Dann trübt in den Monaten oder Jahren nach der Operation die hintere Linsenkapsel ein und verschlechtert das Sehen wieder. Schätzungsweise passiert dies bei 25 bis 40 von 100 Menschen innerhalb von 5 Jahren nach der Operation. Ein Nachstar kann gut mit einem Laser behandelt werden. Die Laserbehandlung dauert nur wenige Minuten und findet ambulant statt. Eine neue Operation ist nicht nötig.Welche Komplikationen können auftreten?Die meisten Operationen verlaufen ohne Komplikationen. Dennoch können manchmal Entzündungen, Verletzungen, Blutungen und Wundheilungsstörungen auftreten. Sie können zu Sehstörungen führen und weitere Behandlungen nach sich ziehen.Während der Operation kommen die folgenden Probleme am häufigsten vor:Verletzung der Linsenkapsel, bei etwa 2 von 100 OperationenVerletzung der Iris oder des Augapfels, bei weniger als 1 von 100 OperationenDie häufigsten Probleme nach der Operation sind:Schwellung der Netzhaut, bei etwa 2 von 100 OperiertenVerschiebung der Linse, bei etwa 1 von 100 Operierten Netzhautablösung , bei etwa 1 von 100 OperiertenEntzündung des Augeninneren (Endophthalmitis), bei weniger als 1 von 100 OperiertenDas Risiko für Komplikationen wie Schwellungen und Blutergüsse ist außerdem höher, wenn das Auge mit einer Spritze betäubt wird. Auch Menschen mit weiteren Augenerkrankungen haben ein höheres Komplikationsrisiko. Bei starker Kurzsichtigkeit ist beispielsweise das Risiko für eine Netzhautablösung höher als bei Normalsichtigkeit.Die meisten Komplikationen haben keine bleibenden Folgen. Sie können aber vorübergehend das Sehen verschlechtern oder die Heilung behindern. Es kann sein, dass man Medikamente einnehmen muss oder das Auge erneut operiert wird.Ernste KomplikationenDie gefährlichste Komplikation ist die Entzündung des Augeninneren. Sie entsteht, wenn Keime in das Augeninnere gelangen und sich vermehren. Sie zeigt sich durch Schmerzen, Schwellungen, ein gerötetes Auge und starke Sehverschlechterungen. Falls solche Symptome in den Tagen und Wochen nach der Operation auftreten, ist eine sofortige augenärztliche Untersuchung wichtig. Die Entzündung kann zur Erblindung oder zum Verlust des Auges führen. Deshalb muss sie so schnell wie möglich mit Antibiotika behandelt werden. Um das Risiko für eine Entzündung zu verringern, wird häufig gegen Ende des Eingriffs ein Antibiotikum ins Auge gegeben. Zudem verordnen die Ärztinnen und Ärzte nach der Operation antibiotische Augentropfen, die täglich angewendet werden.Auch Blutungen im Auge können zu Sehschäden führen. Dazu kommt es jedoch bei deutlich weniger als 1 von 100 Menschen - Blutungen sind noch seltener als Entzündungen des Augeninneren.Wodurch unterscheiden sich die künstlichen Linsen?Künstliche Linsen werden auch Intraokularlinsen genannt. Sie können das Sehen in bestimmten Bereichen deutlich verbessern - auch wenn keine künstliche Linse die Sehschärfe so flexibel anpassen kann wie eine natürliche Linse. Es gibt verschiedene Linsentypen:Monofokallinse: Diese Linse ermöglicht nur für einen Entfernungsbereich ein scharfes Bild. Das heißt: Man muss sich vorher entscheiden, ob man lieber in der Ferne, im Mittelbereich oder in der Nähe scharf sehen möchte, und wählt die entsprechende Monofokallinse aus. Die jeweils unscharfen Bereiche kann eine Brille ausgleichen. Wer zum Beispiel eine Linse wählt, mit der man in der Ferne scharf sieht, benötigt dann zum Lesen eine Brille.Multifokallinse: Sie wird auch Mehrstärken-Linse genannt. Sie ermöglicht es, sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharf zu sehen. Dadurch kommt man vielleicht ohne eine Brille aus. Allerdings können manche Sehbereiche dennoch verschwommen bleiben. Im Vergleich zu einer Monofokallinse sieht man mit der Multifokallinse etwas kontrastärmer. Zudem wird man häufiger durch Licht geblendet, beispielsweise beim nächtlichen Autofahren.EDoF-Linse (Extended Depth of Focus = erweiterte Tiefenschärfe): Diese neuere Linse ermöglicht es, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf zu sehen - wie eine Multifokallinse. Scharfes Sehen ist aber nur bei etwa Bildschirmabstand möglich - um Bücher zu lesen, benötigt man trotzdem eine Brille. Dafür soll es seltener zu Lichtblendungen kommen als bei der Multifokallinse.torische Linse: Diese Linse ist speziell für Menschen, die eine Hornhautverkrümmung haben. Ihre Form wird individuell an die Form der Hornhaut angepasst, um einen Brechungsfehler auszugleichen. Es gibt monofokale und multifokale torische Linsen.Blaufilter-Linse: Diese Linse filtert Blaulicht und soll die Netzhaut besser schützen. Dies konnte in Studien jedoch nicht nachgewiesen werden. Auch Blaulicht-Linsen gibt es monofokal und multifokal.
Gut zu wissen:Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten des Eingriffs nur vollständig, wenn eine Monofokallinse eingesetzt und ohne Laser operiert wird.
Multifokallinsen, torische Linsen, Blaufilter-Linsen sowie EDoF-Linsen sind teurer als Monofokallinsen. Die Zusatzkosten muss man selbst zahlen. Daher lohnt es sich, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Linsentypen gut abzuwägen. Es kann hilfreich sein, eine zweite Meinung einer anderen Augenärztin oder eines Augenarztes einzuholen. Zu Fragen der Kostenübernahme beraten die Krankenkassen.Wichtiger als der Linsentyp ist, dass die Linse gut an das Auge angepasst ist und die richtige Stärke (Brechkraft) hat. Die nötigen Untersuchungen macht die Augenärztin oder der Augenarzt vor der Operation.Was ist nach einer Operation zu beachten?In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff ist ein Augenverband nötig. Das Auge kann jucken, auch leichte Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl sind möglich. Solche Beschwerden gehen meist nach einigen Tagen vorüber. Wichtig ist, nicht am frisch operierten Auge herumzudrücken oder zu reiben. Vorsichtige Berührungen sind aber unproblematisch. Beim Duschen oder Haarewaschen sollte man in den ersten Tagen darauf achten, dass weder Wasser noch Shampoo oder Seife in das operierte Auge geraten.Die meisten Alltagstätigkeiten sind nach einigen Tagen wieder wie gewohnt möglich, bis auf das Autofahren. Auch aufs Lesen - egal ob Buch, Zeitung oder am Bildschirm - sollte man für eine Woche verzichten. Auf sportliche Aktivitäten, die mit Erschütterungen einhergehen, wie Joggen oder Radfahren, sogar bis zu zwei Wochen. Fernsehen ist erlaubt. Weitere Einzelheiten bespricht man am besten mit der Augenärztin oder dem Augenarzt. Sie oder er stellt auch fest, wann die Sehkraft ausreicht, um wieder Auto fahren zu können. Meist ist dies nach einigen Wochen möglich.Je nach Beruf ist man innerhalb von 1 bis 2 Wochen wieder arbeitsfähig. Wer im Büro arbeitet, steigt meist schneller wieder ein als jemand, der einen körperlich belastenden Beruf hat.Für die Zeit nach der Operation verordnet die Ärztin oder der Arzt verschiedene Augentropfen. Diese beugen Infektionen vor, wirken entzündungshemmend und befeuchten das Auge. Außerdem werden Termine zur Nachsorge in der Augenarztpraxis vereinbart. Da sich die Sehschärfe noch etwas verändert, sollte eine Brille erst einige Wochen nach dem Eingriff angepasst werden.
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