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Diabetes und Kinderwunsch: gut vorbereitet in die Schwangerschaft Eine Schwangerschaft mit Diabetes mellitus bringt besondere Anforderungen mit sich, muss aber kein Grund zur Sorge sein. Durch eine gute Vorbereitung und enge medizinische Begleitung lassen sich die Risiken für Mutter und Kind deutlich reduzieren. Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Sie haben Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und wünschen sich ein Kind? Dann beschäftigt Sie vielleicht die Frage, ob und wie sich Ihre Erkrankung auf das Baby auswirken könnte. Die gute Nachricht: Auch mit Diabetes erleben viele Frauen eine gesunde Schwangerschaft. Gleichzeitig besteht jedoch ein höheres Risiko für Komplikationen. Indem Sie Ihren Kinderwunsch im Vorfeld mit Ihrem Behandlungsteam besprechen, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für sich und Ihr Kind.Was ist vor der Schwangerschaft wichtig?Bei Diabetes ist es besonders sinnvoll, eine Schwangerschaft geplant anzugehen. So haben Sie die Möglichkeit, vorab gesundheitliche Fragen zu klären. Zu den wichtigsten Vorbereitungen gehören etwa folgende Punkte:Ärztliche Beratung: Besprechen Sie mit Ihrem Diabetologen oder Ihrer Diabetologin, ob Ihre aktuelle Behandlung auch bei Kinderwunsch weiterhin geeignet ist und ob es spezielle gesundheitliche Aspekte gibt, die berücksichtigt werden müssen.Blutzucker: Je besser und stabiler Ihr Blutzucker vor Empfängnis eingestellt ist, desto günstiger sind die Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft. Als Ziel gilt in der Regel ein HbA1c unter sieben Prozent.Medikamente: Nicht alle Wirkstoffe sind während der Schwangerschaft geeignet. Setzen Sie Ihre Medikamente jedoch nicht eigenständig ab, sondern besprechen Sie Anpassungen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.Begleiterkrankungen: Lassen Sie im Vorfeld Ihre Augen, Nieren, den Blutdruck und die Schilddrüse kontrollieren, denn: Diabetesbedingte Begleiterkrankungen können sich in der Schwangerschaft verschlechtern. Folsäure: Beginnen Sie möglichst schon vier Wochen vor Empfängnis mit der Einnahme von Folsäure. Die passende Dosierung stimmt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen ab. Darüber hinaus können Sie sich auch ganz praktisch vorbereiten. Nehmen Sie Ihr eigenes Diabetes-Management noch einmal genau unter die Lupe. Fühlen Sie sich im Umgang mit Ihren Blutzuckerwerten sicher? Wissen Sie, was bei einer Unterzuckerung zu tun ist? Sind nahestehende Personen ebenfalls informiert und können im Notfall helfen?Tipp: Besteht bei Ihnen das Risiko einer diabetische Ketoazidose, kann eine Blutzucker-Wahrnehmungsschulung helfen. Hier lernen Sie, wie Sie gefährliche Blutzuckerentgleisungen selbst erkennen.
Ungeplant schwanger - und jetzt?Sie haben Diabetes und sind ungeplant schwanger geworden? Keine Panik! Das bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind sich nicht gesund entwickeln kann. Wichtig ist jetzt vor allem, dass Sie sich zeitnah an Ihre diabetologische Praxis wenden und die notwendigen Schritte besprechen.
Diabetes mellitus: Was Sie im Verlauf Ihrer Schwangerschaft erwartetEine Schwangerschaft bringt viele körperliche Veränderungen mit sich - auch für Ihren Diabetes. Ihr Blutzucker und Insulinbedarf können in dieser Zeit stärker schwanken, als Sie es gewohnt sind. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Werte engmaschig kontrolliert und bei Bedarf immer wieder neu abgestimmt werden. Erstes TrimesterGerade in den ersten Schwangerschaftswochen nimmt die Insulinempfindlichkeit oft vorübergehend zu. Dadurch benötigen viele Diabetikerinnen weniger Insulin, gleichzeitig ist aber auch das Risiko für Unterzuckerungen höher. Ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) kann hier eine wertvolle Unterstützung sein, um Ihre Werte im Blick zu behalten. Besonders bei Schwangeren mit Typ 1 Diabetes empfehlen Fachleute ein CGM.
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Zweites und drittes TrimesterIm weiteren Verlauf der Schwangerschaft verändert sich Ihr Insulinbedarf erneut: Durch die Hormone der Plazenta wird der Körper zunehmend unempfindlich gegenüber Insulin, sodass oft wieder mehr Insulin zugeführt werden muss. Das ist normal und meist kein Zeichen dafür, dass Sie Ihren Diabetes schlechter im Griff haben.Auch die kindliche Entwicklung wird jetzt besonders aufmerksam beobachtet. Erhöhte Glukosewerte in Ihrem Blut können dazu führen, dass Ihr Kind mehr Insulin produziert und stärker wächst. Um das Wachstum genau zu beurteilen, sind im letzten Schwangerschaftsdrittel bei Diabetikerinnen zusätzliche Ultraschallkontrollen vorgesehen.
Für den Ernstfall gut vorbereitetUm im Bedarfsfall optimal versorgt zu werden, sollten Sie Ihren Schwangeren-Vorsorgepass (Mutterpass) und Ihren Diabetes-Notfallausweis während der Schwangerschaft immer bei sich tragen.
Rund um die Geburt Besprechen Sie spätestens im letzten Schwangerschaftsdrittel mit Ihrem Behandlungsteam, wo die Geburt stattfinden soll. Bei Diabetes kann ein Perinatalzentrum mit Level 1 oder 2 dafür sinnvoll sein. Diese Kliniken sind auf Frühgeburten und Risikoschwangerschaften spezialisiert und können Ihr Kind bei Bedarf während und nach der Geburt optimal versorgen. Nehmen Sie am besten schon während Ihrer Schwangerschaft Kontakt zu Ihrer Wunschklinik auf. So kennt das Entbindungsteam Ihre Situation bereits und Sie wissen, was Sie erwartet.Gut zu wissen: Zur Vorbereitung auf die Geburt gehört neben Ihrer Kliniktasche auch der Umgang mit Ihrer Insulintherapie, denn mit dem Beginn der Wehen kann Ihr Insulinbedarf rasch abfallen. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen, wie Sie dann richtig reagieren.
Stillen bei Diabetes Muttermilch ist die beste Form der Säuglingsernährung. Auch bei Diabetes empfehlen Fachleute das Stillen deshalb ausdrücklich. Wenn Sie stillen möchten, legen Sie Ihr Baby möglichst früh nach der Geburt an - das hilft Ihrem Kind dabei, seinen Blutzucker zu stabilisieren. Behalten Sie dabei aber auch Ihre eigenen Werte gut im Blick, um Unterzuckerungen vorzubeugen.
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Praxisempfehlungen Diabetes und Schwangerschaft, 2024. URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen (abgerufen am: 19.08.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): S2e-Leitlinie Diabetes in der Schwangerschaft. 3. Auflage, Stand: 2021. URL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-023 (abgerufen am: 19.08.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) und Helmholtz Munich - diabinfo.de: Wie wirkt sich Diabetes auf Kinderwunsch und Schwangerschaft aus? 17.06.2024. URL: https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/kinderwunsch.html (abgerufen am: 19.08.2026).
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