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Diabetestypen im Überblick: Welche Arten gibt es? Diabetes ist nicht gleich Diabetes: Hinter der Erkrankung können unterschiedliche Ursachen stecken. Welche Form vorliegt, entscheidet darüber, wie sie behandelt wird - und was Sie selbst im Alltag tun können. Leonie Pape-Werlich, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Diabetes Typ 1: Autoimmunerkrankung mit InsulinmangelDer Typ-1-Diabetes gilt als sogenannte Autoimmunerkrankung - also ein Krankheitsbild, bei dem das Immunsystem körpereigene Stoffe als schädlich einstuft und diese bekämpft. Bei dieser Form von Diabetes zerstört das Immunsystem die sogenannten Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die dafür verantwortlich sind, Insulin herzustellen. Warum es dazu kommt, ist noch nicht geklärt. Unter anderem können genetische Faktoren eine Rolle spielen. Der Körper ist dann nicht in der Lage, Insulin zu produzieren, womit der Zucker normalerweise vom Blut in die Zellen transportiert wird. Somit ist der Zuckergehalt im Blut erhöht. Der Insulinmangel lässt sich nur ausgleichen, indem das Hormon von außen zugeführt wird. Meist wird ein Typ-1-Diabetes im Kindes- oder Jugendalter festgestellt. Derzeit leben in Deutschland etwa 400.000 Menschen mit diesem Erkrankungstyp. Fachleute vermuten jedoch eine deutlich höhere Dunkelziffer.Unterform LADAAuch bei LADA (Latent Autoimmune Diabetes in the Adult), einer Unterform von Typ-1-Diabetes, werden die insulinproduzierenden Zellen vom Immunsystem zerstört. Der entscheidende Unterschied: Diese Erkrankungsform verläuft deutlich langsamer. Symptome eines Diabetes zeigen sich häufig erst ab dem 30. Lebensjahr. Oft wird LADA deshalb zunächst als Typ-2-Diabetes eingestuft und entsprechend behandelt.Diabetes Typ 2: die häufigste Form der ZuckerkrankheitDer Typ-2-Diabetes entwickelt sich für gewöhnlich über mehrere Jahre oder Jahrzehnte. Dabei entsteht im Laufe der Zeit eine sogenannte Insulinresistenz: Die Körperzellen, die den Zucker aufnehmen und weiterverarbeiten sollten, reagieren zunehmend schwächer auf das Insulin. Dadurch steigt der Zuckerspiegel im Blut kontinuierlich an. Zum Ausgleich produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst mehr Insulin, um dessen Wirkung zu verstärken. Mit der Zeit ist das Organ allerdings überlastet, sodass der erhöhte Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann.Der Lebensstil kann die Wahrscheinlichkeit, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, erheblich beeinflussen. So sind eine dauerhaft kalorienreiche, fettige Ernährung, mangelnde Bewegung sowie Rauchen wesentliche Risikofaktoren . Manche Menschen haben auch erblich bedingt ein höheres Risiko, wenn die Erkrankung bereits mehrfach in der Familie diagnostiziert wurde. Die Mehrheit der Diabetes-Patientinnen und -patienten leidet an Typ 2. Aktuell leben in Deutschland mindestens 9 Millionen Menschen mit dieser Erkrankungsform. Diabetes in der SchwangerschaftBei einem Schwangerschaftsdiabetes, medizinisch Gestationsdiabetes genannt, tritt erstmals während einer Schwangerschaft ein Diabetes auf. Grund dafür sind die hormonellen Veränderungen im Rahmen der Schwangerschaft, die unter anderem den Blutzuckerstoffwechsel beeinflussen. Ähnlich wie bei Typ 2 kann das Insulin nicht mehr wie vorgesehen arbeiten, um den Zuckergehalt im Blut zu regulieren.Nach der Schwangerschaft pendelt sich der Blutzuckerspiegel in der Regel wieder ein. Allerdings besteht für betroffene Mütter das Risiko, in den Jahren nach der Geburt einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.Mehr zum Thema: Schwangerschaftsdiabetes - der weibliche Stoffwechsel im Ausnahmezustand Optimal eingestellt: Diabetes mellitus und Schwangerschaft Weitere DiabetesartenNeben den bekannten Diabetesformen gibt es weitere, die deutlich seltener auftreten. Ihre Einteilung wird in der Medizin unterschiedlich gehandhabt. MODY (Maturity onset diabetes of the young) ist eine Gruppe erblicher Diabetesarten. Dabei ist aufgrund eines Gendefekts die Funktionsweise der insulinproduzierenden Betazellen gestört und deshalb nicht ausreichend Insulin vorhanden. Es gibt verschiedene Untertypen von MODY, die danach aufgeteilt sind, welches Gen betroffen ist.Diabetes kann auch als sogenannter sekundärer Diabetes auftreten - etwa als Folge anderer Erkrankungen oder bestimmter Arzneimittel. Beispielsweise kann bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Mukoviszidose die Bauchspeicheldrüse nicht mehr wie vorgesehen arbeiten, was die Insulinproduktion beeinträchtigen kann. Auch hormonelle Störungen etwa durch Erkrankungen der Nebennieren oder der Schilddrüse können dazu führen, dass Zucker nicht mehr richtig vom Körper verarbeitet wird. In seltenen Fällen kann auch eine Virusinfektion die Ursache sein. Manche Medikamente wie beispielsweise Glukokortikoide können ebenfalls die Insulinproduktion hemmen. Müssen die Medikamente nur zeitlich begrenzt eingenommen werden, kann der Diabetes wieder zurückgehen.Wesentliche Diabetes-Merkmale im ÜberblickTyp 1Ursache: AutoimmunreaktionHäufigkeit: knapp 400.000 Betroffene in DeutschlandErkrankungsbeginn: oft im Kindes- oder Jugendalter, auch später möglich (LADA)Therapie: InsulintherapieTyp 2Ursache: Insulinresistenz und verminderte InsulinproduktionHäufigkeit: ca. 9 Millionen Betroffene in DeutschlandErkrankungsbeginn: meist im Erwachsenenalter, zunehmend auch bei JüngerenTherapie: Lebensstil anpassen (Ernährung, Bewegung), Medikamente, ggf. InsulintherapieSchwangerschaftsdiabetes Ursache: Hormonelle Veränderungen durch die SchwangerschaftHäufigkeit: ca. 9 Prozent der SchwangerenErkrankungsbeginn: 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel    Therapie: Lebensstil anpassen (Ernährung, Bewegung), ggf. InsulintherapieWeitere DiabetesartenUrsache: z. B. genetisch, bedingt durch Erkrankungen oder MedikamenteHäufigkeit: selten   Erkrankungsbeginn: abhängig von der Ursache Therapie: abhängig von der UrsacheWichtig zu wissen: Bei allen Formen von Diabetes ist das regelmäßige Prüfen der Blutzuckerwerte ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Auch sind in der Regel die passende Ernährung sowie ausreichend Bewegungseinheiten relevant. Wie genau Ihre Diabetestherapie aufgebaut ist, hängt von Ihrer jeweiligen Erkrankungsform und Ihrem Gesundheitszustand ab .Was bedeuten die verschiedenen Diabetesformen für Sie?Eine Diabeteserkrankung kann auf unterschiedliche Arten entstehen, verlaufen und behandelt werden. Wie Sie damit umgehen können, hängt daher von der jeweiligen Form ab. Sind in Ihrer Familie mehrere Diabetesfälle bekannt, kann es sinnvoll sein, das persönliche Risiko ärztlich abklären zu lassen.Typ-1-Diabetes lässt sich in der Regel nicht vorbeugen. Umso wichtiger sind eine gute Blutzuckereinstellung und regelmäßige ärztliche Kontrollen, um Folgeerkrankungen entgegenzuwirken.Bei Typ-2-Diabetes können Sie selbst einiges tun: Eine ausgewogene Ernährung , ausreichend Bewegung und ein gesundes Körpergewicht sind sowohl wichtig, um der Erkrankung vorzubeugen als auch um gesund damit zu leben. Lesen Sie mehr dazu unter Diabetes vorbeugen .Wenn bei Ihnen ein Kinderwunsch besteht, empfiehlt es sich, bereits vor der Schwangerschaft auf ein Normalgewicht zu achten. So lässt sich Ihr Risiko für Schwangerschaftsdiabetes senken.Sie möchten gesünder essen oder mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen und wissen nicht, wie Sie starten sollen? Die App TK-Coach unterstützt Sie bei Ihren Zielen - kostenlos und ohne zeitliches Limit.
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Diabetes-Hilfe: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2025, 14.11.2024. URL: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2025_final.pdf (abgerufen am: 05.03.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Praxisempfehlungen: Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 12.2025. URL: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/05_Behandlung/01_Leitlinien/Praxisempfehlungen/2025/PE_Gestationsdiabetes_2025.pdf (abgerufen am: 05.03.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes. 5. Auflage, Stand: 09.2023. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/057-013l_S3-Therapie-Typ-1-Diabetes_2023-09_1.pdf (abgerufen am: 05.03.2026).Deutsche Diabetes-Hilfe - diabetesDE: LADA, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/lexikon/lada (abgerufen am: 05.03.2026).Deutsche Diabetes-Hilfe - diabetesDE: Sonstige Diabetes-Typen, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/sonstige-diabetes-typen (abgerufen am: 05.03.2026).Stiftung Gesundheitswissen: Was ist Diabetes Typ 2, 10.08.2022. URL: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/diabetes-typ-2/allgemeines (abgerufen am: 05.03.2026).
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